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Home >  Religion und Dialog  > Artikel von 2013-11-01 10:41:12
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Österreich: Schuld der Kirche beim Schoah-Gedenken nicht ausblenden



RealAudioMP3 Die Erinnerung an Gewalt gegen Christen durch das NS-Regime darf kein Freibrief sein, „die Kirche als Ganze zur Märtyrerin im NS-Staat zu machen und die Verfolgung von Christinnen und Christen in die Nähe der Schoah zu rücken“. Das betonte der Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Markus Himmelbauer. 2013 jähren sich die Novemberpogrome zum 75. Mal. Im Interview mit Kathpress erläuterte Himmelbauer zu den Gedenkveranstaltungen „Mechaye Hametim“, die Ende Oktober begannen:

„,Mechaye Hametim‘ ist hebräisch und bedeutet, ;der die Toten auferweckt‘. Es ist ein Zitat aus dem 18er Gebet, das im Judentum jeden Tag gebetet wird. Es ist also auch ein Bekenntnis, dass die Toten von Gott nicht vergessen sind.“

In der Nacht vom 9. auf 10. November 1938, die noch immer unter dem euphemistischen Nazi-Ausdruck „Reichskristallnacht“ bekannt ist, wurden im gesamten deutschen Machtbereich Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte sowie Wohnungen zerstört und verwüstet. Zahlreiche Juden wurden bei den Pogromen getötet oder verletzt. Allein in Wien wurden insgesamt 42 Synagogen und Bethäuser zerstört. 6.547 Wiener Juden kamen in Haft, knapp unter 4.000 davon wurden in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Daran erinnern in diesen Tagen mehrere Gedenkveranstaltungen in Wien:

„Wir haben Veranstaltungen an Orten, an denen während der NS-Zeit getauften Juden von christlicher Seite geholfen wurde. Das machen wir nicht, um zu zeigen, wie gut wir sind. Es geht uns vielmehr darum, schmerzvoll zu erinnern, dass es zwar diese ausgewählten Gemeinden gab, aber viele andere dieses Leid und dieses Elend nicht gesehen haben und nicht aktiv wurden. Wir machen diese Gedenkveranstaltungen also nicht, um ein Licht auf unsere Kirche zu werfen, sondern um vor diesem Hintergrund unseren Schmerz über das Fehlen einer tatkräftigen Unterstützung für jüdische Menschen damals zu zeigen.“

Das Programm zu „Mechaye Hametim“ wird von einer Gruppe ökumenischer Institutionen getragen, die jeweils um den Gedenktag an das Novemberpogrom 1938 eine Veranstaltungsreihe in Wien organisieren. Im Zentrum steht ein ökumenischer Gottesdienst am Samstag, 9. November um 17 Uhr in der Wiener Ruprechtskirche. Einen Gottesdienst gibt es aber auch schon an diesem Samstag, dem 2. November um 17 Uhr, ebenfalls in der Ruprechtskirche. Er steht unter dem aus Psalm 137 entnommenen Titel „Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem!“. Weitere Informationen dazu im Internet auf www.ruprechtskirche.at.

(kap 01.11.2013 sta)


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