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Home >  Apostolische Reisen  > Artikel von 2014-05-28 11:19:18
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Papst-Bilanz nach Nahostreise: „Es gibt keine Friedens-Industrie“



RealAudioMP3 Frieden ist „Handarbeit“: Leider gibt es „keine Friedens-Industrie“, so wie es etwa eine Waffenindustrie gibt. Das sagte Papst Franziskus an diesem Mittwoch, auf die Konflikte im Nahen Osten gemünzt. Bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz zog er eine Bilanz seiner Reise ins Heilige Land. Franziskus hatte von Samstag bis Montag Jordanien, Palästina und Israel besucht.


„Die Pilgerreise in diese gesegnete Region war ein großes Geschenk für die Kirche, und ich danke Gott dafür... Das Entscheidende war die Erinnerung an das historische Treffen zwischen Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras vor fünfzig Jahren; darum war meine Begegnung mit Seiner Heiligkeit Bartholomaios, dem geliebten Bruder in Christus, der Höhepunkt des Besuchs. Gemeinsam haben wir am Grab Jesu gebetet; an diesem Ort, wo die Auferstehung verkündet wurde, haben wir die ganze Bitterkeit der Spaltungen gespürt, die es unter den Jüngern Christi noch gibt. Wie weh tut das doch! Es tut dem Herzen weh. Wir sind immer noch getrennt.“


Von seinem vorbereiteten Redetext abweichend, fügte Papst Franziskus hinzu:


„Wie schon frühere Päpste will ich erneut um Vergebung bitten für alles, was wir in der Vergangenheit getan haben, um diese Spaltung noch zu vertiefen, und ich bitte den Heiligen Geist, er möge uns helfen, die Wunden zu heilen, die wir den anderen Brüdern zugefügt haben. Wir sind alle Brüder in Christus, und mit Patriarch Bartholomaios sind wir Brüder, Freunde! Wir haben den gemeinsamen Wunsch gespürt, miteinander zu gehen und alles zu tun, was wir heute tun können: gemeinsam beten, gemeinsam arbeiten für die Herde Gottes, den Frieden suchen, die Schöpfung bewahren, so vieles, was wir gemeinsam haben. Als Brüder müssen wir vorangehen!“


Dann kam der Papst auf die zahlreichen Kriege und Konflikte im Nahen Osten zu sprechen: Seine Pilgerfahrt wollte, so sagte er, dazu beitragen, dass diese Region den Weg zum Frieden findet. Zu einem Frieden, der „gleichzeitig ein Geschenk Gottes und eine Anstrengung der Menschen“ sei. Er habe „immer als Pilger“ gesprochen, „im Namen Gottes und im Namen des Menschen“.


„Demut, Brüderlichkeit, Versöhnung – der Heilige Geist macht es uns möglich, diese Haltungen im täglichen Leben einzuüben, mit Menschen verschiedener Kulturen und Religionen, um so zu Handwerkern des Friedens zu werden. Denn der Friede ist Handarbeit; es gibt ja keine Friedens-Industrie, nein. Man muss ihn jeden Tag in Handarbeit herstellen, und mit einem offenen Herzen, damit Gott ihn schenkt.“


„Los jetzt, betet kräftig um den Frieden!“


In Jordanien, der ersten Etappe seiner Heilig-Land-Reise am letzten Samstag, habe es ihn „beeindruckt, wie großzügig das Volk die Flüchtlinge aufnimmt, die vor dem Krieg flüchten“, so Franziskus, der hier erneut von seinem vorbereiteten Text abwich. In Palästina wie in Israel seien ihm die jeweiligen Präsidenten „beide als Männer des Friedens, als Handwerker des Friedens“ erschienen, weswegen er sie zu einem Friedensgebet in den Vatikan eingeladen habe.


„Und ich bitte euch: Lasst uns dabei nicht allein, betet, betet, damit der Herr uns den Frieden gebe und damit er diesem gesegneten Land den Frieden gebe! Ich zähle auf eure Gebete. Los jetzt, betet, betet kräftig, damit der Frieden kommt!“


In den drei Tagen seiner Reise sei es auch seine Absicht gewesen, die Christen im Heiligen Land im Glauben zu stärken, fuhr Franziskus fort. Er danke den Christen für ihr Ausharren im Nahen Osten trotz aller Widrigkeiten: Sie seien „mutige Zeugen von Hoffnung und Liebe, Salz und Licht dieser Region“. Überhaupt sei er allen Flüchtenden, Unterdrückten und Leidenden im Nahen Osten nahe und bete für sie.


(rv 28.05.2014 sk)


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