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Home >  Vatikanische Dokumente  > Artikel von 2014-08-26 12:23:29
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Ratzingerschüler tagten zum zehnten Mal in Castelgandolfo



RealAudioMP3 Der Ratzinger-Schülerkreis hat sich zu seiner zehnten Sitzung versammelt. Die Teilnehmer sprachen in Castelgandolfo über die Theologie des Kreuzes, freuten sich an einer Messe mit dem emeritierten Papst und wollen sich nächstes Jahr eventuell mit der Gender-Theorie auseinandersetzen. Gudrun Sailer sprach mit Pater Stephan Horn, dem Sprecher des Ratzinger-Schülerkreises, und bat ihn zunächst um eine kurze Rückschau auf das diesjährige Treffen:

„Ich möchte zunächst das nennen, was uns immer noch schwer fällt: Der Heilige Vater – Benedikt XVI. – konnte bei den theologischen Gesprächen nicht dabei sein. Insofern fehlt uns etwas. Auch Kardinal Schönborn konnte nicht dabei sein. Umso wichtiger war die Anwesenheit von Kardinal Koch, der der geistliche Begleiter und theologische Begleiter des Neuen Schülerkreises ist. Wir hatten auch einen sehr guten Referenten, Karlheinz Menke, der über die Theologie des Kreuzes gesprochen hat; einerseits über das Kreuz als Selbstoffenbarung Gottes, andererseits das Ereignis des Kreuzes als Zentrum der Weltgeschichte, die bedeutsam ist für jeden Menschen. Das war natürlich ein ganz großes Thema, das Zentrum des Glaubens betreffen. Er hat gesprochen mehr in der Linie, die Hans Urs von Balthasar vorgezeichnet hatte, wo genau das Kreuz als das Ereignis schlechthin in der Geschichte gezeigt wird, und im Grund geht Papst Benedikt ja in die gleiche Richtung, der auf dem Katholikentag in Köln von Eucharistie gesprochen hat und vom Kreuz, das in der Eucharistie gegenwärtig ist. Er hat das Kreuzesgeschehen auf Golgotha als die Kernexplosion im Sein dargestellt - sozusagen der entscheidende Augenblick, in dem Gottes Liebe in Jesus Christus am klarsten sichtbar wird, und dass dies die ganze Weltgeschichte verändert. Über dies Frage haben wir theologisch sehr lebhaft diskutiert, sodass auf der einen Seite die Schüler und der neue Schülerkreis sehr dankbar waren für die Vorträge, andererseits der Professor auch sehr gefordert war. Wir sprechen ja immer sehr offen, aber zugleich auf eine feine Weise ohne Aggressionen.“

Der neue Schülerkreis besteht nun seit sieben Jahren. Wie weit ist das Zusammenwachsen zwischen alten und neuen Ratzinger-Schülern gediehen?

„Natürlich war man sich vor sieben Jahren noch ganz fremd. Inzwischen ist der Schülerkreis auf gut 30 angewachsen, in diesem Jahr haben wir nur zwei aufgenommen. Und diesmal war es besonders spürbar, dass der alte und der neue Schülerkreis zusammenwachsen. Der neue Schülerkreis wollte sich seiner Identität vergewissern und hat darüber gesprochen, und ich habe den Eindruck gehabt, dass der neue Schülerkreis zusammen mit dem alten sich jetzt als Familie versteht und auch fühlt. Der Heilige Vater hat ja zunächst seinen Schülerkreis als seine Familie empfunden, und jetzt wird es eine Familie, die sich erweitert. Eine Reihe wichtiger Leute von unserem alten Schülerkreis konnten nicht mehr dabei sein aus gesundheitlichen Gründen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Jungen hineinwachsen.“

Am Sonntag war der geistliche Höhepunkt die Heilige Messe mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI. in der Kirche des Camposanto Teutonico im Vatikan. Wie war das, mit dem emeritierten Papst zu feiern?

„Wunderbar! Die Freude des Heiligen Vaters, die feierliche Heilige Messe mit einer Ansprache über, wie er es immer macht, das Thema des Evangeliums und der Lesung. Wir hoffen, dass wir diese Ansprache eines Tages auf unserer Webseite veröffentlichen können. Er hat richtig frisch gepredigt. Das hat sich auch beim anschließenden Treffen gezeigt, dass er fast frischer gewirkt hat als vor einem Jahr. Natürlich ist er etwas älter geworden, und er spürt, dass es mit dem Gehen nicht mehr so gut ist. Aber seine geistige Frische war ganz außerordentlich.“

Können Sie uns schon verraten, worüber der Ratzinger-Schülerkreis nächstes Jahr debattieren wird?

„Wir machen das immer so, dass wir als Schülerkreis eine Reihe von Themen aussuchen. Es wird meist eine lange Liste, und dann werden die wichtigsten aus dieser Liste herausgenommen, das sind immer drei oder vier. Ich habe heute Morgen mit dem Heiligen Vater darüber gesprochen. Wir haben noch keine Entscheidung getroffen. Das eine Thema wäre, wie heute von Gott reden. Und das zweite wäre die Gender-Frage. Es würde uns daran liegen, diese Frage der Gender-Theorie, die so viele Emotionen weckt von beiden Seiten, möglichst sachlich und emotionslos zu besprechen, aber vor allem auf hohem Niveau, sodass die Argumente gut zur Darstellung kommen und gut abgewogen werden können.“

(rv 26.08.2014 gs)



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