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Home >  Kirche  > Artikel von 2014-07-17 13:07:56
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Schweiz: „Sehr konstruktives Gespräch" zwischen Bischöfen und Priesterfrauen



RealAudioMP3 Das Präsidium der Schweizer Bischofskonferenz hat erstmals seit Jahren mit Partnerinnen katholischer Priester gesprochen. Das Treffen hat am Montag in Fribourg stattgefunden und sei in einer „angenehmen, aufmerksamen Atmosphäre“ verlaufen, sagte eine Sprecherin des Vereins vom Zölibat betroffener Frauen, kurz Zöfra, der Presseagentur Kipa. Simon Spengler ist Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz. Er sagte uns, das Treffen sei auf Initiative der Zöfra zustande gekommen und positiv verlaufen.

„Sie haben sich darum bemüht und die Bischöfe gebeten, sie einmal zu einem vertieften Gespräch zu empfangen. Das hat jetzt tatsächlich auch stattgefunden. Es gab schon in früheren Jahren immer wieder mal Begegnungen, allerdings war in letzter Zeit der Kontakt abgebrochen gewesen. Das hat verschiedene Gründe. Es gab Verstimmungen auf beiden Seiten, und jetzt ist auf Initiative der Zöfra hin der Dialog wieder aufgenommen worden.“

Die Begegnung war nicht mit der ganzen Schweizer Bischofskonferenz angesetzt, sondern mit dem Präsidium. Anwesend waren von Seite der Bischofskonferenz deren Vorsitzender Bischof Markus Büchel, Vizepräsident Bischof Charles Morerod sowie der Basler Weihbischof Denis Theurillat. Büchel habe die Zöfra-Delegation eingeladen, "damit sie einmal auch den Bischöfen direkt ihre Anliegen unterbreiten können“, sagt Simon Spengler.

„Das ist auf sehr positive Resonanz bei der Zöfra gestoßen und es kam dann zu einem sehr konstruktiven Gespräch zwischen der Zöfra-Vertreterinnen und dem Präsidium der Bischofskonferenz.“

Es war das erste Gespräch der Zöfra mit Schweizer Bischöfen seit 1997. Die Ergebnisse der Begegnung von dieser Woche werden bei der nächsten Vollversammlung der Bischofskonferenz besprochen, so Spengler. Die Vereinigung der Frauen katholischer Priester habe verschiedene Anliegen an die Bischofskonferenz herangetragen.

„Zum Beispiel wollen sie, dass es einen festen Ansprechpartner bei der Bischofskonferenz gibt und nicht immer mit den einzelnen Bischöfen sprechen müssen. Darüber muss aber die Bischofskonferenz zuerst beraten, ob sie diesem Wunsch entsprechen kann oder nicht. Es wurde auf jeden Fall beschlossen, dass man den Kontakt aufrecht erhalten will. Das wichtigste ist ja auch, dass man von Seiten der Bischöfen her den Zöfra-Vertreterinnen ein klares Signal setzt, nämlich dass man ihre Anliegen ernst nimmt.“

Außerdem wünschte die Zöfra, dass Bischöfe bei Laisierungen von Priestern, die in einer Beziehung mit einer Frau lebten, manche Restriktionen aufheben und etwa mehr Seelsorge durch laisierte Priester zulassen. Worum es bei dem Treffen nicht ging, sagt Spengler, war eine allgemeine Diskussion zur Abschaffung des Priesterzölibats.

„Das war nicht der Fall. Es ging um konkrete Fälle, also wie kann man einem Priester helfen, der in einer Situation lebt, die nicht kirchenkonform ist, also der konkret mit einer Frau zusammenlebt und hin und her gerissen ist. Das gilt auch im Hinblick auf die Partnerin sowie auf die Gemeinde, so dass alle Interessen berücksichtigt werden und wie der Mann auch angstfrei mit seiner Situation den Bischöfen gegenüber stehen kann.“

Gabriella Loser Friedli, die Sprecherin der Zöfra, sagte nach der Begegnung in Freiburg, ein solches Treffen sei ihres Wissens „weltweit einmalig“. In der Regel reagierten Bischöfe nicht auf Briefe von Organisationen, die sich mit der gleichen Thematik befassen.

(rv/kipa 17.07.2014 mg)


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