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Home >  Kultur und Gesellschaft  > Artikel von 2014-05-02 13:44:23
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Papstpredigt: Auch heute noch gibt es so viele Herren über die Gewissen!



RealAudioMP3 Auch heute gibt es noch viele Herren über die Gewissen: Es werde im Namen Gottes getötet und eingekerkert, nur weil man eine Bibel oder ein Kreuz trage. Darauf wies Papst Franziskus an diesem Freitag in seiner Predigt während der Morgenmesse hin. Er habe geweint, als er davon gehört habe, dass Christen sogar gekreuzigt würden, bekannte er. Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass islamistische Terroristen im ostsyrischen Raqqa einige Gefangene mit dieser Foltermethode getötet hatten.

Papst Franziskus stellte die Erzählungen von Evangelium und Lesung gegenüber: In der Brotvermehrung zeige sich die Sorge Jesu für die Menschen, ohne dass dieser zähle, Jesus habe keine Volkszählung gemacht um zu erfahren, ob die Kirche gewachsen sei, sondern selbstlos und mit Vollmacht gesprochen. Dem stehe die Eifersucht der religiösen Autoritäten jener Zeit gegenüber, von der die Apostelgeschichte berichte: Sie konnten nicht ertragen, dass die Menschen Jesu nachfolgten. Nur einer im Sanhedrin, dem Hohen Rat, habe sich für die Jünger ausgesprochen, die übrigen waren getrieben von Eifersucht und Neid.

„Diese mit ihren politischen Manövern, mit ihren kirchlichen Manövern, um das Volk weiter zu beherrschen. So lassen sie die Apostel zu sich kommen, nachdem der weise Mann gesprochen hatte. Sie rufen die Apostel zu sich und lassen sie geißeln: ‚Dann verboten sie ihnen, im Namen Jesu zu predigen, und ließen sie frei’ (Apg 5:40). ‚Irgendetwas müssen wir mit ihnen machen, wir prügeln sie richtig und dann ab nach Hause’. Das war ungerecht, so haben sie gehandelt. Sie waren die Herren über die Gewissen, und fühlten die Macht, das tun zu können. Herren über die Gewissen... Auch heute gibt es auf der Welt viele davon“.

Auch heute gebe es noch Menschen, die im Namen Gottes töten und verfolgen. Und auch heute sehen wir viele, die sich wie die Apostel freuen, ‚dass sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden’, wie die Apostelgeschichte berichte. Das runde die drei Bilder ab, welche die Liturgie des Tages biete, so Papst Franziskus.

„Das erste Bild: Jesus bei den Menschen, die Liebe, der Weg, den er uns gelehrt hat und auf dem wir gehen müssen. Das zweite Bild: die Heuchelei dieser religiösen Anführer des Volkes, die das Volk mit diesen vielen Geboten gefangen hielten, mit einer kalten und harten Gesetzlichkeit. Das dritte Bild: die Freude der christlichen Märtyrer, die Freude so vieler unserer Schwestern und Brüder, welche die Geschichte hindurch diese Freude gespürt haben, diese Freude, gewürdigt worden zu sein, für den Namen Jesu Schmach zu erleiden. Von ihnen gibt es heute so viele! Denkt daran, dass man in einigen Ländern allein deshalb eingesperrt wird, weil man eine Bibel besitzt. Ein Kreuz darfst du nicht tragen: dafür musst du Strafe zahlen. Doch das Herz ist froh. Diese drei Bilder: blicken wir auf sie heute. Das ist Teil unserer Geschichte des Heils“.

(rv 02.04.2014 ord)


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