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Home >  Ökumene  > Artikel von 2013-08-18 09:09:06
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Russland/Weißrussland/Ukraine: Feiern zur Taufe der Rus stärken auch die Ökumene



RealAudioMP3 An diesem Sonntag feiert die mit Rom unierte griechisch-katholische Kirche der Ukraine in Kiew das 1.025 Jahr-Jubiläum der „Taufe der Rus“. Bei den am Samstag begonnenen Feierlichkeiten wird auch die neu erbaute unierte Kathedrale in der ukrainischen Hauptstadt geweiht. Als Vertreter von Papst Franziskus ist der litauische Kardinal Audrys Juozas Backis in Kiew anwesend. Die so genannte „Taufe der Rus“ gilt als Beginn des Christentums im heutigen Russland, in Weißrussland und in der Ukraine. Im Gespräch mit Radio Vatikan erklärt Monsignore Nikolaus Wyrwoll vom Ostkirchlichen Institut in Regensburg dazu:

„Das Christentum war auch vor 988 natürlich schon in diesen Gegenden bekannt, es gibt ja sogar eine Tradition, dass der heilige Apostel Andreas selber bis weit in das heutige Russland hinein gegangen ist. Aber es gibt auf jeden Fall die geschichtliche Tatsache, dass von Thessaloniki aus der heilige Kyrill und der heilige Method nach Russland gegangen sind und nach Kiew mit den Gebeinen des heiligen Papstes Klemens von Rom. Dann hat 988 der Fürst in Kiew beschlossen, ganz offiziell das Christentum anzunehmen: Das bezeichnet man mit dem Wort „Taufe der Rus“ – also einen Akt, wo dann ganz viele Vornehme in Kiew getauft wurden. Damit wurde das Christentum dort nicht nur gelebt von vielen Menschen, sondern es war dann auch die offizielle Religion.“

Wichtig in diesem Zusammenhang war bereits die 1.000 Jahrfeier der „Taufe der Rus“ im Jahr 1988, zu der Papst Johannes Paul II ein Apostolisches Schreiben verfasst hatte.

„Man muss sich daran erinnern, dass es mit der 1.000-Jahrfeier begonnen hat und dass diese 1.000-Jahrfeier ein Wunsch der Russen selber war, besonders des Metropolit Nikodim von Leningrad. Aber dann haben wir in Deutschland diesen Gedanken ganz groß nach vorne gebracht, mit einer großen Tagung in der evangelischen Akademie in Tutzing und wir haben im ostkirchlichen Institut in Regensburg ein Buch veröffentlicht und eine Trauung gemacht. Das Interesse in der ganzen Welt für Russland war da sehr groß und das hat dann auch ermöglicht, dass die Russen selber auch in Russland doch ein wenig feiern konnten und sogar groß feiern konnten.“

Dies habe dazu beigetragen, dass sich die atheistische und die antiklerikale Haltung der ideologischen Führung der Sowjetunion allmählich zu einer ökumenischen Sichtweise hin geändert habe, so Wyrwoll. So seien nach 1988 langsam wieder die Kirchen in Russland geöffnet worden; auch die Seelsorge habe dann wieder richtig begonnen. Auch bei den aktuellen Feierlichkeiten sieht der Ostkirchenexperte einen ökumenischen Aspekt:

„Für die Ökumene hat diese Feier insofern eine Bedeutung, dass durch die Mitfeiernden deutlich wird, dass alle dort in Russland begeistert sind und dankbar sind, dass der Glaube sich ausgebreitet hat. Sie danken für die Kraft der Gebete der Heiligen, dass die Kraft des Glaubens auch für das Zusammenleben der Menschen ganz wichtig ist, und sie danken auch für das Überleben des Glaubens. Grade jetzt in diesen Tagen feiern ja nicht nur die Unierten mit, sondern auch die Armenier, die katholischen und die protestantischen Armenier, viele protestantische Kirchen beteiligen sich und natürlich auch die Orthodoxen in der Ukraine – das sind ja auch drei verschiedene Kirchen. Ich denke, das ist schon mal wieder ein wichtiges Zeichen für die Ökumene, dass alle in diesem Glauben unterschiedliche Spiritualitäten verwirklichen.“

So wie an diesem Samstag und Sonntag in Kiew, seien auch in Moskau und in Minsk sehr viele Feierlichkeiten zur Erinnerung an das 1.025 Jahr-Jubiläum der „Taufe der Rus“ begangen worden, berichtet Nikolaus Wyrwoll, Beauftragter für die Ostkirchen und die Ökumene beim Ostkirchlichen Institut Regensburg:

„Es waren fast alle Ortskirchen der Orthodoxie vertreten – also die Kirche von Bulgarien, von Rumänien, von Georgien und so weiter. Der Patriarch von Konstantinopel hat eine große Delegation geschickt, geführt vom orthodoxen Erzbischof von Paris. Ich glaube, dass diese Feiern selber auch noch einmal das Bewusstsein des Volkes gestärkt haben, dass die Religion eben nicht eine Sache für fromme Stunden ist, sondern eine Angelegenheit für das Zusammenleben der Menschen in Friede und Freiheit.“

(rv/kap 18.08.2013 sta)


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