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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-06-24 12:59:16
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Papstpredigt: Kirche soll keine Ideologien vertreten



RealAudioMP3 Aufgabe der Kirche ist es, nach dem Vorbild des heiligen Johannes die Frohe Botschaft bis zum Martyrium zu verkünden, ohne dabei eigene Ideen zu verfolgen oder gar zu ideologisieren. Das betonte Papst Franziskus bei seiner Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus Casa Santa Marta an diesem Montag, dem Gedenktag Johannes des Täufers. An der Messe nahmen Mitarbeiter des Päpstlichen Kulturrates, der Päpstlichen Archäologiekommission sowie des Philateliebüros teil. Der Gedanke an Johannes, so der Papst, lasse ihn stets an die Kirche denken:

„Die Kirche besteht, um das Wort bis zum Martyrium zu verkünden. Ein Martyrium genau in den Händen der Hochmütigen, der Hochmütigsten auf der Erde. Johannes hätte sich wichtigmachen oder etwas von sich selbst sagen können. Doch er zeigte auf, fühlte sich als Stimme, nicht als Wort. Das ist das Geheimnis von Johannes. Warum ist Johannes heilig und hat nicht gesündigt? Denn er hat sich niemals eine Wahrheit zu Eigen gemacht. Er wollte nicht zum Ideologen werden. Er ist der Mann, der sich selbst verleugnet hat, damit das Wort erstrahle. Und wir, als Kirche, können heute die Gnade erbitten, nicht zu einer ideologisierten Kirche zu werden….“

Einen besonderen Gruß richtete Franziskus an alle Namensvettern des Johannes, der, nicht immer einfach zu verstehen sei. „Wenn wir an Johannes denken, dann ist er ein Prophet, ein Mann, der erst groß war, und dann als armer Kerl endet“, so der Papst wörtlich. Er sei beeindruckt von der Tatsache, dass das Gedenken an Johannes den Täufer gerade in der Jahreszeit stattfinde, in der es am meisten Tageslicht gebe. Denn tatsächlich habe Johannes das Licht gebracht, doch er sei keine eigene Lichtquelle gewesen, sondern, wie der Mond, eine Quelle des reflektierten Lichtes.

„Johannes scheint ein Nichts zu sein. Das ist die Berufung des Johannes, sich selbst zu verleugnen. Und wenn wir über das Leben dieses Mannes nachdenken, der so groß, so mächtig war – alle dachten, er wäre der Messias – wenn wir an dieses Leben denken, wie es sich bis zur Dunkelheit eines Kerkers verleugnet, dann denken wir über ein großes Geheimnis nach. Wir wissen nicht, wie die letzten Tage des Johannes waren. Wir wissen nur, dass er getötet worden ist, sein Kopf auf einem Tablett, als großes Geschenk einer Tänzerin an einen Ehebrecher. Ich denke, dass man nicht tiefer sinken kann, sich noch weiter verleugnen kann. Das war das Ende des Johannes.“

Ähnlich müsse sich die Kirche verleugnen, sie müsse auf das Wort Gottes hören und sich zu seiner Stimme machen. Dies sei die Kirche ohne Ideologien, ohne eigenes Leben, die es zu vertreten gelte:

„Das ist das Modell, das uns Johannes heute bietet, für uns und für die Kirche. Eine Kirche, die immer im Dienst des Wortes stehe. Eine Kirche, die nichts für sich selbst nehme. Beim Gebet heute haben wir um die Gnade der Freude gebeten, wir haben den Herrn gebeten, diese Kirche in ihrem Dienst am Wort zu erleichtern, Stimme dieses Wortes zu sein, dieses Wort zu verkünden. Wir erbitten die Gnade: Die Würde des Johannes, ohne eigene Ideen, ohne ein Evangelium, das wir als Besitz betrachten, sondern nur eine Kirche, die das Wort aufzeigt, und das bis zum Martyrium. So sei es.“

(rv 24.06.2013 cs)


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