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Home >  Ökumene  > Artikel von 2013-06-18 14:38:41
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Österreich: Reaktionen auf Reformationsdokument



Als einen „wichtigen Anstoß im bilateralen Gespräch“ begrüßt der lutherische Bischof Michael Bünker aus Wien das Dokument „Vom Konflikt zur Gemeinschaft“. Der gemeinsame Text von katholischer Kirche und Lutherischem Weltbund zur Reformationsgeschichte und zum bevorstehenden Reformationsgedenken wurde am Montag in Genf vorgestellt. Das Dokument zeige die Fortschritte im lutherisch-katholischen Gespräch, sagte der Bischof, der auch Generalsekretär der Gemeinschaft der Evangelischen Kirchen in Europa (GEKE) ist. Zugleich werde darin auch deutlich, dass die Reformationsfeiern 2017 „nicht wie bisher konfessionalistisch abgrenzend“ gestaltet sein werden. Der Text betone nämlich vor allem das gemeinsame Gedenken. Allerdings kämen andere Reformatoren als Martin Luther „gar nicht oder bloß am Rande“ vor. Zudem vermisse der Bischof in dem Dokument „die wirklich heißen Eisen“, die im katholisch-evangelischen Gespräch „zu wenig angepackt worden sind“ - wie etwa das Verständnis von Kirche, Einheit oder des Papstamtes.

Nicht sehr positiv urteilt der evangelische Wiener Theologe Ulrich Körtner über das neue lutherisch-katholische Dokument. Es stelle eine „weichgespülte Lesart reformatorischer Theologie“ dar und vermittle den „Eindruck eines Luthertums, das an sich selbst irrezuwerden und die Orientierung hinsichtlich seiner geschichtlichen Sendung zu verlieren droht“, so Körtner. Das Reformationsjubiläum 2017 sei „zu wichtig, als dass man es dem Lutherischen Weltbund überlassen dürfe“, wolle er den anderen protestantischen Kirchen zurufen, betonte er. Kritik äußerte der Vorstand des Instituts für Systematische Theologie und Religionswissenschaft an der Universität Wien unter anderem über die „einseitige“ Sichtweise auf die Reformation, die von Klage über Spaltung und Bekenntnis von Sünden gegen die Einheit der Kirche geprägt sei. Körtner wörtlich: „Dass die Reformation ein religiöser Aufbruch war, für den man bis heute nur dankbar sein kann, sucht man in dem Bericht vergebens.“

(kap 18.06.2013 sk)


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