HomeRadio Vatikan
foto testata   
Andere Sprachen  

Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2013-12-25 12:49:29
A+ A- Drucken



Urbi et Orbi: Appell an Glaubende und Nichtglaubende, den Frieden zu suchen



RealAudioMP3 In der Frohen Botschaft des Weihnachtsfestes vereinen sich Himmel und Erde, die Ehre Gottes und der Friede unter den Menschen gehören zusammen. So begann Papst Franziskus an diesem ersten Weihnachtstag seine Botschaft zum Segen Urbi et Orbi, den er über 100.000 Menschen auf dem Petersplatz und zusätzlich Menschen in über 70 Länder über Radio und Fernsehen spendete. „Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade“, so lautet der Ruf der Engel an die Hirten (Lk 2,14). „Ich lade alle ein, in diesen Gesang einzustimmen: Er ist für jeden Menschen, der in der Nacht wacht, der auf eine bessere Welt hofft, der sich um die anderen kümmert, indem er versucht, demütig seine Pflicht zu tun.“

„Verherrlicht ist Gott! Das ist es, wozu uns Weihnachten vor allem aufruft: Gott zu verherrlichen, weil er gut ist, treu und barmherzig. An diesem Tag wünsche ich allen, dass sie das wahre Angesicht Gottes, des Vaters erkennen, der uns Jesus geschenkt hat. Ich wünsche allen, dass sie Gottes Nähe spüren, dass sie in seiner Gegenwart stehen, ihn lieben, ihn anbeten. Und jeder von uns möge Gott vor allem mit seinem Leben verherrlichen – mit einem Leben, das sich aus Liebe zu ihm und zu den Mitmenschen verausgabt.“
Damit zusammen hänge der Frieden, der mehr sei als ein Gleichgewicht gegensätzlicher Kräfte, so der Papst. Friede sei keine Fassade, hinter der es Streitigkeiten und Spaltungen gebe. „Der Friede ist ein täglicher Einsatz, der von der Gabe Gottes her, von seiner Gnade her, die er uns in Jesus Christus geschenkt hat, vorangebracht wird. Indem wir auf das Kind in der Krippe schauen, das Kind des Friedens, denken wir an die Kinder, die die schwächsten Opfer der Kriege sind, doch wir denken auch an die alten Menschen, an die misshandelten Frauen, an die Kranken… Die Kriege zerschlagen und verletzen so viele Leben!“

Die ersten Friedenswünsche seiner Weihnachtsbotschaft richtete der Papst nach Syrien, für ein Ende der Gewalt und für Zugang für humanitäre Hilfe. „Wir haben gesehen, wie mächtig das Gebet ist!“ sagte der Papst mit Bezug auf seine Friedensinitiative einer Gebetswache. „Und es freut mich, dass sich heute dieser unserer flehentlichen Bitte um Frieden in Syrien auch Anhänger verschiedener religiöser Bekenntnisse anschließen. Verlieren wir nie den Mut zum Gebet! Den Mut zu sagen: Herr, schenke deinen Frieden der syrischen Nation und der ganzen Welt.“
Der Papst richtete seinen Apell aber nicht nur an die Christen: „Auch die Nichtglauben lade ich ein, sich nach dem Frieden zu sehnen. Mit diesem Verlangen, dem Verlangen, das das Herz öffnet, sei es mit Gebet oder sei es mit der Sehnsucht, suchen wir den Frieden."
Den Frieden wünschte Franziskus auch für die Zentralafrikanische Republik, den Südsudan und Nigeria, Orte neuer Gewalt. Er bat Gott auch um Frieden für das Land, das er selber erwählt habe, um dort Mensch zu werden, dass die Friedensverhandlungen zwischen Israelis und Palästinensern zu einem glücklichen Ergebnis kommen. Schließlich bat er um die Heilung der Wunden im Irak, der durch immer neue Attentate heimgesucht werde.

„Du, Herr des Lebens, beschütze diejenigen, die um deines Namens willen verfolgt sind. Gib Hoffnung und Trost den Vertriebenen und den Flüchtlingen, besonders am Horn von Afrika und im Osten der Demokratischen Republik Kongo. Gib, dass die Migranten auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben Aufnahme finden. Mögen Tragödien wie die, welche wir in diesem Jahr mit den zahlreichen Toten in Lampedusa erlebt haben, nie wieder geschehen!“

Um die Menschenwürde bat er auch in Bezug auf den Menschenhandel und auf die Kindersoldaten weltweit: „Herr des Himmels und der Erde, schau auf diesen unseren Planeten, der von der Gier und der Habsucht der Menschen oft wahllos ausgebeutet wird. Steh den Opfern von Naturkatastrophen bei und schütze sie, vor allem das liebe, kürzlich von einem Taifun schwer getroffene philippinische Volk.“

Wie bereits zum Segen Urbi et Orbi zum Osterfest grüßte der Papst ausschließlich auf Italienisch, nicht in den bisher üblichen mehr als 60 Sprachen.

„Liebe Brüder und Schwestern, in dieser Welt, in dieser Menschheit ist heute der Retter geboren, Christus, der Herr. Halten wir inne vor dem Kind von Bethlehem. Lassen wir uns im Herzen ergreifen, lassen wir es erwärmen von der Zärlichkeit Gottes, wir brauchen seine Zärtlichkeiten. Die Zärtlichkeiten Gottes verletzen nicht, die Zärtlichkeiten Gottes geben uns Frieden und Kraft. Wir bedürfen seiner Zärtlichkeiten. Gott ist groß in seiner Liebe, ihm sei Lob und Ehre in Ewigkeit! Gott ist Friede: Bitten wir ihn, uns zu helfen, den Frieden Tag für Tag aufzubauen, in unserem Leben, in unseren Familien, in unseren Städten und Nationen, in der ganzen Welt. Lassen wir uns von der Güte Gottes innerlich ergreifen.“

(rv 25.12.2013 ord)


Teile




Über uns Programmschema Kontakt Freunde von RV RV-Freunde: Downloads Links Andere Sprachen Heiliger Stuhl Vatikanstadt Liturgische Feiern des Papstes
All the contents on this site are copyrighted ©. Webmaster / Credits / Rechtliche Hinweise / Werben auf Radio Vatikan