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Home >  Gerechtigkeit und Friede  > Artikel von 2013-12-24 12:19:15
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Somalia wünscht sich Frieden



RealAudioMP3 Die Bürger Somalias wünschen sich nur eines vom Christkind: Frieden. Das sagt im Gespräch mit Radio Vatikan der Apostolische Administrator für das ostafrikanische Land, Bischof Giorgio Bertin. Seit Jahren herrsche Anarchie in dem Land, so der Bischof, der in Dschibuti residiert. Doch nun hat Somalia immerhin einen neuen Regierungschef, Abdiweli Sheikh Ahmed, der in diesen Tagen ein Vertrauensvotum im Parlament gewonnen hat.

„Das ist ein sehr wichtiger Moment für Somalia, weil die neuen staatlichen Einrichtungen, die erst 18 Monate zählen, noch sehr schwach sind. Vor allem im Süden des Landes herrscht immer noch eine prekäre Lage. Das gilt auch für Mogadischu, weil dort die Shabaab-Miliz weiterhin das Sagen hat.“

Diese Gruppierung besteht aus islamistischen Fundamentalisten, die al Qaida nahe stehen.

„Sie sind auch für viele Anschläge verantwortlich. Diese Miliz hat bisher immer gezielte Mordanschläge verübt. Jene Somalier, die sich um den Wiederaufbau des Landes kümmern, müssen also auch diese Angst überwinden, weil sie wissen, dass ihr Leben auf dem Spiel steht. Denn das Hauptziel der Anschläge sind jene, die sich um Somalia kümmern.“

Bischof Bertin kennt den neuen Premierminister nicht persönlich, sagt er.

„Das ist auch gar nicht wichtig. Vielmehr sind mir die Institutionen wichtiger: Das Parlament hat bisher einen Anwärter auf das Amt des Regierungschefs abgelehnt und nun – ich muss sagen fast überraschenderweise – einen anderen angenommen. Das ist doch ein Zeichen dafür, dass diese staatlichen Einrichtungen funktionieren.“

Papst Franziskus hatte am Sonntag beim Angelusgebet auf die schwierige Lage in Somalia hingewiesen. Solche Worte seien wichtig, so Bischof Bertin. Denn das Land brauche die Aufmerksamkeit der internationalen Staatengemeinschaft.

„Insbesondere jene Gebiete, die von den Shabaab-Milizen kontrolliert werden, kennen das Wort ,Freiheit´ nicht. Aber auch in anderen Zonen sieht es nicht unbedingt besser aus. Immerhin stelle ich fest, dass die meisten Somalier voller Hoffnung sind. Ich kenne einige von ihnen, die im Ausland waren und jetzt wieder in das Land zurückkehren, um beim Wiederaufbau mitzuhelfen. Das ist ein Zeichen der Wiedergeburt Somalias.“

Das Problem mit den Gebieten, die unter der Kontrolle der Shabaab stehen, sei die islamistische Ideologie, so Bischof Bertin. Diese präge übrigens weite Teile Somalias, also auch jene Regionen, die nicht unbedingt von den Fundamentalisten kontrolliert würden.

„Die Christen bilden in Somalia eine Minderheit. Die meisten feiern Weihnachten, indem sie – vor allem dank Radio Vatikan – die Christmette hören. Ich lade alle dazu ein, Gott darum zu bitten, den Frieden, der in Bethlehem verkündet wurde, auch in Somalia zu verbreiten.“

(rv 24.12.2013 mg)


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