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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2014-04-01 12:28:17
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Papstpredigt: Trägheit und Formalismus verschließen Tür zur Rettung



RealAudioMP3 Ein Christ muss sich immer „einmischen“, sonst tut er der Kirche nichts Gutes. Das betonte der Papst in der Frühmesse am Dienstag. Trägheit und Formalismus würden dazu führen, dass ein Gläubiger nicht gerettet werden könne, so Franziskus. Ausgehend vom Johannes-Evangelium, in dem Jesus einen Kranken trifft, der seit 38 Jahren gelähmt ist, erläuterte der Papst, dass es auch eine „spirituelle Krankheit“ gebe.

„Ich denke da an viele Christen, an viele Katholiken, die zwar katholisch sind, aber keinen Enthusiasmus haben oder gar verbittert sind! Das Leben ist so, aber die Kirche… Da sagt sich einer: Ich besuche jeden Sonntag die Messe, dennoch hüte ich mich davor, mich einzumischen. Ich glaube, weil es um mein eigenes Heil geht, aber ich fühle nicht die Notwendigkeit, für den anderen da zu sein. Jeder bleibt bei sich, ein ruhiges Leben usw. Aber wenn du dann doch etwas machst, dann wirst du vielleicht noch dafür kritisiert. Man sagt dir: Es ist besser, nichts zu riskieren. Das ist die Krankheit der Trägheit, und zwar der Trägheit der Christen. Das ist eine hemmende Einstellung, die den apostolischen Auftrag hindert und Christen zum Stillstand und zur Ruhe führt, aber nicht im positivem Sinne verstanden.“

Die „spirituelle Trägheit“ sei eine traurige Sache, so der Papst weiter. Und im Tagesevangelium komme noch ein zweites Problem zum Vorschein: Die Pharisäer kritisieren Jesus, weil er an einem Sabbat geheilt hat, also an einem Feiertag.

„Heuchlerische Christen sind auch so. Es geht ihnen nur um die formalen Dinge. Es war Sabbat? Da darf man keine Wunder vollbringen, weil die göttliche Güte am Samstag nicht arbeitet, so dachten sie. Aber so verschließen sie die Türe zu Gottes Güte! Wir haben viele solche Leute noch in der Kirche, sehr viele! Das ist eine weitere Sünde. Neben der Trägheit, also der Nicht-Bereitschaft, vorwärts zu gehen, gibt es also jene, die die Tür zur Rettung der Menschen verschließen.“

Formalismus nennt dies Franziskus: Solche Gläubige benützen vor allem Sätze, in denen die Wendung „Das darf man nicht“ vorkommen. Jesus hingegen habe gezeigt, was ein Feldlazarett sei als Symbol der Kirche: bei jenen zu sein, die gelähmt und krank sind.

„Jesus spricht zwei Sätze in dem Tagesevangelium: Willst du gesund werden? Und: Sündige nicht mehr. Doch zuvor heilt er den Gelähmten. Jesu Worte sind voller Zärtlichkeit und Liebe. Das ist der Weg eines jeden Christen, der apostolische Weg sozusagen: sich so vielen Menschen wie möglich annähern, die verletzt sind, und so ein Feldlazarett machen. Das ist ein schönes Wort eines Bruders oder einer Schwester: Willst du gesund werden? Und dann vorwärts gehen und sagen, sündige nicht mehr, weil es nicht gut tut! Die Worte Jesu sind doch besser als Trägheit oder Heuchelei.“

(rv 01.04.2014 mg)


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