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Home >  Caritas und Solidarität  > Artikel von 2013-10-16 11:16:54
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Welternährungstag 16. Oktober: Hungerbrennpunkte Südasien und Subsahara-Länder



RealAudioMP3 Eine Welt ohne Hunger – Utopie oder ein erreichbares Ziel? Das erste der insgesamt acht globalen Millenniums-Entwicklungsziele will extreme Armut und Hunger bis zum Jahr 2015 beseitigen. Ein Teilziel dabei benennt konkret, dass der Anteil der Menschen, die unter Hunger leiden, um die Hälfte gesenkt werden soll. Eine realistische Aussicht? Auf diese Frage antwortet Annette Funke, Fachreferentin für Ernährung im Kindermissionswerk „Die Sternsinger“:

„Der Anteil der unterernährten Menschen weltweit ist in den letzten 21 Jahren gesunken, so dass das Teilziel der Hungerbekämpfung global fast erreicht werden kann. Weltweit hungern aber weiterhin 870 Millionen Menschen, die meisten von ihnen leben in Entwicklungsländern. Rund zwei Milliarden Menschen gelten als mangelernährt, das heißt, sie sind nicht ausreichend mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt.“

Vor allem Kinder leiden besonders unter den Folgen von Mangel- und Unterernährung, so Funke.

„Untergewichtigkeit von Kindern unter fünf Jahren konnte im gleichen Zeitraum zwar reduziert werden, das reicht voraussichtlich aber nicht aus, um das Ziel der Halbierung zu erreichen. 16 Prozent, also 101 Millionen der Kinder unter fünf Jahren sind untergewichtig; 26 Prozent der Kinder unter fünf Jahren sind aufgrund von chronischer Unterernährung zu klein für ihr Alter. Dies hat langfristige Folgen für die Entwicklung eines Kindes, zum Beispiel die Beeinträchtigung kognitiver Fähigkeiten und schulischer Leistungen… Aktuelle Studien zeigen, dass auch Übergewicht bei Kindern weltweit rasant zunimmt und Ernährungsinterventionen erfordert.“

Die regionalen Unterschiede in punkto Hunger seien groß, so Funke. Während sich die Lage in einigen Region verbessert habe, sei sie in anderen fatal.

„Während Lateinamerika, Ost-, Südost- und Zentralasien große Fortschritte in der Hungerbekämpfung erzielt haben, liegen Südasien und Subsahara-Afrika weit hinter den Zielvorgaben zurück. Konfliktregionen und sogenannte schwache Staaten, wo Staat und Sozialsysteme kaum funktionieren, sind besonders betroffen. Auch innerhalb von Gesellschaften bestehen große Unterschiede zwischen arm und reich, Stadt und Land. Armut geht meist mit einem quantitativen und qualitativen Mangel an Nahrung einher, dieser beeinträchtigt die individuelle Entwicklung und verstärkt wiederum Armut und Hunger. Ein Teufelskreis.“

Unter- und Mangelernährung sei in erster Linie kein Problem der Nahrungsmittelproduktion, hält Funke fest. Hunger sei vielmehr eine Folge von Armut, ungleicher Verteilung, mangelndem Zugang zu Ressourcen wie Wasser und Land, geringer Vielfalt von Nahrungsmitteln, schlechter Hygiene und unzureichender Gesundheitsversorgung:

„Deshalb fordert das Menschenrecht auf Nahrung, diese Rahmenbedingungen zu verbessern und es Menschen so zu ermöglichen, sich selbst zu ernähren. In der UN-Kinderrechtskonvention von 1989 ist das Recht auf angemessene Ernährung fest verankert. Es werden eine adäquate kindliche Ernährung und Fürsorge gefordert. Dazu gehören kindgerechte Ernährungspraktiken, zum Beispiel mehrere Mahlzeiten pro Tag und lebenswichtige Nährstoffe. Das Spektrum umfasst auch geeignete Hygienemaßnahmen und die Behandlung und Prävention von Mangelernährung.“

Der diesjährige Welternährungstag steht unter dem Schwerpunkt „Nachhaltige Ernährung durch naturverträgliche Landwirtschaft“ – laut Funke ist dies „ein guter Ansatz“:

„Um unsere Ernährung langfristig sichern zu können, müssen wir die Natur bewahren, damit sie uns weiterhin ihre Ressourcen zur Verfügung stellt und wir gesunde Nahrungsmittel erzeugen können. Naturverträgliche Landwirtschaft nimmt Rücksicht auf die Ökosysteme, fördert Artenvielfalt, geht sorgsam mit Wasserressourcen um, stärkt natürliche Kreisläufe und erhält die Bodenfruchtbarkeit. Für Kleinbauern ist diese Anbauweise besonders attraktiv. Sie sind auf die Fruchtbarkeit ihres Ackers angewiesen. Durch naturverträgliche Landwirtschaft und Förderung der Artenvielfalt verbessern sie ihre eigene Ernährung kostengünstig und nachhaltig.“

Das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ engagiert sich weltweit in der Bekämpfung von Mangel- und Unterernährung von Kindern. Gemeinsam mit Partnern vor Ort werden Projekte unterstützt, die zur Bewusstseinsbildung in Ernährungsfragen beitragen und damit Mangelernährung vorbeugen. In Kindergärten, Schulen und Einrichtungen für Kinder mit Behinderungen werden Kurse zur Ernährungsbildung angeboten, Schulgärten errichtet und Kochkurse finanziert. Darüber hinaus unterstützt das Kindermissionswerk die Behandlung von unterernährten Kindern in Ernährungszentren.

(die sternsinger/rv 16.10.2013 pr)


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