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Home >  Gerechtigkeit und Friede  > Artikel von 2014-03-21 11:03:42
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Guatemala: „Unser Alltag ist von Armut und Gewalt geprägt“



RealAudioMP3 Guatemala ist eines der ärmsten Länder der Welt. Dazu kommt noch, dass das zentralamerikanische Land oft von Naturkatastrophen heimgesucht wird. Eine der schlimmsten ereignete sich im Herbst 2011. Der Vatikan reagierte darauf, indem er durch seine Hilfswerke – allen vor an den Päpstlichen Rat Cor Unum – 19 Wohnhäuser und eine Kirche bauen liess. Nun war der Präsident von Cor Unum, Kardinal Robert Sarah, zur Einweihung der Bauten in Guatemala zu Besuch. Wir sprachen mit Alvaro Ramazzini, dem Bischof von Huehuetenango. Er erzählt, wie der Alltag in seiner Diözese aussieht:

„Guatemala ist von einer Gesellschaft geprägt, die einem neoliberalen Wirtschaftssystem nacheifert. Das hat aber dazu geführt, dass die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter öffnet. Das war hier schon immer so. Und obwohl laut Volkszählung 98 Prozent der Bevölkerung katholisch sind, lebt doch die Mehrheit nicht gemäß dem Evangelium. Das ist für mich als Bischof ein ernstzunehmendes Problem: Viele verstehen einfach nicht, was Christsein eigentlich bedeutet. Es geht doch darum, so zu leben, wie der Herr das getan hat, Ihn nachzuahmen und jeden Menschen zu respektieren.“

Der Alltag sei geprägt von Armut und Gewalt, so der Bischof weiter. Die Katholische Soziallehre sei den meisten Menschen im Land völlig unbekannt. In einem solchen Kontext die Botschaften der Kirche zu verbreiten sei schwierig.

„Es gibt so viele Jugendliche, die in zerstörten Familien leben. Diese Jugend hat nie die Liebe gespürt, die man in einer traditionellen und intakten Familie erfährt. Es gibt dann gewalttätige Gruppen, die diese Situation ausnützen: Wir nennen sie Maras. Da die meisten Jugendlichen keine Perspektive haben, treten sie diesen Banden bei. Das ist ein Teufelskreis.“

36 Jahre lang wütete ein Bürgerkrieg in dem Land. Immer noch seien die Wunden sichtbar, sagt Bischof Ramazzini.

„Eine dieser Wunden ist die Tatsache, dass wir den Weg des Dialogs nicht einschlagen. Wir sind nicht mehr in der Lage, miteinander zu sprechen und uns gegenseitig zuzuhören, um die Probleme anzugehen. Bei vielen herrschen noch Rachegelüste. Wir Bischöfe haben ständig von Versöhnung gesprochen, auch wenn uns durchaus bewusst ist, dass dies nicht so einfach ist. Aber das ist unser einziger Weg, damit die Wunden der Menschen geheilt werden.“

(rv 21.03.2014 mg)


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