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Home >  Apostolische Reisen  > Artikel von 2013-07-27 01:20:03
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Kreuzweg mit Papst Franziskus: „Die Gewissheit der unerschütterlichen Liebe“



RealAudioMP3 Es war bunt und es war musikalisch: Papst Franziskus hat an diesem Freitagabend (Ortszeit) am Strand von Copacabana den Kreuzweg des Weltjugendtages gefeiert. Szenisch expressiv wurden die vierzehn Stationen dargestellt, musikalisch untermalt mit psychedelischen, klassischen und modernen Klängen. Das Weltjugendtagskreuz zog von Station zu Station weiter, während Meditationen und Bibeltexte vorgetragen wurden.

Der Kreuzweg ist einer der festen Bestandteile der Weltjugendtage, steht doch hier das eine schlichte Holzkreuz im Mittelpunkt, das von Johannes Paul II. gestiftet und 1984 der Jugend der Welt geschenkt wurde.

„Seitdem ist das Kreuz durch alle Kontinente gezogen und hat die verschiedensten Welten menschlichen Daseins durchquert, wobei es von den Lebenssituationen der vielen Jugendlichen, die es gesehen und getragen haben, gleichsam durchtränkt wurde. Niemand kann das Kreuz Jesu berühren, ohne etwas von sich selbst darauf zurückzulassen und ohne etwas vom Kreuz Jesu in das eigene Leben hineinzutragen.“

Jesus durchwandere auch heute noch die Straßen unserer Welt, so Papst Franziskus. Er nehme alle unsere Lasten auf sich, es entstehe so aber auch eine ganz besondere Nähe zu den Menschen:

„Durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit dem Schweigen der Opfer von Gewalt, die nicht mehr schreien können, vor allem mit den Unschuldigen und den Wehrlosen; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit den Familien in Schwierigkeiten, die den Verlust ihrer Kinder beweinen oder daran leiden, dass sie sie in den Fängen künstlicher Paradiese wie der Droge sehen; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit allen Menschen, die Hunger leiden in einer Welt, die täglich tonnenweise Lebensmittel wegwirft; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit allen, die aufgrund ihrer Religion, ihrer Vorstellungen oder einfach wegen ihrer Hautfarbe verfolgt werden; durch das Kreuz verbindet Jesus sich mit den vielen jungen Menschen, die ihr Vertrauen in die politischen Institutionen verloren haben, weil sie Egoismus und Korruption sehen, oder die ihren Glauben an die Kirche und sogar an Gott verloren haben wegen der Unlauterkeit von Christen und von Dienern des Evangeliums.“

Die gesamte Sünde und Schwäche des Menschen nehme Jesus im Kreuz auf sich, so der Papst. Das könne bei uns nicht ohne Eindruck bleiben, es hinterlasse etwas. So heißt es etwa in einem Text der Meditationen: Wenn ich das Schweißtuch betrachte, mit dem ich meinem Nächsten den Schweiß abgewischt hätte, dann könnte ich darin das Gesicht Jesu erblicken.

„Es hinterlässt ein Gut, das niemand uns geben kann: die Gewissheit der unerschütterlichen Liebe Gottes zu uns. Eine so große Liebe, dass sie in unsere Sünde eindringt und sie verzeiht, in unser Leiden eindringt und uns die Kraft schenkt, es zu tragen, sogar in den Tod eindringt, um ihn zu überwinden und uns zu retten.“

Im Kreuz sei die ganze Liebe und unermessliche Barmherzigkeit Gottes, so der Papst weiter: „Es gibt kein Kreuz in unserem Leben – sei es klein oder groß –, das der Herr nicht mit uns teilt.“ Doch das Kreuz Christi lade uns auch ein, uns von der Liebe anstecken zu lassen und selber barmherzig zu sein.

„Viele Gesichter haben Jesus auf seinem Weg zum Kalvarienberg begleitet: Pilatus, Simon von Zyrene, Maria, die Frauen. Welcher willst du sein?… Auch wir können vor den anderen wie Pilatus sein, der nicht den Mut hat, gegen den Strom zu schwimmen, um das Leben Jesu zu retten, und der sich die Hände in Unschuld wäscht. Mit all der Kraft der Jugend, welche Antwort willst du geben?
Liebe Freunde, das Kreuz Christi lehrt uns, wie Simon von Zyrene zu sein, der Jesus hilft, den schweren Balken zu tragen, wie Maria und die anderen Frauen, die keine Angst haben, Jesus bis zum Ende zu begleiten, mit Liebe und mit Zärtlichkeit. Und du, wie bist du? Wie Pilatus, wie Simon von Zyrene, wie Maria?"


(rv 27.07.2013 ord)


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