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Home >  Religion und Dialog  > Artikel von 2013-05-10 15:45:14
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Kardinal Koch will Theologie statt Mission



Über das Zueinander von Juden und Christen hat sich der Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, Kardinal Kurt Koch, im Interview mit dem Nahost-Korrespondenten von „Kirche in Not“ aus Jerusalem, Oliver Maksan, geäußert. Lesen Sie hier eine Zusammenfassung.

Weil das Neue Testament „ganz und gar auf Grundlage des Alten Testaments“ entstanden sei, bedeute der christliche Glaube an das Heil im Neuen Bund Jesu Christi nicht etwas, das den Juden „völlig fremd“ sei. Das dürfe aber nicht zu einer „Mission der Juden“ führen, wie das bei bestimmten evangelischen Freikirchen zu beobachten sei, so Koch. Vielmehr sieht Koch die Theologie herausgefordert, „die ewige Gültigkeit des Alten Bundes mit dem Neuen Bund in Jesus Christus in Einklang zu bringen“.

Das habe schon der Apostel Paulus versucht, indem er das theologisch heikle Zueinander von Juden und Christen, von Altem und Neuem Bund, vom Ende der Zeit her zu verstehen sucht. Demgemäß bedeute auch die Karfreitagsfürbitte, die durch Papst Benedikts Wiederzulassung des außerordentlichen Messritus teilweise missverstanden worden ist, „keinen Aufruf zur Mission der Juden“. Sie greife vielmehr „die eschatologische Perspektive des Apostels Paulus“ auf, erklärte der Kardinal. Daher sieht er den jüdisch-katholischen Dialog mit der wieder gebeteten Karfreitagsfürbitte nicht belastet. Ebenso wenig sei dieser Dialog durch das gesamte Pontifikat Benedikts XVI. belastet. Im Gegenteil seien nach der Amtszeit des deutschen Papstes nicht unerheblich viele jüdische Stimmen laut geworden, die die Beziehungen „als so gut wie nie zuvor“ einstuften, so Koch. Damit reihe sich Benedikt in die Linie von Johannes XXIII. ein, der mit dem Konzilsdokument „Nostra Aetate“ einen „neuen Start in der Beziehung zwischen katholischer Kirche und dem Judentum“ ermöglicht habe.

Auch auf das neue Pontifikat von Papst Franziskus blickten eine Vielzahl von Juden mit Erwartungen und Hoffnungen, so Koch weiter. Das habe „definitiv auch mit den guten Beziehungen zu tun, die er als Erzbischof von Buenos Aires mit Rabbinern und jüdischen Gemeinden gepflegt hatte“.

(pm/rv 10.05.13 sib)


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