RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 11.9.2016

Tagesmeldungen vom 11.9.2016

Franziskus: Unverzeihliche Sünden gibt es nicht -
- Papst firmt schwerkranken Buben am Petersplatz -
Nahost: „Unterdrückung der Unterschiede“ hilft nicht -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Franziskus: Es gibt keine unverzeihliche Sünde
Es gibt keine unverzeihliche Sünde und keinen auf immer verlorenen Menschen: Gott verzeiht alles und jedem. Daran hat Papst Franziskus an diesem Sonntag beim Angelus erinnert. Er bezog sich auf das lange Sonntagsevangelium nach Lukas (Lk 15,1-32) mit seinen drei Parabeln, jene vom guten Hirten, der 99 Schafe zurücklässt, um das eine verlorene zu retten, jene von der Frau mit der wiedergefundenen Münze, und das dritte vom verlorenen Sohn und dem barmherzigen Vater. Ein verbindendes Element der drei Erzählungen ist die gemeinsame Freude am Ende, das Veranstalten eines Festes, hob Franziskus hervor. Der Festcharakter der Versöhnung sei letztlich auch im Beichtstuhl zu spüren: „Habt ihr schon mal dran gedacht, dass jedes Mal, wenn ihr beichtet, Freude im Himmel ist? Das ist schön!“ (rv)
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Heiliges Land: Konfliktlösung geht nicht mit „Unterdrückung der Unterschiede“
Der neue Verwalter des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, Administrator Pierbattista Pizzaballa, hat zum Frieden im Heiligen Land aufgerufen. „Ich bitte um einen Frieden, der Ausdruck hartnäckigen Dialogwillens und gegenseitigen Zuhörens ist", sagte der Franziskaner laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ (Sonntag). Pizzaballa hatte sich am Samstagnachmittag in seiner Heimatdiözese Bergamo geäußert, wo er die Bischofsweihe empfing. Eine Lösung des Nahostkonflikts sei seiner Meinung nach nicht durch „Unterdrückung der Unterschiede" möglich. Auch Abkommen zu einem „Nichtangriffspakt" allein reichen aus seiner Sicht nicht aus. (kap)
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Australien/Vatikan: Botschafterin spricht über Flüchtlingspolitik
Australien hat seine Botschaft beim Heiligen Stuhl aufgewertet. Vergangene Woche überreichte die neue Botschafterin, Melissa Hitchman, ihr Beglaubigungsschreiben im Vatikan: sie ist die erste Karrierediplomatin an dieser Stelle, das heißt, sie hat alle Stationen der klassischen Diplomatenausbildung ihres Landes durchlaufen und ist keine Quereinsteigerin wie ihre Vorgänger in der australischen Botschaft beim Heiligen Stuhl. „Papst Franziskus ist ein Reformpapst und die australische Regierung unter Malcolm Turnbull ist innovativ“, zeichnete Melissa Hitchman im Gespräch mit unserem Sender eine Gemeinsamkeit auf, die sie bestärken wolle. (rv)
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HINTERGRÜNDE:

An diesem Montag, den 12. September, jährt sich zum zehnten Mal die berühmt gewordene „Regensburger Rede“ von Papst Benedikt XVI. Sie sorgte wegen eines islamkritischen Zitates des byzantinischen Kaisers Manuel II. Palaeologos in der muslimischen Welt für einen Sturm der Entrüstung, dem auch Menschenleben zum Opfer fielen; dabei hatte Benedikt am Ende der Rede zum Dialog aufgerufen. Wenige Wochen später wurde die Vorlesung allerdings auch Ausgangspunkt einer äußerst positiven Entwicklung: 38 führende Imame und Theologen der islamischen Welt gingen per offenem Brief das Dialogangebot des Papstes ein. Aus der Initiative, der sich nach und nach mehr als 100 weitere Islamgelehrte anschlossen, entstand das vatikanisch-islamische Gesprächsforum. (rv)
Papst Benedikts Regensburger Rede in amtlicher Übersetzung zum Nachlesen

