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Home >  Kirche  > Artikel von 2014-02-07 11:37:37
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D: Jesuitenpater bezeichnet UN-Bericht als „Quark“



Der UN-Bericht zum Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Kindern wirft alles in einen Topf. Das bemängelt Jesuitenpater Klaus Mertes in einem Interview mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ und der „Frankfurter Rundschau“. In der Freitagausgabe der Zeitungen sagte Mertes, dass er „nur den Kopf schütteln“ könne, wenn die Experten des UN-Kinderrechtekomitees UNCRC von einer zwingenden Meldepflicht von Missbrauchsfällen an die staatlichen Behörden redeten. Gerade Opferverbände warnten „vor solch einem Automatismus“, so der Pater, der 2010 als Rektor am Berliner Canisius-Kolleg die Aufdeckung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche ins Rollen gebracht hatte.

Das UN-Kinderrechtekomitee hatte in einem am Mittwoch veröffentlichten Report den Umgang der katholischen Kirche mit sexuellem Missbrauch von Minderjährigen als unzureichend bezeichnet. „Und wenn dann noch Themen wie Abtreibung oder Homosexualität in den Bericht einfließen, kommt endgültig gerührter Quark heraus“, so das Fazit des Jesuitenpaters. Zentralisierung sei ein Teil des Problems beim bisherigen Umgang mit Missbrauchsfällen gewesen.

Trotz aller Mängel enthalte der Bericht allerdings „immer noch genügend berechtigte Kritik“, betonte Mertes. An die Adresse des Vatikans gerichtet, der den Bericht zu Teilen zurückgewiesen hatte, sagte der 59-jährige Pater, der inzwischen die Jesuitenschule Sankt Blasien im Schwarzwald leitet: „Ich warne davor, auf beleidigte Leberwurst oder verfolgte Unschuld zu machen.“ Zugleich wünscht sich Mertes vom Vatikan ein schärferes Vorgehen gegen Bischöfe, die Missbrauchsfälle vertuscht haben oder an einer Vertuschung beteiligt waren.

(kna 07.02.2014 mg)


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