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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-06-18 12:58:21
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Papstpredigt: Feindesliebe ist Gebot Jesu



RealAudioMP3 Die Feinde zu lieben ist nicht leicht – aber genau das verlangt Jesus von uns. Das sagte Papst Franziskus an diesem Dienstag bei seiner Frühmesse im Vatikan. Wie man jemanden lieben könne, der zum Beispiel „ein Bombardement anordnet, bei dem viele Menschen sterben“? Oder jemanden, „der aus Geldgier dafür sorgt, dass alte Leute keine Medizin bekommen“? Das seien schwierige Fragen. Aber zuerst einmal gelte es, die eigene Blickrichtung zu ändern:

„Auch wir werden oft zu Feinden von jemand anderem! Und dabei sagt uns Jesus doch, wir sollten die Feinde lieben... Auch wir denken insgeheim, dass Jesus da zu viel verlangt! Als wäre das nur etwas für Klausurschwestern oder ein paar heilige Seelen, aber nichts, was im täglichen Leben brauchbar wäre. Und doch muss das genau so laufen! Jesus sagt: Doch, genau das sollen wir tun! Sonst seid ihr wie die Zöllner, wie die Heiden, sonst seid ihr keine Christen!“

Wie das konkret gehe mit der Feindesliebe, dazu sage uns Jesus zweierlei: erst einmal auf den Vater sehen, „der es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte“. Gott liebe nun einmal alle. Und zweitens fordere Jesus uns dazu auf, „vollkommen zu sein“ wie der Vater und die vollkommene Liebe des Vaters soweit wie möglich nachzuahmen.

„Beten! Das ist es, was uns Jesus empfiehlt. Betet für die, die euch verfolgen, betet! Das heißt auch, zu Gott zu sagen: Ändere bitte sein Herz. Er hat ein Herz aus Stein, nimm es aus seiner Brust und gib ihm ein Herz aus Fleisch. Ich will jetzt hier nur diese Frage stellen, die ich jedem von euch zum Beantworten im eigenen Herzen anheimstelle: Bete ich für meine Feinde? Bete ich für die, die mir Übles wollen? Wenn die Antwort Ja ist, dann sage ich: weiter so, bete noch mehr, das ist der richtige Weg. Wenn die Antwort Nein ist, dann sagt der Herr: Armer Kerl, auch du bist doch ein Feind von jemand anderem!“

Die Feindesliebe mache uns zwar arm, so Papst Franziskus – aber das sei dieselbe Armut, die auch Jesus unter uns gelebt habe. Feindesliebe sei vielleicht durchaus kein gutes Geschäft, aber sie sei die Straße, die auch Jesus gegangen sei.

(rv 18.06.2013 sk)


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