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Home >  Kirche  > Artikel von 2013-07-02 14:39:27
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Papstpredigt: Ein Christ muss in seiner Schwäche mutig sein



RealAudioMP3 Der Christ ist dazu aufgerufen, in seiner Schwäche mutig zu sein. Das betonte Papst Franziskus bei seiner Morgenmesse im vatikanischen Gästehaus Santa Marta an diesem Dienstag. Am Gottesdienst nahmen eine Gruppe von Priestern und Mitarbeitern des Gerichts der Apostolischen Pönitentiarie sowie eine Gruppe aus der Päpstlichen Diplomatenakademie teil. Manchmal, so der Papst, müssen wir anerkennen, dass wir schwach sind, und vor der Versuchung fliehen, ohne Sehnsucht nach der Sünde zu haben und ohne zurück zu blicken. Papst Franziskus ging in seiner Predigt von den Lesungen des Tages aus (Gen 19,15-29; Mt 8,23-27), und benannte die vier Haltungen, die in Krisensituationen möglich seien: Langsam handeln, nach rückwärts blicken, Angst haben oder sich an die Gnade des Heiligen Geistes wenden. Die erste Haltung sei dabei die Haltung Lots, der zögere, seine verdammte Stadt zu verlassen und sich auf einen Disput mit dem Engel einlasse.

„Es ist sehr schwer, mit einer Situation der Sünde zu brechen. Das ist schwer! Auch in der Versuchung, es ist schwer! Doch die Stimme Gottes sagt uns dieses Wort: ‚Flieh! Du kannst dort nicht kämpfen, weil das Feuer, der Schwefel dich töten werden. Flieh!’. Die heilige Theresia vom Kinde Jesus lehrte uns, dass einige Male, in einigen Versuchungen die einzige Lösung darin besteht, zu fliehen und sich deswegen nicht zu schämen; anzuerkennen, dass wir schwach sind und dass wir fliehen müssen. Und unser Volk sagt das in seiner einfachen Weisheit ein wenig ironisch: ‚Ein Soldat, der flieht, dient für einen anderen Krieg’. Fliehen, um auf der Straße Jesu voranzugehen.“

Oft habe man jedoch Sehnsucht nach den Sünden, die man hinter sich lasse. Man müsse nur an das Volk Gottes in der Wüste denken, das alles gehabt habe, Dennoch hatte es Sehnsucht nach den „Zwiebeln Ägyptens“ und diese Sehnsucht habe sie vergessen lassen, dass sie die Zwiebeln am Tisch der Sklaverei gegessen hätten, so Franziskus. Deswegen sei es weise, dem Rat des Engels zu folgen, und nicht hinter sich zu blicken, wenn man fliehe. Auch die Neugier sei eine Versuchung:

„Die Neugierde nützt nichts, sie ist schädlich! „Aber wie kann man in dieser sündenhaften Welt handeln? Wie wird denn diese Sünde sein? Ich will sie kennenlernen…´ Nein, lass das! Die Neugierde schadet! Fliehen und nicht zurückblicken! Wir alle sind schwach, alle, und wir müssen uns verteidigen. Die dritte Situation haben wir im Boot: es ist die Angst. Wenn auf dem Meer ein großer Sturm losbricht, wird das Boot von den Wellen überspült: ,Rette uns, Herr, wir sind verloren!´ Sagen sie. Die Angst. Auch das ist eine Versuchung des Dämons. Wir haben Angst, auf der Straße des Herren vorwärts zu gehen.”

Außerdem gebe es die Versuchung der Starre, dort zu bleiben, wo man sich gerade in vermeintlicher Sicherheit befinde. Doch das sei das Ägypten mit seiner Sklaverei, warnte Papst Franziskus. Die Angst sei ein schlechter Ratgeber, das habe Christus oft gesagt. Die vierte Verhaltensweise sei die Anrufung der „Gnade des Heiligen Geistes“, betonte er abschließend. Als Christus das Meer beruhige, seien die Jünger auf dem Boot voller Staunen gewesen. Angesichts der Sünde, der Sehnsucht, und der Angst müssten wir uns immer an den Herren wenden, so der Papst.

„Den Herrn anblicken, den Herrn betrachten. Das erregt in uns Staunen, ein so schönes, einer neuen Begegnung mit dem Herrn. „Herr, ich habe diese Versuchung: ich will in dieser Situation der Sünde verbleiben; Herr, ich bin neugierig und will kennenlernen, wie diese Dinge sind; Herr, ich habe Angst’. Und sie haben auf den Herrn gesehen: ‚Rette uns, Herr, wir sind verloren!’ Und so stellte sich das Staunen über die neue Begegnung mit Christus ein. Wir sind weder naive noch unmotivierte Christen, wir sind tapfer und mutig. Wir sind schwach, aber wir müssen in unserer Schwachheit mutig sein. Und oftmals muss sich unser Mut in einer Flucht ausdrücken, bei der man nicht zurück blickt, um nicht der schlechten Sehnsucht zu verfallen. Keine Angst haben und immer auf den Herrn blicken!”

Wie der Vatikan bekannt gab, wird Papst Franziskus nur noch in dieser Woche seine gewohnten morgendlichen Messen abhalten – in der Sommerpause bis September sind diese ausgesetzt. Anschließend will der Papst die Morgenmessen wieder aufnehmen.

(rv 02.07.2013 cs)


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