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Home >  Gerechtigkeit und Friede  > Artikel von 2013-06-23 09:15:32
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Nuntius Zenari: „Waffenlieferungen nach Syrien verschlimmern die Situation“



RealAudioMP3 Waffenlieferungen verschlimmern die Lage in Syrien. Das hat der Apostolische Nuntius in Damaskus in dieser Woche im Interview mit Radio Vatikan betont. Rebellen in Syrien gaben am Freitag derweil bekannt, neue moderne Waffen erhalten zu haben, die derzeit an der Front verteilt würden; von wem die Waffen geliefert wurden, gab die aufständische Freie Syrische Armee (FSA) nicht an. Nuntius Zenari sagte zum Thema im Gespräch mit uns:


„Von unserem christlichen Standpunkt aus würde ich sagen, dass Waffenlieferungen genau das Gegenteil dessen sind, was wir uns wünschen und was vielmehr wäre, eine gegenseitige Entwaffnung zu erreichen. Auf diesem Weg kann man sich nicht besonders viel erhoffen, im Gegenteil: Es könnte die Dinge noch komplizierter machen! Wie ich sage, eine Sache ist es, den Krieg zu gewinnen, eine andere Sache, den Frieden zu gewinnen. Das, was man versuchen muss, ist es, den Frieden zu gewinnen und deshalb diesen Konflikt mit guten Kompromissen, mit einer guten politischen Lösung zu beenden. Das ist der einzige Weg, andere Wege, so denke ich, würden nur dazu führen, die Lage zu verkomplizieren!“


Papst Franziskus hatte am vergangenen Donnerstag erneut eindringlich zu Frieden für Syrien und zu Hilfe für die Flüchtlinge aufgerufen. Von der internationalen Gemeinschaft, die über die Syrienfrage trotz der dramatischen Lage keine Einigung zu erzielen scheint, erwartet sich Zenari vor allem eines:


„Leider haben wir eine steile Straße vor uns; und wie man weiß, ist es eine sehr steile Steigung. Das, was wir uns von der internationalen Gemeinschaft erwarten, ist, dass sie ein wenig die Ermunterung, oder auch den Druck, auf die Konfliktparteien erhöht. Denn es sind die armen Menschen, die dafür zahlen, und wir sehen dort vor Ort, dass jeder Tag, der vergeht, die Situation verschlimmert und das arme Volk leidet: es leidet unglaublich an den Konsequenzen dieses mehr als zweijährigen Konfliktes…“


Bis vor wenigen Tagen war Zenari selbst noch in Damaskus, bevor er für die Versammlung der Union der Hilfswerke der Orientalischen Kirchen (ROACO) und das Treffen der Nuntien in den Vatikan reiste. Die Situation sei leider nach wie vor dramatisch. Zenari:


„Ich würde sagen, dass die Situation leider immer noch die gleiche ist, oder vielmehr, sie hat sich verschlimmert. Jedes Mal, wenn ich nach Rom kommen, besuche ich das Grab des heiligen Petrus und ich sehe geradezu sein Gesicht vor mir, wie er mich sehr besorgt und auch ein wenig entsetzt ansieht und mir sagt: ,Lieber Nuntius, was passiert denn dort, wo ich herkomme, wo ich vorbei gekommen bin, in Antiochien, wo ich das Evangelium verkündet habe, wo die Evangelisierung begonnen hat… Im Nahen Osten, was passiert denn da?´ Und es scheint mir, als würde er die Blutspuren sehen, die sich mir leider bei meinen Gängen durch Damaskus an die Schuhe anhaften und die dieselben Schuhe sind, die ich an seinem Grab trage…. Diese Sorge des heiligen Petrus spüre ich…“


Hinsichtlich der Waffenlieferungen an die Rebellen ist die internationale Gemeinschaft uneins. Die Gruppe der Freunde Syriens beschloss in Qatar, den Aufständigen „dringend alles notwendige Material und Ausrüstung“ zu liefern. Deutschland setzt auf die Verstärkung „ziviler Maßnahmen“ und hofft auf den „Einstieg in einen politischen Prozess“, wie Außenminister Guido Westerwelle jetzt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung betonte. Während die USA eine Unterstützung der Rebellen begrüßen, äußerte sich Russland jetzt skeptisch über die jüngsten Waffenlieferungen an die Freie Syrische Armee (FSA).


(rv/reuters/faz 23.06.2013 pr)


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