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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2014-04-10 11:53:00
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Papstpredigt: Einheitsdenken tötet Gewissen



RealAudioMP3 Die Freiheit der Völker ist jeweils mit der Gewissensfreiheit verbunden. Daran erinnerte der Papst an diesem Donnerstagmorgen bei der Messe in der Casa Santa Marta. Die heutige „Diktatur des Einheitsgedankens“ töte das Gewissen und sei eine Gefahr für viele Völker der Erde, so der Papst in seiner Predigt. Ausgehend von der Ersten Lesung, in der Gott von Abraham „rückhaltlosen Glauben und Gehorsam“ verlangt, erläuterte der Papst, wie dann im Tagesevangelium nach Johannes die Pharisäer Jesus als „falschen Propheten“ bzw. sogar als „von einem Dämon besessen“ betrachten, weil sich Jesus nicht wie Abraham an die Gebote hielt.

„Das ist ein verschlossener Gedanke, der nicht offen ist für den Dialog oder die Möglichkeit, dass es vielleicht auch etwas anderes gibt... Diese Leute hatten die Propheten doch gar nicht gehört, und auch Jesus hörten sie gar nicht. Das ist aber mehr als Sturheit: Das ist die Vergöttlichung des Gedankens. Die sagen sich einfach: ich denke so, und so muss es sein! Diese Leute hatten ein Einheitsdenken und wollten dies auch den anderen aufzwingen. Deshalb schimpfte Jesus mit ihnen, indem er zu ihnen sagte, dass sie dem Volk viele Gebote aufzwängen, sich selber aber an kein einziges dieser Gebote hielten.“

Bei der Kritik Jesu geht es also um die Inkohärenz: Die Theologie der Pharisäer sei eine Versklavung des Gedankens, so der Papst.

„Auch heute wird Jesus gekreuzigt“

„Da gibt es keine Möglichkeit des Dialogs und der Öffnung gegenüber der Neuheit, die Gott durch die Propheten bringt. Sie haben sogar die Propheten getötet und schlossen somit die Tore vor dem Versprechen Gottes. Jedes Mal, wenn es in der Menschheitsgeschichte Einheitsgedanken gibt, geschehen Katastrophen. Im vergangenen Jahrhundert haben wir viele Diktaturen gesehen und Einheitsgedanken erlebt, viele Menschen mussten deswegen sterben.“


Doch auch in der heutigen Zeit gebe es eine „Vergötterung des Einheitsdenkens“, fuhr Franziskus fort.

„Heute musst du auf bestimmte Art denken, sonst bist du nicht modern, sonst zählt man dich zu den Verschlossenen. Oft sagen Politiker: Nun, ich bitte um Hilfe oder um finanzielle Unterstützung. Und man antwortet ihnen: Wenn du Unterstützung brauchst, dann musst so denken und solche Gesetze machen… Auch heutzutage gibt es eine Diktatur des Einheitsdenkens: Sie nehmen die Steine wie im Tagesevangelium, damit sie die Freiheit damit bewerfen können. Und auch heute wird Jesus abermals gekreuzigt.“



(rv 10.04.2014 mg)


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