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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-07-09 13:00:48
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Privatsekretär von Johannes XXIII.: Er bleibt ein Wohltäter der Menschheit



Dass Papst Johannes Paul II bald heilig gesprochen werden könnte, hat niemanden wirklich überrascht. Dass aber auch das Verfahren des seligen Papstes Johannes XXIII. bald abgeschlossen sein könnte, das war nicht erwartet worden. Um so größer ist die Freude, wie Anne Preckel berichtet. RealAudioMP3

Die Nachricht von der bevorstehenden Heiligsprechung Angelo Roncallis hat nicht nur in seinem Heimatort Sotto il Monte in der italienischen Lombardei große Freude ausgelöst: Nachdem bekannt wurde, dass Papst Franziskus am vergangenen Freitag per Dekret die diesbezügliche Abstimmung der Mitglieder der Heiligsprechungskongregation approbiert hatte, läuteten alle Glocken in dem kleinen Ort, der sich nach seinem bekanntesten Mitbürger benannt hat: Sotto il Monte Giovanni XXIII.. Auch der langjährige Privatsekretär des beliebten Papstes, Loris Francesco Capovilla, zeigte sich über die Entscheidung des Papstes tief gerührt:

„Mein erstes Gefühl war Überraschung. Ich habe das nicht erwartet, so plötzlich und noch im Jahr des Glaubens. Ich dachte sofort: Ich küsse die Hand von Papst Franziskus. Und mit Blick auf den Geist, die Seele und die Großzügigkeit von Papst Johannes antworte ich denen, die mich fragen, was denn von Papst Johannes bleibt, den wir alle bald heiliger Johannes nennen werden: ,Es bleibt alles!´ Ich möchte damit sagen, dass seine Quelle dem Dorf immer weiter Wasser spenden wird, das erfrischende Wasser des Evangeliums. In der ganzen Welt gibt es Männer und Frauen, Kleriker und Laien, die in Papst Johannes einen Wohltäter der Menschheit begrüßen.“

Mittlerweile 98 Jahre alt lebt der ehemalige Privatsekretär nun selbst im Heimatort von Johannes XXIII. Er begleitete ihn bereits seit seiner Zeit als Patriarch von Venedig, unter Johannes´ Nachfolger Paul VI. wurde er zum Bischof von Chieti ernannt. Von Johannes bleibe besonders sein enormer Beitrag zum II. Vatikanum, würdigt er ‚seinen’ Papst.

„Er ist wie ein Kommentar zum fünften Kapitel der Konstitution Lumen Gentium [des Zweiten Vatikanischen Konzils], der universale Aufruf zur Heiligkeit. Wir sind das pilgernde Volk Gottes, aber nicht in Richtung einer nur zeitlichen Verwirklichung: wir sind alle zur Ewigkeit aufgerufen! Dazu, in den Glanz der Göttlichkeit einzutreten: wir sind alle gerufen, geliebt, und gestützt. Papst Franziskus sagt: ,Wir sind alle Empfänger der Barmherzigkeit und der Liebe Gottes, der uns sucht´.

Papst Johannes XXIII., davon zeigt sich Capovilla überzeugt, könne auch die Menschen von heute Demut und Sanftheit lehren. Dies sei jedenfalls die Lehre, die er aus seiner langjährigen Nähe zu dem designierten Heiligen zöge:

Das ist auch das, was mir Kardinal Martini einen Monat vor seinem Tod gesagt hat: ,Monsignor Capovilla, Sie haben noch genügend Energien, nutzen Sie diese, um die Sanftheit, die Demut, die Zärtlichkeit von Papst Johannes zu würdigen und davon erzählen, sowie von seiner Liebe, die er mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil über der ganzen Welt ausschütten wollte.´ Deshalb gehen wir weiter auf den Pfaden des Zweiten Vatikanums: Vergessen wir nicht, dass wir vier Konstitutionen haben. Mit Lumen Gentium sind wir zur Heiligkeit aufgerufen. Mit Dei Verbum entdecken wir die Worte Gottes, bevor wir die Worte der Menschen anhören. Sacrosanctum Concilium: Das Gebet, die Heilige Schrift. Gaudium et Spes: der müden, verletzten, erniedrigten und gebeutelten Welt bieten wir Freude und Hoffnung – trotz aller Plagen der gesamten Menschheit: denn wir sind Kinder Gottes, erlöst durch das wertvolle Blut Christi; und unsere Hoffnung ist nicht die Hoffnung der hiesigen Güter, sondern die Hoffnung auf ewige Freude mit Christus und all unseren Lieben.“

(rv 10.07.2013 cs)


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