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Home >  Kultur und Gesellschaft  > Artikel von 2014-01-10 14:23:47
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D: Weltbild-Konzern meldet Insolvenz an



Die katholische Kirche hat die Verlagsgruppe Weltbild aufgegeben. Die Vertreter der Gesellschafter – zwölf Bistümer, die Soldatenseelsorge Berlin und der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) – konnten sich in dieser Woche nicht auf eine weitere Erhöhung des Eigenkapitals der Verlagsgruppe einigen. Daraufhin meldete die Geschäftsführung des in Augsburg ansässigen Unternehmens an diesem Freitag Insolvenz an. „Ein wesentlicher Auslöser hierfür war der Umsatzrückgang des ersten Halbjahres des Geschäftsjahres 2013/14 (Juli-Dezember), obwohl der Dezember über Planniveau lag. Das auch für die nächsten drei Jahre erwartete geringere Umsatzniveau verdoppelt den Finanzierungsbedarf bis zur Sanierung“, erklärt „Weltbild“ dazu in einer Pressemitteilung. Die Verlagsgruppe stellt klar, dass der Insolvenzantrag ausschließlich die Verlagsgruppe „Weltbild GmbH“ in Augsburg betreffe. Die Filialen, die Gesellschaften in Österreich und der Schweiz sowie „bücher.de“ seien nicht betroffen.

Weltbild beschäftigt etwa 6.000 Mitarbeiter. Im stationären Handel sowie im Internet machte der Verlag nach den letzten veröffentlichen Geschäftszahlen etwa 1,6 Milliarden Euro Umsatz. Der Aufsichtsrat der Verlagsgruppe teilte am Freitagabend mit, dass die Gesellschafter in dieser schwierigen Situation zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehe.

Rettungsversuch im November
Erst Anfang November hatten die Gesellschafter eine Insolvenz durch einen Kapitalschnitt und die Zusage frischen Eigenkapitals in Höhe von etwa 60 Millionen Euro abgewendet. So sollte das Unternehmen in die Lage versetzt werden, eine strukturelle „Liquiditätslücke“ zu schließen und nach einer längeren Restrukturierungsphase im Jahr 2015 wieder profitabel zu arbeiten. Die Geschäftsbanken, darunter die beiden kirchlichen Institute Liga (Regensburg) und Pax (Köln), erklärten sich mit dem Vorgehen der Gesellschafter einverstanden und sagten ihrerseits zu, eine Zeitlang auf Schuldendienst und Tilgung zu verzichten.

Als zukunftsträchtig galten die Forcierung des internetgestützten Handels und der Vertrieb elektronischer Lesegeräte. Die Gesellschafter wiederum hofften, mit einer neuen Geschäftsführung auch auf dem Buch- und Zeitschriftenmarkt neue inhaltliche und zugleich wertgebundene Akzente setzen zu können.

(faz/pm 10.01.2014 sta)


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