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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2014-05-29 14:09:38
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„Franziskus hat im Heiligen Land ein neues Kapitel des Dialogs aufgeschlagen“



RealAudioMP3 Die Reise von Papst Franziskus ins Heilige Land war ein durchschlagender Erfolg: der Papst habe eine neue Sprache und neue Gesten gefunden. Das sagt Kardinal Jean-Louis Tauran, der Verantwortliche des Heiligen Stuhles für den Dialog mit dem Islam.

„Das Bild des Papstes mit seinen beiden Freunden, dem Rabbiner und dem Imam, vor der Klagemauer, ist das Bild, das diese Pilgerreise am besten zusammenfasst. Die Bedeutung des interreligiösen Dialogs – denn alles hängt davon ab, dass die Leute sich kennen, sich sprechen, sich ansehen, sich zuhören, und akzeptieren, im anderen etwas Positives zu erkennen ; etwas vom Heiligen und von der Wahrheit, die jede Religion besitzt, auch wenn wir wissen, dass Jesus die Wahrheit ist.“

Der französische Kurienkardinal ist ein erfahrener Diplomat. Bevor Papst Benedikt ihn an die Spitze des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog berief, wirkte Tauran lange Jahre im diplomatischen Dienst. Er begleitete Franziskus auf seiner Heiliglandreise, war dabei, als der Papst die Einladung an die Präsidenten Israels und Palästinas zum Friedensgebet aussprach.

„Kommt zu mir nach Hause – so hat er es ausgedrückt, ganz einfach, mit Worten des Herzens. Ich glaube das ist letztlich ein Appell an alle Christen, besonders die katholischen. In der Gesellschaft von heute haben wir eine besondere Form von ausgeübter Macht, man könnte sie ,die Macht des Herzens‘ nennen. Und ich habe das gesehen, als der Papst mit seinen Gesprächspartnern sprach: die Macht des Herzens. Er sieht im anderen wirklich einen Bruder. Das ist nicht bloß ein ,Tolerieren‘, sondern das ist ein ,Lieben‘. Wie in einer Familie: da toleriert man sich nicht, man liebt sich. Und über diese einfachen Worte, die nichts zu tun haben mit dem internationalen Recht oder den diplomatischen Gebräuchen, hat der Papst wirklich ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Nahe Osten, der Dialog zwischen den Religionen, das Ringen um den Frieden können nicht auf dem Status von heute bleiben: etwas Neues geschieht, dank der Macht des Herzens.“

(rv 29.05.2014 gs)


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