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Home >  Caritas und Solidarität  > Artikel von 2014-01-03 13:50:20
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D/EU: Kardinal Marx fordert stärkeres Engagement für Flüchtlinge



Der Münchner Kardinal Reinhard Marx fordert ein stärkeres Engagement der Europäischen Union für Flüchtlinge, um insbesondere weitere Opfer bei den gefährlichen Überfahrten über das Mittelmeer zu vermeiden: „Europas Grenze darf keine Todesfalle sein“, mahnt der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für den Bayerischen Rundfunk, der am Samstag, 4. Januar, ausgestrahlt wird. „Unsere Gemeinschaft darf nicht nur wirtschaftlich wachsen. Europa muss auch in seiner Barmherzigkeit und Hinwendung zu den Menschen wachsen, die bei uns Zuflucht suchen“, sagte Marx dem Sender. Asyl zu beantragen sei ein fundamentales Menschenrecht, „deshalb tragen gerade wir mit unserem Wohlstand eine Verantwortung für die Flüchtlinge“.

Mit Blick auf die Einführung der Euro-Währung in Lettland zum 1. Januar 2014 erinnert Kardinal Marx: „Europa ist mehr als der Euro. Die Währung ist auch Ausdruck einer Gemeinschaft, die Wohlstand und wirtschaftliches Wachstum verbindet mit Solidarität untereinander.“ Der auch vom christlichen Glauben geprägte Geist Europas bedeute, dass alle, besonders auch die Armen und Benachteiligten, eine Chance bekommen sollten. „Keiner ist überflüssig! Dieser Geist muss immer wieder in der konkreten Politik sichtbar werden“, betont Marx. Dazu fordert der Kardinal von der EU etwa die noch immer ausstehende Einigung über angemessene Aufnahmequoten ein sowie ein Angehen der Krisen, die Auslöser der Migration sind.

Die Flüchtlingsproblematik geht alle an
Die Hilfe für Flüchtlinge sei jedoch nicht nur eine Aufgabe auf EU-Ebene. „Sie geht uns alle etwas an, in unseren Ländern, Städten und Dörfern“, bekräftigt Marx. So engagiere sich etwa das Erzbistum München und Freising besonders für unbegleitete, jugendliche Flüchtlinge und helfe bei der Suche nach geeigneten Gebäuden für die Unterbringung von Asylbewerbern. Allein die Pfarreien im Erzbistum stellten mittlerweile Plätze für mehr als 400 Flüchtlinge zur Verfügung. „Aber ein Dach über dem Kopf reicht nicht aus. Wir müssen eine gute Begleitung dieser oft schwer traumatisierten Menschen gewährleisten“, unterstreicht der Erzbischof. Den Asylbewerbern müsse ein Zugang zu Bildung und Arbeit ermöglicht werden. „Wir müssen sie spüren lassen, dass wir sie als Menschen annehmen, im Namen dessen, der der Bruder aller Menschen geworden ist“, so Marx: „Das ist mein Wunsch zum Neuen Jahr. Damit könnten wir 2014 zu einem hoffnungsvollen Jahr für alle machen.“

(pm 03.01.2014 sta)


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