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Home >  Kirche  > Artikel von 2013-08-19 11:59:48
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Norwegen: „Fast 90 Prozent der Katholiken sind Einwanderer oder Flüchtlinge“



RealAudioMP3 Die Zahl der Katholiken nimmt zu – Ein Satz, der heute nur noch selten zu hören ist. Auf das skandinavische Norwegen trifft das aber zu: In weniger als zehn Jahren hat sich die Zahl der Kirchenmitglieder in dem Land fast verdreifacht. Jeder fünfte besucht regelmäßig den Gottesdienst in Kirchen, die zum Teil neu eröffnet werden müssen. Mit vier Prozent der Wohnbevölkerung stellt die katholische Kirche in Norwegen zwar eine kleine Kirche in der Diaspora dar, dennoch wirkt sie aber wahrnehmbar in die Gesellschaft hinein: Viele katholische Schulen, zahlreiche Klöster und vor allem die Integration von Einwanderern kennzeichnen die Kirche in dem Land. Das Kölner Domradio hat mit dem Bischof von Oslo, Bernt Ivar Eidsvig, über die Situation und das Wachstum der katholischen Kirche in Norwegen gesprochen.

„Unsere Katholiken sind zu fast 90 Prozent Einwanderer oder Flüchtlinge, die versuchen, sich in Norwegen zu etablieren. Und natürlich gehören sie nicht zu den Bestverdienern, viele leben von sozialer Unterstützung. In meiner Amtszeit – den vergangenen acht Jahren – sind wir von etwa 42.000 auf 110.000 gewachsen. Auf 110.000 registrierte Katholiken, darüber hinaus haben wir vielleicht noch mal doppelt so viele weitere Katholiken. Katholiken, deren Namen und Adressen wir nicht kennen. Das Problem dabei ist, es ist zu wenig von allem da: zu wenige Priester, zu wenig Geld.“

Die Situation stellt die Hauptamtlichen der Kirche vor große Herausforderungen. In jeder Pfarrei wird ein mehrfaches pastorales Angebot geschaffen, um auch die verschiedenen Herkunftsländer und –kulturen der Einwanderer abzudecken. Die Katholiken, die aus Polen stammen, wünschen sich polnische Messen, erzählt Bischof Eidsvig. Das werde inzwischen in jeder Pfarrei angeboten. Ähnliche Wünsche gelten auch für andere Gruppen. Seine Aufgabe als Bischof sei es dabei vor allem, Raum und Seelsorge für die Einwanderer zu bieten und die nötigen materiellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Der Osloer Bischof ist der Meinung, dass sich die Entwicklung der vergangenen Jahre auch in Zukunft fortsetzen wird.

„Rein statistisch werden wir weiter wachsen, wenn sich das ökonomische Wachstum fortsetzt und Norwegen weiterhin Gastarbeiter aus Ländern wie Polen und Litauen benötigt. Dann werden wir in den kommenden fünf Jahren auch weitere Kirchen eröffnen; auch Kirchen, die wir von der lutherischen Kirche gekauft haben. Bei den Priestern haben wir relativ viel Nachwuchs: zwei bis drei Weihen gibt es pro Jahr in Norwegen. Die pastorale Seite steht also.“

(domradio 17.08.2013 al)


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