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Home >  Politik  > Artikel von 2014-08-25 11:50:43
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Nigeria: Boko Haram ruft „islamisches Kalifat" in der Stadt Gwoza aus



Die fundamentalistische Terrororganisation Boko Haram hat in der Stadt Gwoza im Norden Nigerias ein islamisches Kalifat ausgerufen. Das teilte die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag mit. Mit verheerenden und blutigen Angriffen habe die Boko Haram weitere Teile im Nordosten des Landes erobert und zu ihrem sogenannten „Königsreich der Sharia“ annektiert. Demnach habe der Anführer der Organisation, Abubakar Muhammad Shekau, in einem 52-minütigem Video triumphierend erklärt, die Stadt Gwoza inkorporiert zu haben. Mit einem Militäranzug und schwarzen Stiefeln bekleidet, einer Kalaschnikow über der Schulter hängend und von drei weiteren bewaffneten und maskierten Männern sowie einigen Militärfahrzeugen umgeben, dankte er in dem Video Allah dafür, „den Brüdern in Gwoza den Sieg über die Stadt gegeben zu haben“, die nun „Teil des islamischen Kalifats ist“. Nach einem 25-minütigem Dialog sei nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa zu sehen, wie die bewaffneten Milizen Raketen aus einem Pick-up in die Luft abfeuerten und etwa zwanzig Männer in Zivilkleidung und mit den Händen auf dem Rücken gefesselt auf dem Boden liegend nacheinander durch einen Kopfschuss aus kürzester Nähe ermordet werden.

Kirche und Regierung in Nigeria erkennen das von Boko Haram ausgerufene „Islamische Kalifat“ nicht an. Der Erzbischof von Abuja, Kardinal John Onaiyekan, nannte die Proklamation sinnlos. „Die Region liegt auf nigerianischem Boden“, sagte der Kardinal der Katholischen Nachrichten-Agentur am Montag. Onajekan verwies darauf, dass das Verteidigungsministerium den Schritt bereits als „gegenstandslos“ bezeichnet und erklärt habe, Nigeria sei unteilbar. Nach Einschätzung von Kardinal Onaiyekan nimmt sich Boko Haram die Entwicklung im Irak zum Vorbild. Dort hatte die TerrormiIiz „Islamischer Staat“ (IS) Ende Juni ein Kalifat ausgerufen. Dass auch die nigerianische Organisation Boko Haram auf diesen Kurs einschwenke, zeige, dass sie eine „politische Gruppierung“ sei, so der Kardinal. Nigerianische Bischöfe hatten zuletzt vor einem Strategiewechsel der islamischen Boko Haram gewarnt, welche sich nun nicht mehr nur auf Attentate beschränke, sondern die Kontrolle über weitere Gebiete anstrebe. Am vergangenen Freitag sollen erst mehr als 11.000 Menschen vor der vorrückenden Terrororganisation aus Gwoza geflohen sein.


(ansa/kna 25.08.2014 kp/pr)


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