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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-05-19 08:57:06
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Papst ruft Christen zu neuer „Kultur der Begegnung“ auf



RealAudioMP3 Zu Mut und Geduld bei der Weitergabe des Glaubens, aber auch zu einer neuen „Kultur der Begegnung“ hat Papst Franziskus am Samstagabend aufgerufen. Dies sagte er in einer etwa 40-minütigen freien Ansprache am Vorabend von Pfingsten. Der Papst antwortete auf vier Fragen zu den Themen Glaubenserfahrung, Neuevangelisierung, „arme Kirche für die Armen“ und Glaubenszeugnis im Alltag. Mit mehr als 200.000 Mitgliedern neuer geistlicher Gemeinschaften feierte Franziskus ein großes Glaubensfest auf dem Petersplatz. An dem Wortgottesdienst im Rahmen des „Jahres des Glaubens“ nahmen Vertreter von 150 Gruppierungen aus aller Welt teil. Mit dabei waren unter anderen die Fokolar-Bewegung, die Schönstatt-Bewegung, Pfadfinder, die Gemeinschaft Sant'Egidio oder das Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken. Organisiert hatte das Treffen der Päpstliche Rat für die Neuevangelisierung.

In seiner Ansprache rief Papst Franziskus die Kirche und die Gläubigen auf, eine „Kultur der Begegnung“ zu entwickeln und einer „Kultur der Trennung, der Fragmentierung und des Konflikts“ entgegenzutreten.

„Wir erleben grade nicht nur eine Wirtschaftskrise und wir erleben keine Kulturkrise. Es ist vielmehr eine Krise des Menschen: Der Mensch ist in der Krise! Was zerstört werden kann, ist der Mensch! Aber der Mensch ist das Abbild Gottes. Deshalb ist es eine tief greifende Krise. In diesem Moment der Krise dürfen wir uns nicht nur um uns selbst kümmern und uns in Einsamkeit verschließen, in Gefühle von Angst und Ohnmacht gegenüber den Problemen.“

Kirche und Christen dürften sich auch nicht in ihren Gemeinden, in ihren Bewegungen oder im Freundeskreis verschließen. Eine verschlossene Kirche sei eine kranke Kirche. Vielmehr gehe es darum, das Evangelium konsequent zu leben und zu bezeugen, so Franziskus.

„Wenn es den Banken heute schlecht geht oder die Kurse ein bisschen abstürzen, dann schreien alle: ‚Oh, was für eine Tragödie, was sollen wir jetzt tun?’. Wenn aber Menschen und Kinder hungern oder krank sind – dann passiert nichts. Das ist die Krise, die wir heute haben! Und eine ‚arme Kirche für die Armen’, die tritt einer solchen Mentalität entgegen.“

Zugleich betonte der Papst, dass die Kirche keine politische Gruppierung sei und auch keine Nichtregierungsorganisation. Sie sei zudem auch nicht nur auf Effizienz ausgerichtet. Im Vordergrund jeder Neuevangelisierung müsse die Person Jesu und die Begegnung mit ihm stehen. Der Gläubige müsse sich von Christus führen lassen und dann die christliche Botschaft glaubwürdig weitervermitteln. Immer wieder brachte Franziskus die Menge während seiner Ansprache auch zum Lachen, etwa als er die Pilger „brüderlich rügte“, weil sie ständig „Francesco“ schrien: „ Ruft doch nicht ständig Francesco, ruft ‚Jesus, Jesus der Herr ist mitten unter uns!’“, forderte er die Gläubigen auf.

Verkündigt den Glauben mit Mut und Geduld
Bei der Beantwortung der vier Fragen rief Franziskus ebenfalls dazu auf, den christlichen Glauben mit Mut und Geduld zu verkündigen.

„Heute gibt es mehr Märtyrer als in den ersten christlichen Jahrhunderten, Brüder und Schwestern von uns. Sie leiden, sie leben den Glauben bis zum Martyrium. Aber das Martyrium ist nie ein Scheitern, sondern die höchste Weise des christlichen Zeugnisses. Wir alle gehen einen Weg des Martyriums, vieler kleiner Martyrien: Auf dieses verzichten, jenes tun.“

Einige bezeugten ihren Glauben sogar mit dem eigenen Tod, wie zum Beispiel in Pakistan. Der Papst räumte ein, dass Religion mitunter für politische und soziale Belange missbraucht werde:

„Man muss klar stellen, dass sehr viele Konflikte keinen religiösen Ursprung haben. Oft gibt es andere, soziale oder politische Gründe. Die Religion wird dann missbraucht, und wie Benzin aufs Feuer gegossen. Ein Christ muss aber immer auf das Böse mit dem Guten Antworten – auch wenn das oft schwierig ist.“

Mit Nachdruck rief der Papst zum Gebet für die verfolgten und leidenden Christen auf: Es sei ein Muss, die Religionsfreiheit für alle Religionen zu verteidigen.

Bereits am Samstagvormittag waren die Teilnehmer - darunter viele Jugendliche und junge Erwachsene - zum Petersdom gepilgert. Am Nachmittag gab es auf dem Petersplatz ein buntes Programm mit religiösen Gesängen, Gebeten und vielen „Glaubenszeugnissen“. Vor Beginn des Wortgottesdienstes fuhr Franziskus unter dem Applaus der Anwesenden eine halbe Stunde lang im offenen Jeep durch die Menschenmenge.

(rv/kna/ansa 19.05.2013 sta)


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