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Home >  Caritas und Solidarität  > Artikel von 2013-07-06 13:43:29
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Italien/EU: Asylbewerber müssen auf legale Weise nach Europa kommen können



RealAudioMP3 Am kommenden Montag besucht Papst Franziskus Lampedusa. Die sizilianische Insel sorgt immer wieder im Zusammenhang mit der Flüchtlingsproblematik für Schlagzeilen. Viele, die auf dem Seeweg versuchen, die Insel zu erreichen, kommen nie dort an. Christopher Hein, der Direktor des Italienischen Flüchtlingsrates CIR – einer Nichtregierungsorganisation, die sich seit 1990 für die Rechte von Flüchtlingen stark macht, erklärt im Interview mit Radio Vatikan, dass durch den Papstbesuch auf die ernsten Hintergründe der Problematik aufmerksam gemacht werden könne:

„Ich meine, es ist eine ganz wichtige Geste des Papstes in diesem Augenblick einen Besuch in Lampedusa zu machen; die Asylbewerber, Flüchtlinge und Migranten persönlich zu treffen, und auch in Erinnerung zu rufen, das auf dem Weg von Nordafrika nach Europa viele tausende Menschen auf dem Meer ihr Leben gelassen haben – angesichts der Tatsache, dass es unmöglich ist, auf normale und legale Weise anzukommen. Daher sind die Flüchtlinge gezwungen, auf Boote zu gehen, die absolut nicht seetauglich sind, und die in vielen Fällen leider niemals in Lampedusa ankommen.“

Die aktuelle Situation in den Auffanglagern, für die Flüchtlinge, die es doch heil an Land schaffen, ist laut Hein auch nicht rosig:

„Es ist kein geschlossenes Aufnahmezentrum mehr – das war mal so in Lampedusa, jetzt ist es ein offenes Durchgangszentrum für die Einwanderer und Flüchtlinge, die entweder direkt ankommen, oder in Notrettungsaktionen dann von der italienischen Marine oder der Küstenwache nach Lampedusa gebracht werden. Das Problem ist, dass die Aufnahmekapazität dieses Zentrums sehr beschränkt ist: Es gibt weniger als 400 Bettstellen, manchmal sind dort aber weit mehr als 1000 Menschen. Das Lager ist so klein, weil vor zwei Jahren in diesem Lager ein Feuer ausbrach, oder gelegt wurde und ein Teil dieses Zentrums zerstört wurde und es bisher nur teilweise wieder aufgebaut wurde. Positiv ist, dass das Rausfliegen oder Rausschiffen von Lampedusa oder vom Festland Siziliens zu anderen Aufnahmezentren in Italien jetzt besser funktioniert. Das war immer unser Vorschlag von Seiten des italienischen Flüchtlingsrates, dass die Menschen im Durchschnitt nicht länger als 48 Stunden in diesem Lager sein sollten, weil es gar keine Möglichkeit gibt, dort in Lampedusa auch ein Asylverfahren einzuleiten. Die Weiterleitung an andere Lager funktioniert jetzt besser, als in der Vergangenheit, aber nach wie vor muss man sagen, dass es absolut notwendig wäre, die Aufnahmekapazität zu erhöhen. Noch viel wichtiger wäre es natürlich, Möglichkeiten zu schaffen, das Asylbewerber auch auf eine normale und legale Weise nach Europa und nach Italien kommen können und nicht weiterhin immer dazu gezwungen sind, ihr Leben auf dieser Überfahrt zu riskieren.“

(rv 06.07.2013 sta)


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