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Home >  Audienzen und Angelus  > Artikel von 2013-08-29 09:55:12
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Papst Franziskus feiert Augustinus: „Friede in der Unruhe“



„Unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir“ – diesen wohl berühmtesten Satz des heiligen Augustinus nahm sich Papst Franziskus am Mittwochabend zum Ausgangspunkt, um über Nächstenliebe nachzudenken. Er feierte gemeinsam mit dem Augustinerorden [Augustiner Eremiten, nicht zu verwechseln mit den Augustiner Chorherren] die Messe zu Ehren des Heiligen. Mit dieser Messe in der Hauptkirche des Ordens Sant‘Agostino, die in der Nähe der Piazza Navona steht, begann gleichzeitig auch das Generalkapitel des Ordens.
Die Unruhe, von der Augustinus spricht, führe zu Gott und zur Liebe, so der Papst. Christen sollten sich von dieser Unruhe antreiben lassen. Franziskus nannte drei verschiedene Weisen, diese wahrzunehmen: Die Unruhe der geistlichen Suche, die Unruhe der Begegnung mit Gott, die Unruhe der Liebe.

„Ich möchte denen etwas sagen, die sich Gott und dem Glauben gegenüber gleichgültig fühlen, die sich von Gott entfernt fühlen oder ihn verlassen haben. Wir mit unseren Distanzen und unserem Aufgeben Gottes, klein vielleicht nur, und doch gibt es in unserem Alltag so viel davon: Schau in die Tiefen deines Herzens, schau in dein Innerstes und frage dich: Hast du ein Herz, das Großes will, oder ein Herz, das von den Dingen ruhig gestellt wurde?“

Die Unruhe habe den heiligen Augustinus zu Gott geführt, so der Papst.

„Aber auch in der Entdeckung der Begegnung mit Gott hat sich Augustinus nicht abgeschlossen, er hat sich nicht beruhigt, sich nicht in sich selbst abgeschlossen, als ob er schon angekommen wäre, sondern er hat den Weg fortgesetzt. Die Unruhe der Suche nach Wahrheit, der Suche nach Gott, wurde ihm zu einer Unruhe, ihn immer mehr kennen zu lernen und aus sich selbst heraus zu gehen und die Nächsten kennen zu lernen. Genau das ist die Unruhe der Liebe.“

Diese Unruhe, betonte Papst Franziskus, wende sich dem Anderen zu. Das gelte auch für die Orden, vielleicht sogar besonders: Diese dürften sich nicht in bequemen Kommunitäten abkapseln. Sie müssten vielmehr offen sein zum ergiebigen geistlichen und pastoralen Einsatz für die Mitmenschen.

„Augustinus ließ sich von Gott beunruhigen und wurde niemals müde, Gott zu verkündigen, seine Botschaft mit Mut weiter zu geben, ohne Furcht und immer mehr zum Bild des Guten Hirten werdend, der seine Schafe kennt, den Geruch seiner Herde aufnimmt und geht, um die verlorenen Schafe zu suchen. Augustinus lebte so, wie es der heilige Paulus an Timotheus schrieb und jedem von uns: ‚Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne, in unermüdlicher und geduldiger Belehrung.’ (2 Tim 4:2) Der Schatz des Augustinus war dieses Verhalten: Immer gen Gott aufbrechen, immer zur Herde gehen, er war ein Mann in Spannung zwischen diesen beiden Aufbrüchen. Er hat die Liebe nicht ‚privatisiert’, er war immer auf dem Weg, immer unruhig. Das ist der Friede der Unruhe.“

Diese Unruhe bedeute eine tiefe Liebe, schloss der Papst, immer das Gute für den Nächsten suchend, der geliebten Person, so intensiv, dass es auch Tränen bringen kann. Die Unruhe der Liebe treibe uns immer zur Begegnung mit dem Nächsten – ohne darauf zu warten, dass jemand anderer den ersten Schritt macht.

(rv 29.08.2013 ord)


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