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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-07-21 12:48:13
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Angelusansprache im Volltext



Hier lesen sie die Angelus-Ansprache des Papstes im Volltext in einer Arbeitsübersetzung:

Auch an diesem Sonntag geht es weiter mit der Lektüre des 10. Kapitels des Evangelisten Lukas. Die Textstelle heute handelt von Marta und Maria. Wer sind diese beiden Frauen? Marta und Maria, Schwestern des Lazarus, sind Verwandte und treue Gefolgsleute des Herrn, die in Bethanien wohnten. Der heilige Lukas beschrieb sie mit den folgenden Worten: Maria, zu seinen Füßen, „hörte seinen Worten zu“, während Marta ganz davon in Anspruch genommen war, für ihn zu sorgen. Beide bieten dem Herrn bei seiner Durchreise Aufnahme, aber sie tun dies auf verschiedene Weise. Maria begibt sich zu Füßen des Herrn und hört ihm zu, während Marta sich von den Dingen, die vorzubereiten sind, in Anspruch nehmen lässt. Sie ist so beschäftigt, dass sie sich an Jesus wendet mit den Worten: „Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt? Sag ihr doch, sie soll mir helfen!“ Und Jesus antwortet ihr, indem er sie zärtlich zurechtweist: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig“

Was will Jesus sagen? Was ist diese einzige Sache, derer wir bedürfen? Zunächst einmal ist es wichtig, zu verstehen, dass es sich hier nicht um die Gegenüberstellung zweier Verhaltensweisen handelt: Das Hören auf das Wort Gottes, die Kontemplation, und der konkrete Dienst am Nächsten. Das sind keine zwei sich gegenüber stehenden Verhaltensweisen, sondern im Gegenteil, das sind zwei Aspekte, die beide fundamental für unser christliches Leben sind; diese dürfen nie voneinander getrennt werden, sondern sie müssen in Einheit und Harmonie gelebt werden. Doch warum erhält Marta die Zurechtweisung Jesu, wenn sie auch mit Sanftheit geschieht? Weil sie nur das, was sie gerade tat, für wichtig erachtete, sie war also zu sehr erfüllt und besorgt um die Dinge, die „zu tun“ waren. In einem Christen sind die Werke des Dienstes und der Nächstenliebe niemals voneinander getrennt von der Hauptquelle all unserer Taten: Dem Hören auf das Wort Gottes, dem zu seinen Füßen liegen, wie es Maria tut, im Verhalten eines Schülers. Und dafür wird Marta zurechtgewiesen.

Auch in unserem christlichen Leben, liebe Brüder und Schwestern, Gebet und Tat sind stets aufs Innigste miteinander vereint. Ein Gebet, das nicht zu einer konkreten Tat dem armen, dem kranken, dem hilfsbedürftigen und dem sich in Schwierigkeiten befindenden Bruder gegenüber führt, ist ein steriles und unvollständiges Gebet. Doch gleichermaßen, wenn man im kirchlichen Dienst seine Aufmerksamkeit nur auf das „Tun“ richtet, wenn man den Dingen, den Zelebrationen, den Strukturen mehr Gewicht verleiht, dabei aber die Zentralität Christi vergisst und sich nicht die Zeit zu einem Dialog mit ihm im Gebet nimmt, dann riskiert man, sich selbst zu dienen und nicht dem Gott, der im hilfsbedürftigen Bruder wohnt.

Der heilige Benedikt fasste den Lebensstil, den er seinen Mönchen zuwies, in zwei Worten zusammen: Ora et labora, bete und arbeite. Aus der Kontemplation, aus einem starken Band der Freundschaft mit unserem Herrn wird in uns die Fähigkeit geboren, zu leben, und die Liebe Gottes, seine Barmherzigkeit, seine Zärtlichkeit zu den anderen zu tragen. Und auch unsere Arbeit mit dem hilfsbedürftigen Bruder, unser Dienst der Nächstenliebe in den Werken der Barmherzigkeit bringt uns zum Herrn, denn wir blicken auf den Herrn, wenn wir den hilfsbedürftigen Bruder, die hilfsbedürftige Schwester sehen.

Bitten wir die Jungfrau Maria, die Mutter des Zuhörens und des Dienstes, dass sie uns lehre, in unseren Herzen über das Wort ihres Sohnes nachzusinnen, mit Treue zu beten, um im Konkreten stets noch aufmerksamer für die Bedürfnisse unserer Brüder zu sein.

Nach dem Angelus
Ich grüße mit Zuneigung alle hier anwesenden Pilger: Familien, Pfarreien, Vereinigungen, Bewegungen und Gruppen. Ich grüße insbesondere die Gläubigen aus Florenz, Foggia und Villa Castelli, und die Messdiener aus Conselve mit ihren Angehörigen. Ich sehe da unten geschrieben: „Gute Reise!“ Danke! Danke! Ich bitte euch darum, mich spirituell auf meiner ersten Apostolischen Reise zu begleiten, die ich morgen beginnen werde. Wie ihr wisst, mache ich mich auf nach Rio de Janeiro in Brasilien, um am 28. Weltjugendtag teilzunehmen. Es werden viele junge Menschen dort unten sein, aus allen Teilen der Welt. Und ich denke, dass man das die Woche der Jugend nennen könnte: eben die Woche der Jugend! Die Hauptpersonen in dieser Woche werden die jungen Leute sein. Alle diejenigen, die nach Rio kommen, wollen die Stimme Jesu vernehmen, seinen Worten lauschen: „Herr, was soll ich aus meinem Leben machen? Welches ist der Weg für mich?“ Auch ihr – ich weiß nicht, ob heute junge Leute auf diesem Platz sind: sind junge Leute da? Achja: auch ihr jungen Leute auf diesem Platz, richtet dieselbe Frage an den Herrn: „Jesus Christus, was soll ich aus meinem Leben machen? Was ist mein Weg?“ Vertrauen wir der Fürsprache der Heiligen Jungfrau Maria, die in Brasilien so sehr verehrt wird, diese Fragen an: diejenigen, die die jungen Leute dort stellen werden, und diejenigen, die ihr selbst heute stellt. Auf dass Maria uns bei dieser neuen Etappe der Pilgerreise helfen möge, diese neue Etappe der großen jugendlichen Pilgerreise um die Welt. Allen wünsche ich einen schönen Sonntag! Guten Appetit. Auf Wiedersehen!

(rv 21.07.2013 cs)


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