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Home >  Apostolische Reisen  > Artikel von 2013-07-27 16:48:17
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Papst: „Brüderlichkeit unter Menschen ist keine Utopie“



RealAudioMP3 Bei der Begegnung mit brasilianischen Politikern und Vertretern aus Kultur und Wissenschaft hat der Papst sie an ihre Verantwortung erinnert. Franziskus traf sie am Samstagmittag im Stadttheater von Rio de Janeiro. Vor ihm sprachen der Erzbischof von Rio, Orani Joao Tempesta, sowie Walmyr Júnior, ein knapp 30-jähriger ehemaliger Drogenabhängiger, der durch die Hilfe der katholischen Kirche von der Sucht los kam und mittlerweile erfolgreich ein Geschichtsstudium abgeschlossen hat. In seiner Ansprache sagte der Papst:

„Wer in einer Nation eine verantwortungsvolle Rolle innehat, ist berufen, die Zukunft anzupacken „mit dem ruhigen Blick eines, der die Wahrheit zu sehen weiß“, wie der brasilianische Denker Alceu Amoroso Lima sagte („Nosso tempo“ in: „A vida sobrenatural e o mundo moderno“, Rio de Janiero, 1956, 106). Ich möchte nun drei Punkte dieses ruhigen, sachlichen und weisen Blickes bedenken: erstens, die Originalität einer kulturellen Tradition; zweitens, die solidarische Verantwortung, die Zukunft aufzubauen und drittens, der konstruktive Dialog, um die Gegenwart zu bewältigen.“

Die Kirche fördere eine ganzheitliche Humanisierung und die Kultur der Begegnung und der Beziehung, so der Papst weiter: Hier überschneiden sich Glaube und Vernunft, die religiöse Dimension mit den verschiedenen Aspekten der menschlichen Kultur – Kunst, Wissenschaft, Arbeit, Literatur …

„Ein zweites Element, das ich ansprechen möchte, ist die soziale Verantwortung. Diese erfordert eine gewisse Art eines kulturellen und folglich politischen Vorbilds. Wir sind verantwortlich für die Bildung neuer Generationen, die tüchtig sind in Wirtschaft und Politik und in ethischen Werten feststehen. Die Zukunft verlangt von uns eine humanistische Sicht der Wirtschaft und eine Politik, die immer mehr und immer besser die Beteiligung der Bevölkerung verwirklicht, Formen des Elitebewusstweins vermeidet und die Armut ausmerzt.“

Dass es niemandem am Nötigsten fehle und allen Würde, Brüderlichkeit und Solidarität gewährleistet wird – das sei der zu beschreitende Weg, so der Papst. Wer eine Führungsrolle innehabe, müsse ganz konkrete Ziele haben und nach den spezifischen Mitteln suchen, um diese zu erreichen.

„Die Führungsspitze ist in der Lage, die beste der Optionen zu wählen, nachdem sie sie alle aus der eigenen Verantwortung heraus und im Interesse des Gemeinwohls erwogen hat. Das ist die Art, um zur Mitte der Übel einer Gesellschaft vorzudringen und diese auch mit der Kühnheit mutiger und freier Handlungen zu überwinden. In unserer – wenn auch stets begrenzten – Verantwortung ist es wichtig, die ganze Wirklichkeit zu verstehen, indem man beobachtet, abwägt und beurteilt, um in der vorliegenden Situation Entscheidungen zu treffen, dabei aber den Blick auf die Zukunft hin weitet und über die Folgen der Entscheidungen nachdenkt.“

Zwischen der egoistischen Gleichgültigkeit und dem gewaltsamen Protest gebe es eine Option, die immer möglich sei, nämlich der Dialog zwischen den Generationen und der Dialog mit dem Volk. Ein Land wachse, wenn seine verschiedenen kulturellen Reichtümer konstruktiv im Dialog miteinander stünden.

„Exzellenzen, meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. Nehmen Sie diese Worte auf als Ausdruck meiner Sorge als Hirte der Kirche und der Liebe, die ich für das brasilianische Volk hege. Die Brüderlichkeit unter den Menschen und die Zusammenarbeit, um eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen, sind keine Utopie, sondern das Ergebnis eines gemeinsamen Bemühens aller zugunsten des Gemeinwohls. Ich ermutige Sie in Ihrem Einsatz für das Gemeinwohl, das von Seiten aller Weisheit, Klugheit und Großherzigkeit erfordert. Ich vertraue Sie dem Vater im Himmel an und bitte ihn unter Anrufung der Fürsprache Unserer Lieben Frau von Aparecida, alle Anwesenden sowie ihre Familien und Gemeinschaften im persönlichen Umfeld wie am Arbeitsplatz mit seinen Gaben zu erfüllen.“

(rv 27.07.2013 mg)


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