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Home >  Gerechtigkeit und Friede  > Artikel von 2014-01-03 10:51:28
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Vatikan richtet Syrien-Treffen aus: Es gibt immer Möglichkeiten



RealAudioMP3 Vor der internationalen Syrien-Konferenz in Genf wollen hochrangige Politiker in den Vatikan reisen, um über eine Beilegung des Konflikts zu beraten. Unter anderen werden der britische Ex-Premierminister Tony Blair und Friedensnobelpreisträger Mohamed El-Baradei erwartet, gab der Vatikan bekannt. Blair ist Sondergesandter des Nahost-Quartetts, El-Baradei spielte eine wichtige Rolle beim Umsturz in Ägypten. Worum es bei dem Treffen am 13. Januar im Detail gehen soll, berichtet im Gespräch mit Radio Vatikan Bischof Marcelo Sanchez Sorondo. Er ist der Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, die das Treffen organisiert hat:

„Es soll um einen Waffenstillstand in Syrien gehen, um die humanitäre Hilfe zu ermöglichen und Hilfskorridore zu schaffen, die es bisher nicht gibt. Und es soll darum gehen, die Verfolgung der Christen einzudämmen. Ideal wäre es, eine mögliche Übergangsregierung im Land zu schaffen, um Wahlen organisieren zu können. Syrien hat eine Verfassung, doch die muss respektiert werden. Auch dem Menschenhandel und der Prostitution wollen wir etwas entgegensetzen: das sind Themen, die dem Papst am Herzen liegen.“

Mit der ehrgeizigen Initiative will der Vatikan die von Papst Franziskus eingeschlagene Linie für ein Ende der Gewalt in Syrien fortsetzen, so Sorondo. Papst Franziskus hatte eine Gebets- und Fasteninitiative für Syrien ausgerufen und einen Brief an die G20-Staatschefs gerichtet, für eine friedliche Lösung in Syrien einzutreten. Mit dem kommenden Syrien-Treffen wolle der Vatikan auch ein Zeichen gegen die „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ setzen, so Sorondo weiter. So trägt die Veranstaltung auch den Titel: „Syrien – kann man gleichgültig bleiben?“ Am 22. Januar wollen dann Vertreter der syrischen Rebellen und des Assad-Regimes gemeinsam mit Repräsentanten anderer Staaten in Genf erstmals direkt miteinander verhandeln. Wie sieht Vatikanvertreter Sorondo die Erfolgschancen der Genf 2-Konferenz?

„Wenn man diese Konferenz ausrichtet, dann deshalb, weil es Möglichkeiten gibt! Hoffen wir das Beste. Es ist sehr schwer, doch ich denke, dass man bei diesem Treffen etwas erreichen kann – so wie es uns gelungen ist, eine Bombardierung (Syriens durch die USA) abzuwenden. Ich hoffe zumindest darauf, dass wir humanitäre Korridore schaffen können.“

Laut Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sind im vergangenen Jahr mehr als 73.000 Menschen in Syrien getötet worden, davon waren mehr als 34.000 Zivilisten und mehr als 3.600 Kinder. Das sei der höchste Blutzoll seit Beginn des Konflikts im März 2011, so die Assad-kritische Nichtregierungsorganisation mit Sitz in London. Im Interview mit Radio Vatikan gibt Sorondo eine mögliche Erklärung dafür, dass dem inzwischen drei Jahre dauernden grausamen Konflikt bisher kein Ende bereitet werden konnte:

„Das Problem ist, dass es hier viele verschiedene Interessen gibt und viele Verantwortlichkeiten. Vielleicht sind die verschiedenen Verantwortlichen auch mehr den eigenen Interessen gefolgt als das Gemeinwohl zu schützen und zu verhindern, dass es (insgesamt) 130.000 Tote und zahlreiche Waisen gab, die ohne Eltern geblieben sind. Ganz zu schweigen von den anderen familiären Dramen, dem Exodus der Menschen, vor allem der Christen. Viele Personen, auch Bischöfe, sind verschwunden. Kurz gesagt: Die Situation ist dramatisch.“

Seitens des Heiligen Stuhls nimmt an dem Treffen unter anderem der Präsident des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog, Kardinal Jean-Louis Tauran, teil.

(rv/kna 03.012013 pr)


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