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Home >  Caritas und Solidarität  > Artikel von 2013-08-22 16:17:26
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Pakistan: Drei Jahre nach der Flutkatastrophe ist viel erreicht



RealAudioMP3 Im Jahr 2010 hat Pakistan die bisher größte Flutkatastrophe des Landes erlebt. Daniel Apolinarski ist bei Caritas international Referent für das Land. Im Interview mit Nicole Stroth vom Erzbistum Freiburg berichtet er, wie es drei Jahre nach der Flut in Pakistan aussieht:

„Das Land bzw. einige Regionen des Landes haben seit 2010 noch zwei weitere Fluten überlebt, nämlich die von 2011 und 2012. Diese Fluten haben allerdings eher bestimmte Regionen im Süden und Südwesten des Landes getroffen. Ansonsten hat sich das Land sowohl von der 2010er Flut als auch von den darauffolgenden Überschwemmungen weitgehend erholt. Aber es gibt nach wie vor – insbesondere vom letzten Jahr noch tausende von Betroffenen, die zum Teil noch unter Plastikplanen oder sonstigen Behelfsständen am Straßenrand kampieren. Bei ihnen ist nach wie vor keine Hilfe angekommen. Ansonsten ist der Wiederaufbau der 2010er Flut, wie Sie schon zu Recht sagten, der Jahrhundertflut, weitgehend abgeschlossen. Es stand damals ein gutes Fünftel der gesamten Landesfläche unter Wasser.20 Millionen Menschen waren betroffen. Da ist schon noch einiges zu tun, aber ich denke, das Schlimmste von 2010 ist abgearbeitet.“

Häuser, Brücken, Krankenhäuser, Infrastruktur, landwirtschaftlich genutzte Fläche – vieles fiel ja der Flut zum Opfer. Wo fängt man da als Hilfswerk seine Arbeit überhaupt an? Das ist ja ein wahnsinnig unüberschaubares Feld erst einmal…

„Wir haben unmittelbar nach der Flut mit etlichen Partnern vor Ort zusammengearbeitet in so ziemlich allen erdenklichen Bereichen – vom Hausbau bis hin zur Wasserversorgung und der Versorgung mit den unmittelbaren lebensnotwendigen Gütern, wie Nahrungsmittel, Medikamente und so weiter und so fort. Wir sind dann mit nach wie vor noch recht vielen Partnern, sowohl internationalen als auch pakistanischen Partnern, allen voran auch die pakistanische Caritas, wurde der Schwerpunkt so ein bisschen verlagert in Richtung Hausbau bzw. Wiederaufbau von Notbehausungen, aber auch von permanenten und Übergangshäusern, die von den Betroffenen selbst weiter ausgebaut werden können. Ja, so vielleicht mal eine kurze Zahl, wir haben bis dato etwa 84.000 Menschen oder sprich 12 - 13.000 Familien mit Häusern versorgen können und zwar landesweit. Und das ja zum Großteil mit der Caritas Pakistan in verschiedenen Diözesen – etwa in Lahore, Multan oder auch in Quetta und auch mit anderen pakistanischen Partnern.

Sie versuchen ja auch, bei den Projekten die Leute vor Ort immer stark mit einzubeziehen. Inwiefern und wie gelingt Ihnen das? Wie wird diese Hilfe angenommen?

„Um da grad beim Hausbau zu bleiben, das gelingt uns sehr gut. In einer ersten Phase des Hausbau-Projektes mit der pakistanischen Caritas haben wir uns darauf konzentriert, in erster Linie Baumaterial auszugeben oder auch Fenster und Türen und dergleichen und halt eben mit großer Beteiligung der Begünstigten selber halt eben die Maßnahme durchzuführen und eben diese insgesamt 5 – 6.000 Häuser dort in den drei Diözesen zu errichten. Also da sind wir ganz stark auch auf die Eigenbeteiligung der Betroffenen angewiesen. Und das funktioniert eigentlich bisher ausnahmslos sehr gut im ganzen Land“

Sind die Dorfbewohner jetzt dort auch besser gewappnet für künftige Katastrophen?

„Ja, das kann man sagen, weil bei allen Projekten, die wir vor Ort mit unseren Partnern umsetzen, gehört die Katastrophenvorsorge, ja, also ist ein ganz wichtiges Themenfeld. Was sich auch niederschlägt in der Renovierung oder Instandsetzung von Dämmen, von Bewässerungskanälen. Dann hatten wir ein Projekt, was die Entsandung und Entschlammung von Äckern vorangetrieben hat, wo durch die Flut 2010 das ganze Sediment aus den Flüssen auf die Felder gespült wurde, sodass dort gar kein Ackerbau mehr möglich war ein halbes Jahr lang. Und auch das Bewusstsein der Bevölkerung vor Ort, auf erste Anzeichen von Fluten oder Hochwasser zu reagieren. Die Vorbereitung für den Katastrophenfall ist ein wichtiges Thema bei unserer Arbeit.“

Was muss jetzt in der Zukunft noch konkret angegangen werden? Wo will Caritas international weiterhin wirken?

„Wir sind einmal dabei, die Hausbaumaßnahmen im Sindh von den Fluten 2012 noch weiterzuführen, solange bis der Bedarf dort weitgehend abgedeckt ist, was wir in der Koordinierung mit den staatlichen Stellen vor Ort zum Beispiel abstimmen. Und ein weiteres Aufgabenfeld, was für Pakistan sehr, sehr wichtig ist, ist zum Beispiel die Gewinnung oder Verfügbarmachung von sauberem Trinkwasser oder auch einfach von sauberem Brauchwasser, was nicht bakteriell, chemisch oder sonst wie belastet ist. Also das wäre ein weiteres Themengebiet, wo wir verstärkt mit pakistanischen Partnern in Zukunft arbeiten wollen.“

(erzbistum freiburg 22.08.2013 Nicole Stroth)


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