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Home >  Gerechtigkeit und Friede  > Artikel von 2013-07-17 12:00:07
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Indien: Prozessbeginn gegen Vergewaltiger



RealAudioMP3 In Indien beginnt an diesem Mittwoch der Prozess gegen sechs mutmaßliche Vergewaltiger. Den Männern wird vorgeworfen, im Dezember vergangenen Jahres eine Studentin vergewaltigt und gefoltert zu haben, anschließend hätten sie versucht, sie zu überfahren. Die junge Frau erlag Tage später ihren Verletzungen. Peter Seidel ist Indienreferent von Caritas International. Er betont gegenüber dem Domradio, dass die Tat und jetzt der Prozess deutlich gemacht hätten, dass Vergewaltigung immer noch ein Tabu in Indien sei.

„Ich denke, dass insgesamt die sexuelle Gewalt in Indien nicht größer und nicht kleiner sein wird als im Rest der Welt, es wurde aber bisher nicht offen thematisiert. Die derzeitigen massiven Proteste bringen das Thema zum ersten Mal massiv in die Öffentlichkeit.“

So müsse sich die Gesellschaft nun ganz grundsätzlich mit den Rechten der Frau auseinandersetzen, die aus kulturellen und religiösen Gründen sehr beeinträchtigt seien, so Seidel. So sei es zum Beispiel für eine Witwe geradezu unmöglich, eine Wohnung zu mieten, weil dies Pech bringe. Viele Inder glaubten, „so etwas mache man nicht.“ Leider seien aber auch die Reaktionen auf das Problem nicht immer hilfreich.

„Die Diskussion läuft leider in zwei sehr extreme Richtungen. Zum einen wird jetzt massiv die Todesstrafe gefordert, was sicherlich nicht die Lösung des Problems der sexuellen Gewalt ist. Auf der anderen Seite versucht die Regierung, das Problem herunterzuspielen und zu sagen, dass es die erforderlichen Rechte gebe und auch die Polizei funktioniere. Zwischen Herunterspielen und dem Extrem der Todesstrafe gibt es eine breite Diskussion, die leider nicht immer zielführend ist.“

Veränderungen in der Einstellung der Menschen würden eher an anderer Stelle sichtbar.

„Die Tatsache, dass so ein Thema tausende von Menschen über Wochen hinweg zum Protestieren auf die Straßen treibt, macht deutlich, wie wichtig den Menschen dieses Thema geworden ist.“
(domradio 17.07.2013 ord)


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