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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-05-18 12:41:32
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„Christen sollten sich im Arabischen Frühling stärker engagieren“



RealAudioMP3 Der frühere Päpstliche Botschafter in Kairo fordert die Christen Ägyptens zu einem stärkeren Engagement bei den Umwälzungen in ihrem Land auf. Erzbischof Michael Fitzgerald war von 2006 bis zum letzten Oktober Nuntius in Kairo und bei der Arabischen Liga; zuvor leitete er den Päpstlichen Dialograt in Rom. Es sei ausgesprochen wichtig, dass die Christen bei den kommenden Parlamentswahlen, die vor Ende 2013 stattfinden sollen, eine Rolle spielten, so Fitzgerald im Gespräch mit Radio Vatikan.

„Es gibt jetzt immerhin mehr Redefreiheit und Ansätze zu einem demokratischeren Prozess in Ägypten. Dem Land ist außerdem trotz aller Änderungen ein Bürgerkrieg erspart geblieben. Zwar gibt es sehr viel Gewalt, aber das ist doch nicht zu vergleichen mit dem, was wir in Libyen erlebt haben oder was wir in Syrien, leider, immer noch erleben. Was Ägypten jetzt am dringendsten braucht, ist Sicherheit. Natürlich muss man neuen Politikern, die an die Macht kommen, erstmal etwas Zeit lassen, aber die Leute in Ägypten sind schon sehr enttäuscht über die Untätigkeit der Regierung.“

Diese Enttäuschung über die von Muslimbrüdern geprägte Führung des Landes könne für die Christen Ägyptens, die ungefähr zehn Prozent der Bevölkerung stellen, zu einer Chance werden, deutet Erzbischof Fitzgerald an.

„Viele Menschen befürchten, dass das Land noch radikaler islamisch geprägt werden könnte, und wollen etwas dagegen tun. Später im Jahr soll es ja Wahlen geben, und da würde man doch hoffen, dass die Leute sich sagen: Na ja, wir haben das letzte Mal diese Leute gewählt, aber sie scheinen nicht das Geringste für uns getan zu haben, darum lasst uns doch diesmal jemand anderen wählen!“

Die katholische Kirche habe „durch das Organisieren von Kursen und Meetings“ viel dafür getan, dass den Ägyptern die Bedeutung eines demokratischen Prozesses klargeworden sei, lobt Fitzgerald. Die Nahost-Synode im Vatikan Ende 2010, also unmittelbar vor Ausbruch des „Arabischen Frühlings“, habe den Katholiken außerdem eingeschärft, „dass sie nicht als eine in sich verschlossene, zurückgezogene Minderheit auftreten, sondern mit anderen zusammenarbeiten sollten“. Die große ökumenische Offenheit des neuen koptisch-orthodoxen Patriarchen Tawadros II. komme Ägyptens Katholiken darum sehr entgegen.

(rv 18.05.2013 sk)


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