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Home >  Religion und Dialog  > Artikel von 2013-11-29 15:28:05
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Pakistan: Dialog zwischen Christen und Muslimen geht langsam voran



RealAudioMP3 Wie kann der interreligiöse Dialog helfen, die Spannungen zwischen verschiedenen Religionen abzubauen? Wie lassen sich Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Gläubigen finden? Und welche Rolle spielt der Staat bei der Garantie der Religionsfreiheit für alle, in Gesellschaften mit vielen verschiedenen Gläubigen? Um diese Fragen ging es beim Treffen des Päpstlichen Rates für Interreligiösen Dialog in dieser Woche. Teilnehmer aus der ganzen Welt waren dafür in den Vatikan gekommen, unter ihnen auch der neue Erzbischof von Lahore, Sebastian Shaw. Im Gespräch mit Radio Vatikan berichtet er von Fortschritten im Dialog zwischen Christen und Muslimen in Pakistan.

„Die ganze Welt weiß, dass wir in Pakistan Probleme haben, es gibt Höhen und Tiefen. Aber in diesen Höhen und Tiefen, in denen die Minderheit sich oft sehr unsicher fühlt, gelingt es uns, mit den Bemühungen um einen interreligiösen Dialog jetzt eine Plattform zu schaffen, bei der wir uns treffen und miteinander reden können. Das hat sehr schöne und positive Ergebnisse mit sich gebracht.“

Der Erzbischof von Lahore kann diese „schönen und positiven Ergebnisse“ auch mit Beispielen belegen:

„Vor vielen Jahren waren die meisten der Kirchenführer Fremde. Die Christenheit in Pakistan wurde deshalb als eine ,fremde’ Religion angesehen. Es gab zwar Kontakte durch die kirchlichen Einrichtungen, wie Schulen, Krankenhäuser oder die Caritas. Aber heute sind die Kirchenleiter hier aus Pakistan, und jetzt beginnen die Leute, zu kommen und mit uns zu reden. Wir sagen ihnen, dass wir auch Pakistani sind und das sorgt für ein neues Bild der katholischen Kirche unter den Leuten hier, von denen die Mehrheit Muslime sind.“

Das sei nicht immer so gewesen, berichtet Shaw – früher seien die pakistanischen Christen fast immer nur als Verbündete Amerikas und Europas angesehen worden, das habe sich nun ein wenig geändert. Dabei spiele auch der interreligiöse Dialog eine sehr wichtige Rolle:

„Wir hatten dieses Jahr zum ersten Mal eine Konferenz mit muslimischen Gelehrten und mit Politikern beim Sitz des Erzbischofs. Wir alle zusammen sind dann auch zu einer Stelle gegangen, an der es einen Anschlag gegeben hatte. Das hat uns allen und auch den Opfern viel Mut gemacht. Es war ein Zeichen, dass nicht nur die Minderheit ihnen beisteht, auch die Mehrheit.“

Ja, der Dialog mit moderateren Muslimen sei einfacher, räumt der neue Erzbischof von Lahore ein. Aber er sieht den Dialog als „neuen Trend“ in einer „modernen Welt“, in der prinzipiell mehr Menschen offen für den Dialog seien. Deshalb glaubt Shaw, auch weniger moderate Muslime langsam für den Dialog gewinnen zu können:

„Natürlich wird es wohl auch Leute geben, die nicht daran interessiert sind. Wir können nicht in ihre Köpfe hineinschauen und wir haben auch keinen Computerchip, mit dem wir die Gedanken der anderen lesen können, so dass wir sagen könnten: , ok, du siehst das so, wir sehen es so.’ Trotzdem: Wir haben Hoffnung.“

In seinem zum Ende des Jahrs des Glaubens veröffentlichten Schreiben „Evangelii Gaudium“ ruft Papst Franziskus die Führer der muslimischen Welt auf, den Christen die gleichen Freiheiten und Rechte zu gewähren, die auch Muslimen in christlichen Ländern gewährt sind. Der neue Erzbischof von Lahore dazu:

„Das ist sehr, sehr bedeutsam. Der Heilige Vater richtet auf diese Weise, wie ich finde, eine gute Botschaft und Einladung an die muslimischen Führer. Er zeigt, dass wir Wege finden müssen, wie wir zusammen leben können. Ich sehe in der islamischen Welt, dass die Muslime Jesus Christus akzeptieren und die Bibel. Deshalb müssen wir nun Gemeinsamkeiten suchen und dann können wir uns treffen und miteinander reden und zusammen arbeiten: für den Fortschritt unserer Länder und den Frieden auf der Welt.“

(rv 29.11.2013 sta)


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