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Home >  Audienzen und Angelus  > Artikel von 2014-06-18 11:45:45
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Papst bei Generalaudienz: Kirche ist nicht im Labor entstanden



RealAudioMP3 „Das ist ein wenig so wie ein Sohn, der über die eigene Mutter spricht, über unsere Familie“: Mit diesen Worten hat Papst Franziskus an diesem Mittwoch eine neue Katechesenreihe über die Kirche begonnen. Die Kirche sei nicht exklusiv, betonte Franziskus, sondern ein Zusammenschluss, der auf die ganze Menschheit hin offen ist:

„Die Kirche ist keine Institution um ihrer selbst willen oder eine private Vereinigung, sie ist keine Nichtregierungsorganisation und umfasst nicht nur den Klerus oder den Vatikan. (…) Man darf sie nicht auf die Priester und Bischöfe im Vatikan begrenzen, die sind nur ein Teil, doch die Kirche sind wir alle, wir gehören zur Familie dieser Mutter! Die Kirche (…) öffnet sich der ganzen Menschheit und ist weder im Labor noch einfach so entstanden. Sie wurde von Jesus gegründet, doch sie meint ein Volk mit einer langen Geschichte und einer Ausgestaltung, die weit vor Christus selbst begann.“

Schon im Alten Testament, in der Geschichte der Berufung Abrahams, zeige sich Gottes Heilshandeln, führte Franziskus aus. Gott habe nicht Abraham allein, sondern von Anfang an seine Familie und Gefährten einbezogen und ihn zum Vater eines Volkes gemacht, das seinen Segen in die Welt weitertragen sollte. Die Initiative dafür sei von Gott ausgegangen, betonte der Papst – so etwas habe es vorher noch nicht gegeben:

„Es ist Gott selbst, der an Abrahams Tür klopft und ihm sagt: Geh los, zieh fort aus deinem Land, beginne den Weg, und ich werde aus dir ein großes Volk machen! Das ist der Beginn der Kirche, und in diesem Volk wurde Jesus geboren.“

„Ein Volk, das segnet“

Mit diesem Schritt sei Gott eine neue Beziehung zum Menschen eingegangen, die sich auch als „Gebet“ begreifen lässt, fuhr der Papst fort. Einzige Bedingung dafür sei das Vertrauen auf Gott, so wie Abraham es gezeigt habe, als er sich ohne Wissen über das Ziel und den Gott, der ihn führte, auf den Weg machte:

„Wenn du auf Gott vertraust, ihm zuhörst und dich auf den Weg machst, bedeutet das: Kirche schaffen. Das bedeutet, Kirche aufzubauen. Gottes Liebe geht allem voraus. Er ist immer der Erste, kommt vor uns an, geht uns voran. Er ist wie die Blüte des Mandelbaums, denn das ist der erste Baum, der im Frühling blüht: Gott blüht sozusagen immer vor uns, wartet auf uns, ruft uns, lässt uns vorangehen. (…) Das heißt Liebe, denn er wartet immer auf uns (…). Und wenn du ein großer Sünder warst, so wartet er umso mehr und mit viel Liebe. (…) Das ist die Schönheit der Kirche.“

Schon in der Urgemeinde habe es Widerstände und sogar den Versuch gegeben, mit Gott zu „feilschen“. Der Weg der Kirche sei von Anfang an durch Betrug und Sünden gekennzeichnet, sei „die Geschichte der Treue Gottes und der Untreue des Volkes“. Gott aber habe angesichts der Wankelmütigkeit und Widerspenstigkeit des Menschen immer wieder Geduld gezeigt, habe sein Volk wie ein liebender Vater erzogen. Und der Auftrag der Kirche sie bis heute derselbe. Franziskus:

„Mit gefällt es, mir vorzustellen, dass ein anderer Name, den wir Christen haben können, der folgende ist: Das sind Männer und Frauen, das ist ein Volk, das segnet! Ein Christ muss mit seinem Leben immer segnen, Gott und uns alle segnen. Wir Christen sind ein Volk, das segnet, das zu segnen versteht. Das ist eine schöne Berufung!“

(rv 18.06.2014 pr)


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