HomeRadio Vatikan
foto testata   
Andere Sprachen  

Home >  Ökumene  > Artikel von 2013-09-05 14:07:24
A+ A- Drucken



Papst an „Katholikos des Ostens“: „Dialog unterbindet Vorurteile“



RealAudioMP3 Wie wichtig eine Kultur der Begegnung ist, um den Weg der Einigung weiterzugehen, das hat Papst Franziskus an diesem Donnerstag bei seinem Treffen mit dem Oberhaupt der autonomen syro-malankarischen orthodoxen Kirche betont. Franziskus empfing Katholikos Moran Baselios Thomas Paulose II., den geistlichen Führer von 2,5 Millionen Christen in Indien, am Vormittag zur Audienz im Vatikan.

Papst Franziskus betonte im Gespräch die Gemeinsamkeiten beider Glaubensgemeinschaften und ließ noch einmal einige Schritte des mittlerweile dreißigjährigen ökumenischen Dialogs Revue passieren: Der Vatikan und die altorientalische Kirche führen seit 1986 offiziell einen ökumenischen Dialog. 1989 unterzeichneten beide Kirchen ein weitreichendes Dokument zur Christologie.

„Ich bin überzeugt, dass es im ökumenischen Dialog wichtig ist, mit Vertrauen auf das Erreichte zurückzuschauen, die Vorurteile und trennende Elemente zu betrachten, die Teil dieser ,Kultur der Auseinandersetzung’ sind. Wir müssen dabei aber auch der ,Kultur der Begegnung’ Platz lassen, die aus dem gegenseitigen Verständnis lernt und für die Einheit arbeitet. Alleine ist das jedoch nicht möglich: Unsere Schwäche und unsere Mittellosigkeit verlangsamen diesen Weg. Deshalb ist es wichtig, unsere Gebete zu verstärken: Nur der Heilige Geist mit seiner Gnade, mit seinem Licht und seiner Wärme kann unsere Kälte zum Schmelzen bringen und unsere Schritte zu einer immer größeren Brüderlichkeit hin lenken.“

Papst Franziskus lobte die gemeinsame Kommission der syro-malankarischen orthodoxen und der katholischen Kirche, die ihre wertvolle Arbeit fortsetze und bedeutende Schritte auf dem Weg zur Einigung vollbringe. Die orthodoxe Ostkirche ist ein Teil der so genannten Thomaschristen, die sich auf eine historisch nicht nachweisbare Missionierung des heutigen Bundesstaates Kerala durch den Apostel Thomas im ersten Jahrhundert berufen. Zum Ende der Begegnung bat Franziskus im Gebet um weitere Fortschritte auf dem Weg der Ökumene:

„Möge der Heilige Geist uns weiterhin erleuchten und uns auf dem Weg der Vereinigung und der Harmonie führen. Er lasse uns alle Trennungsgründe überwinden und auch die Rivalität, die unsere Vergangenheit gezeichnet hat. Eure Heiligkeit, gehen wir gemeinsam auf diesem Weg und schauen wir mit Vertrauen auf den Tag, an dem wir auch, mit der Hilfe Gottes, vor dem Altar Christi und in seinem Opfer vereint sein werden. Bitten wir jeweils füreinander und rufen wir den Heiligen Petrus und den Heiligen Thomas auf, die uns anvertraute Herde zu beschützen. Diese beiden, die sich gemeinsam für das Evangelium eingesetzt haben, mögen für uns bitten und den Weg unserer Kirchen begleiten.“

Katholikos Moran Baselios Thomas Paulose II. ist bereits seit Mittwoch im Vatikan, um mit dem vatikanischen Einheitsrat ökumenische Gespräche zu führen.

(rv/kna 05.09.2013 sta)



Teile




Über uns Programmschema Kontakt Freunde von RV RV-Freunde: Downloads Links Andere Sprachen Heiliger Stuhl Vatikanstadt Liturgische Feiern des Papstes
All the contents on this site are copyrighted ©. Webmaster / Credits / Rechtliche Hinweise / Werben auf Radio Vatikan