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Home >  Politik  > Artikel von 2014-01-20 11:53:54
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Frankreich: Schwieriges Verhältnis zu Hollande



RealAudioMP3 Derzeit steht der französische Präsident Francois Hollande vor allem wegen einer Liebesaffäre in den Schlagzeilen. Am Freitag wird Hollande den Papst im Vatikan treffen, und die meisten weltlichen Medien werden wohl vor allem darauf achten, wer den Präsidenten begleiten wird. Ein schwieriges Verhältnis zu Hollande unterhalten derzeit auch Frankreichs Bischöfe. Obwohl vergangene Woche Frankreichs Präsident bei seiner Neujahrs-Pressekonferenz versicherte, dass er für die Religionsfreiheit einstehe, hat er in jüngster Zeit wenig Verständnis für katholische Anliegen gezeigt: Das kritisiert der Pressesprecher der Bischofskonferenz, Bernard Podvin, im Gespräch mit Radio Vatikan.

„Bei der Pressekonferenz hat sich der Staatschef ganz klar dazu geäußert, was Laizität in Frankreich bedeutet. Er ist für eine strikte Trennung von Religion und Staat, also keine Einmischung der einen Seite auf der anderen. Dennoch versichert Hollande, dass er für die Religionsfreiheit sei. Ich hoffe sehr, dass darüber hinaus auch konkrete Maßnahmen ergriffen werden, damit die Religionsfreiheit in unserem Land auch tatsächlich gewahrt bleibt. Dies gilt gegenüber allen Religionen, denn oft denkt man, dass dies nur ein Problem für Juden und Muslime ist. Die wahre Laizität respektiert jedoch alle Glaubensrichtungen!“

Konkret geht es um den Einsatz der katholischen Kirche in Frankreich für den Schutz der traditionellen Ehe sowie um den Kampf gegen die Einführung von Sterbehilfe. In Sachen Ehe hat die Kirche eine herbe Niederlage einstecken müssen, die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ist allen Massendemonstrationen in Paris zum Trotz Gesetz geworden. Jetzt kündigt sich bei der Sterbehilfe der nächste Streitpunkt an. Da werde die katholische Position zu wenig ernst genommen, so Sprecher Podvin.

„Wir werden in den kommenden Wochen sehr aufmerksam die Entwicklung dieser politischen Vorschläge verfolgen und unsere Haltung ganz klar dazu äußern. Die Religionsgemeinschaften werden diesmal bei den Gesetzesdiskussionen mit einbezogen, und da können wir ein Stück weit mitdiskutieren. Interessant ist, dass Hollande beispielsweise in seiner jüngsten Pressekonferenz das Wort ,Euthanasie´ oder ,Sterbehilfe´ nie gebraucht hat, obwohl er sich zu dem Thema vor den Journalisten geäußert hat. Was hat das zu bedeuten? Wir werden sehen.“

Hollande hatte sich auch über Papst Franziskus geäußert und betont, dass „der Papst für viele politische Anliegen nützlich sein“ könne. Dazu der Pressesprecher der Bischofskonferenz:

„Na ja, wenn ich die Würdigungen Obamas oder anderer Staatschef auf der Welt höre, die sich über das Pontifikat von Papst Franziskus geäußert haben, dann muss ich schon sagen, dass bisher unser Staatspräsident sehr leise war. Die Bischöfe haben in den vergangenen Wochen sehr oft auf die Friedensbemühungen des Papstes aufmerksam gemacht. Ich hoffe sehr, dass dieser Besuch am Freitag Hollande klar machen wird, dass der Papst auch eine moralische Autorität ist. Ich bete sehr für ein Gelingen dieses Treffens.“

(rv 20.01.2014 mg)


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