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Home >  Gerechtigkeit und Friede  > Artikel von 2013-07-10 13:37:28
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Zentralafrika: Erzbischof von Bangui spricht von „dramatischer Lage“



RealAudioMP3 Dramatische Lage in der Zentralafrikanische Republik – vor allem Kinder und Frauen leiden unter der Gewalt und Unsicherheit in dem Land, berichtet der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, im Interview mit Radio Vatikan. Er hat zusammen mit neun humanitären Organisationen in der Zentralafrikanischen Republik einen Hilfsappell gestartet, in dem von einem „echten humanitären Notfall“ die Rede ist.

„Die Rebellen haben bei uns die Macht übernommen. Deshalb hat sich die Sicherheitslage enorm verschlechtert. Viele Männer und Frauen sind geflüchtet und haben Angst, wieder in ihre Häuser zurückzukehren. Wer nicht weggehen konnte, lebt unter großen Gefahren. Und zwar nicht nur wegen der Waffengewalt. Es ist nämlich auch Regenzeit und das bedeutet auch Malaria. Es fehlt jedoch jegliche medizinische Versorgung!“

Mehr als 60.000 Kinder und ihre Familien leiden laut Angaben des Erzbischofs unter schwerer Lebensmittelknappheit. Etwa eine Million Kinder gingen nicht zur Schule, so Nzapalainga.

„Es gibt so viele Jugendliche, die Waffen tragen und auf die Straße gehen. Sie blockieren jegliche humanitäre Korridore. Das ist ein Teufelskreis. Die Jugend, die die Zukunft des Landes ist, blockiert jene, die dem Land eine Zukunft geben wollen. Mitarbeiter von humanitären Organisationen haben Angst, hierher zu kommen.“

Junge Mädchen seien in „großer Zahl Missbräuchen ausgesetzt, insbesondere sexueller Gewalt und Verheiratung im Kindesalter“, so Erzbischof Nzapalainga. Nzapalainga zeigt sich besorgt, dass das Drama in Zentralafrika auf die Nachbarstaaten übergreifen könnte:

„Unser Land ist zerstritten. Es fehlt eine klare Ordnungsmacht. Wir haben hier zu viele Fraktionen und Gruppen. Es besteht auch das Risiko, dass von hier aus Jugendliche in unsere Nachbarländer gehen, um dort die jeweiligen Länder zu destabilisieren. Das könnte also Länder wie den Tschad, Kamerun, Kongo Brazzaville, die Demokratische Republik Kongo, Südsudan und Sudan betreffen.“

Präsident François Bozizé war durch einen Putsch im März diesen Jahres entmachtet worden. Danach hatte Michel Djotodia, der Anführer der islamischen Rebellen-Allianz Seleka, die Macht übernommen. Rund 50 Prozent der Bevölkerung in der zentralafrikanischen Republik sind Christen. Der Vatikan beobachtet die Lage im Land aufmerksam. Kardinal Fernando Filoni erkundigte sich am Dienstag noch beim Erzbischof Nzapalainga über die aktuelle Lage.

(rv 10.07.2013 pr/mg)


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