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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-11-14 11:35:35
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„Wundersucht und Neugier entfernen uns von Gott“



RealAudioMP3 Weisheit ist „ein Hauch Gottes und reiner Ausdruck der Herrlichkeit des Allherschers“. Über diese Worte aus dem alttestamentlichen „Buch der Weisheit“ dachte Papst Franziskus an diesem Donnerstag nach. Es gehe Christen darum, „in der Weisheit des Heiligen Geistes“ zu leben, predigte er bei seiner Frühmesse im Vatikan:

„Der Geist Gottes hilft uns, Urteile zu fällen und Entscheidungen nach dem Herzen Gottes zu treffen. Und dieser Geist gibt uns Frieden: Es ist der Geist des Friedens, der Liebe, der Brüderlichkeit. Heiligkeit ist genau das. Und genau dazu forderte Gott einst den Abraham auf: Geh, ich bin bei dir – gehen unter dem Hauch des göttlichen Geistes und dieser Weisheit. Wer so vorangeht, von dem kann man sagen, er bzw. sie ist weise. Denn sie gehen unter dem Hauch der Geduld Gottes.“

Im Evangelium von diesem Donnerstag allerdings herrsche „ein anderer Geist“, fuhr Papst Franziskus fort: Der Lukas-Text erzählt, wie Jesus neugierige Fragen von Pharisäern nach dem Reich Gottes abwehrt. Den „Geist der Neugier“ sieht der Papst da am Werk, ein Geist, der Gottes Weisheit geradezu entgegenstehe.

„Das ist so, wie wenn wir uns der Pläne Gottes bemächtigen wollen, der Zukunft; wenn wir alles wissen, alles in die Hand nehmen wollen. Die Pharisäer fragen Jesus: Wann kommt denn das Reich Gottes? Diese Neugierigen! Sie hätten gern das Datum gewußt. Der Geist der Neugier führt uns vom Geist der Weisheit weg, weil er sich nur auf Details und kleine Nachrichten des Tages richtet. Wie „macht“ man das? Er ist der Geist des „Wie denn?“ Das ist kein guter Geist, sondern der Geist der Zerstreuung, der Entfernung von Gott, der Geist des Geschwätzes.“

„Die Madonna ist keine Postbeamtin“

Neugier treibe uns an, den Herrn hier oder dort spüren zu wollen. Er lasse uns Sätze sagen wie den folgenden: „Ich kenne einen Seher, eine Seherin – der bekommt Briefe von der Madonna, Botschaften von der Madonna.“ Dazu der Papst wörtlich: „Aber seht doch, die Madonna ist eine Mutter, die uns alle liebt, und keine Oberpostbeamtin, die uns täglich Botschaften schickt!“ Solche „Neuigkeiten“ führten uns weg vom Evangelium und vom Heiligen Geist, denn „Jesus sagt doch, dass das Reich Gottes nicht auf eine aufsehenerregende Weise kommt, sondern in der Weisheit“. Nicht im Sturm habe Gott zu Elia gesprochen, sondern „im leichten Säuseln“, so Franziskus.

„Die kleine hl. Theresia vom Kinde Jesus nahm sich selbst immer sehr in acht vor dem Geist der Neugier. Wenn eine andere Schwester ihr eine Geschichte erzählte, dann wollte sie immer das Ende dieser Geschichte wissen – aber sie fühlte, dass das nicht der Geist Gottes war, sondern ein Geist der Zerstreuung, der Neugier. Das Reich Gottes ist mitten unter uns: Suchen wir nicht mit weltlichem Sinn nach interessanten Dingen, nach Neuigkeiten! Lassen wir uns vom Geist vorwärtstragen, mit dieser Weisheit, die im leichten Säuseln liegt. Das ist der Geist des Reiches Gottes, von dem Jesus spricht.“

(rv 14.11.2013 sk)


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