Menschen in der Zeit: Der Afrikamissionar Friedrich Stenger
Die Missionsgesellschaft der Afrikamissionare – Weiße Väter - wurde vor rund 150 Jahren 1868 vom Erzbischof von Algier und späteren Kardinal Charles Allemand Lavigerie gegründet. Anfänglich waren sie nur für den Bereich Nordafrikas gedacht. Heute sind etwa 2000 Afrikamissionare in 26 Ländern Afrikas und ihren jeweiligen Heimatländern tätig. Der aus Aschaffenburg gebürtige Pater Friedrich Stenger (Jahrgang 1942) wirkt für seinen Orden im Generalat in Rom. Aldo Parmeggiani sprach mit dem Weißen Vater. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat persönlich einen schwerkranken Jungen gefirmt. Er spendete dem 16-jährigen Giuseppe Chiolo aus Sizilien das Sakrament am Samstag am Rand der Sonderaudienz zum Jahr der Barmherzigkeit, wie die Vatikanzeitung L´Osservatore Romano berichtete. Der Firmung unter dem von Schweizergardisten bewachten „Glockenbogen“, dem Arco delle Campane, wohnten auch die Eltern, die Schwester und eine Tante des Buben bei. Giuseppe ist in der Onkologie-Abteilung eines Krankenhauses in Florenz in Behandlungen, eine „Ambulanz der Barmherzigkeit“ brachte ihn in den Vatikan. Der junge Krebspatient hatte dem Papst einen Brief geschrieben, woraufhin ihn dieser kurzerhand in den Vatikan einlud, hieß es in dem Bericht. (or)
Zum 16. Mal tritt ab Montag im Vatikan die Gruppe der neun Kardinäle zusammen, die Papst Franziskus bei der Kurienreform beraten. Die K9-Arbeitsrunde tagt bis Mittwoch in der päpstlichen Residenz Santa Marta, Franziskus nimmt für gewöhnlich an den Besprechungen teil, mit Ausnahme von Mittwochvormittag, den er der Generalaudienz widmet. Der K9-Rat wurde von Franziskus nach seinem Amtsantritt gegründet und ist seither ein begleitendes Instrument des Pontifikates. Er setzt sich aus Kardinälen von allen Kontinenten zusammen. Europa vertritt der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx. (rv)

Europa

Deutschland
Im Beisein von Kurienerzbischof Georg Gänswein ist am Sonntag im Altötting eine Statue des emeritierten Papstes Benedikt XVI. enthüllt worden. Vor genau zehn Jahren hatte das damalige Kirchenoberhaupt in dem Marienwallfahrtsort einen großen Gottesdienst gefeiert; Altötting hat der emeritierte Papst in seinem jüngst erschienenen Interviewbuch mit Peter Seewald als seinen Lieblings-Wallfahrtsort bezeichnet. An der Enthüllung und dem vorangegangenen Festgottesdienst nahmen außer dem Privatsekretär Benedikts der Passauer Bischof Stefan Oster und dessen Vorgänger Wilhelm Schraml teil. Konzeption und Ausführung des Denkmals besorgte in rund 2.000 Arbeitsstunden der Künstler Joseph Michael Neustifter. Benedikt XVI. ist mit Mitra, Hirtenstab, Messgewand und grüßender Hand dargestellt. Auf dem Sockel findet sich sein Wappen und der Bischofsspruch „Cooperatores veritatis“, zu Deutsch „Mitarbeiter der Wahrheit“. (kna/rv)

Italien
Die neue Bürgermeisterin von Rom ist am Samstag unentschuldigt einem Termin im Vatikan ferngeblieben. Virginia Raggi sagte das Treffen laut italienischen Medienberichten im Nachhinein aus persönlichen Gründen ab. Sie hätte am Samstagnachmittag in der Audienzhalle Fragen italienischer Jugendlicher der „katholischen Aktion“ beantworten sollen. In Italien interpretieren Journalisten die Absage der Bürgermeisterin als Zeichen einer Verschlechterung des Verhältnisses zwischen dem Vatikan und der römischen Stadtregierung. Die vatikanische Zeitung „L´Osservatore Romano" bescheinigte Rom in ihrer Sonntagsausgabe einen „Zustand der Verwahrlosung", nahm aber keinen direkten Bezug auf Raggi. Die 38-jährige Politikerin der Protestbewegung „Fünf Sterne" hat nach knapp 100 Tagen im Amt bereits massive Schwierigkeiten. Jüngst traten an einem Tag vier ihrer wichtigsten Mitarbeiter zurück. Rom gilt als kaum noch regierbar, die öffentlichen Dienste sind in desolatem Zustand. (kna/rv)

Afrika

Ägypten/Schweiz
Vier junge Kopten, die wegen Beleidigung des Islam von einem ägyptischen Gericht zu fünf Jahren Haft verurteilt worden waren, wollen einen Asylantrag in der Schweiz stellen. Darüber berichtet der vatikanische Fidesdienst. Die Schüler hatten in Minya im Frühjahr 2015 ein mit dem eigenen Handy gefilmtes Video in Umlauf gebracht, das zeigt, wie ein betender Muslim hingerichtet wird. Vorbild waren die verheerenden Hinrichtungs-Videos des Islamischen Staates (IS). Vor der Vollstreckung des Urteils wanderten die jungen Männer im April in die Türkei aus, wo sie sich fünf Monate lang an einem geheimen Ort aufhielten. Anfang September konnten sie mit Hilfe einer Menschenrechtsorganisation ein humanitäres Visum für die Einreise in die Schweiz erhalten, wo sie nun bleiben wollen. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kath.ch, Reuters, Ap, Adnkronos, Asianews, Fides, Cns, Ucanews, Misna, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.

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