RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 8.9.2017

Tagesmeldungen vom 8.9.2017

Papst Franziskus in Kolumbien

- Werben um Versöhnung, auch mit der Natur -
„Eine lebendige, gerechte, solidarische Gemeinschaft“ -
- Aufruf an Bischöfe Lateinamerikas: „Leidenschaft!“ -
____________________________________
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Gudrun Sailer
Redaktionsschluss 17.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
____________________________________

PAPST IN KOLUMBIEN, FREITAG

Der zweite Tag der Reise steht unter dem Titel ‚Versöhnung’ und führt den Papst nach Villavicencio. Dort feiert er eine Messe und spricht Märtyrer selig. Später nimmt er noch an einem nationalen Versöhnungstreffen teil, bevor es zurück nach Bogotá geht. (rv)

Papst wirbt in Kolumbien für Versöhnung - auch mit der Natur
Dass der Papst in Kolumbien nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg zur Versöhnung aufruft, konnte man erwarten. Aber bei einer Messfeier in Villavicencio im Landesinnern hat Franziskus an diesem Freitag noch mehr getan: Er hat auch zur Beseitigung „struktureller Ungerechtigkeiten“ im Land aufgerufen, hat vor einer „Pseudogerechtigkeit“ gewarnt und zur Versöhnung der Kolumbianer auch mit der Natur aufgerufen – und er hat in einem Nebensatz „patriarchalische und chauvinistische Haltungen“ gegeißelt. Ganz schön viel für eine Predigt. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Messe in Villavicencio: Der Text der Predigt

Papst spricht Märtyrer selig: „Hass der Fürsten der Welt“
Beide sind Märtyrer, beide Geistliche und beide sind das, was der Papst oft als „moderne Märtyrer“ bezeichnet, also Menschen, die von gewaltsamen Regimen umgebracht wurden. Papst Franziskus hat an diesem Freitag zwei Kolumbianer selig gesprochen: Bischof Jesús Emilio Jaramillo Monsalve wurde von marxistischen Guerillas 1989 getötet, der Priester Pedro María Ramírez Ramos wurde bereits zu Beginn der Gewalt in Kolumbien 1948 umgebracht. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

PAPST IN KOLUMBIEN, DONNERSTAG

Messe in Bogotá: „Eine lebendige, gerechte, solidarische Gemeinschaft“
Wie der See Genezareth, wie die Menschenmenge, wie die Enttäuschung und wie Petrus: Papst Franziskus legte in seiner Predigt bei der Messe zum Abschluss des ersten Reisetages das Evangelium ganz konkret mit Blick auf Kolumbien aus. Die Menschen, die Jesus zu Jüngern berufen wird, fischen auf dem See, aber ohne Erfolg, der See ist der Ort wo „die Hoffnung auf fruchtbare Arbeit und die Enttäuschung über die nutzlosen vergeblichen Bemühungen zusammen“ treffen. Eine Million und 100.000 Menschen kamen zur Papstmesse in Kolumbiens Hauptstadt Bogota. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Papstmesse in Bogotá Der Text der Predigt

Papst an Bischöfe Lateinamerikas: „Leidenschaft!“
Ein Schatz, der noch vollständig zu entdecken ist: Was die Bischöfe Lateinamerikas vor genau zehn Jahren begonnen hätten, sei auch heute noch Einladung und Herausforderung. Vor zehn Jahren hatte der Bischofsrat Lateinamerikas (CELAM) in Aparecida getagt und ein wegweisendes Dokument veröffentlicht. Dieses Dokument griff Papst Franziskus nun wieder auf, als er das Leitungsgremium des CELAM in Bogotá traf. Es war nicht das erste Mal, dass er die Bischöfe des Kontinents an ihre Versprechen von Aparecida erinnerte, schon vor vier Jahren, bei seiner allerersten Reise nach Rio de Janeiro war das bereits Thema. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Papst an Lateinamerikanischen Bischofsrat Text der Ansprache

Papst an Kolumbiens Bischöfe: Keine „Kaste von Funktionären“
Papst Franziskus hat die Bischöfe Kolumbiens dazu aufgerufen, Hirten zu sein und nicht Funktionäre, sich nicht den Machthabenden anzudienen, auf geheime Absprachen zu verzichten und dem Land zu helfen, „mutig den ersten Schritt auf dem Weg zum endgültigen Frieden zu tun“. In einer langen und artikulierten Rede äußerte sich der Papst vor den 130 Bischöfen Kolumbiens in Bogota; es war das erste Mal bei einer Reise von Franziskus, dass die Ansprache an den Episkopat eins zu eins öffentlich übertragen wurde. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Papst trifft Bischöfe Kolumbiens: Der Text der Ansprache

Kolumbien: Ein mordfreier Tag in Bogotá
Am Tag der Ankunft von Papst Franziskus in Bogotá hat es in der kolumbianischen Hauptstadt keinen einzigen Mord gegeben. Das berichtet die Tageszeitung „El Espectador“ unter Berufung auf Bogotas Bürgermeister Enrique Penalosa. Im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 31. Juli erfasste die örtliche Kriminalitätsstatistik demnach 633 Morde - das entspricht einem Durchschnitt von drei gewaltsamen Todesfällen am Tag. Der Mittwoch sei jedoch ein „mordfreier“ Tag gewesen. (kna)

Kolumbien: Venezuelas Bischöfe berichteten Papst über Krise
Eine Gruppe von Bischöfen aus Venezuela hat Papst Franziskus am Donnerstagabend in Bogota von einer „Zuspitzung der Krise" in ihrem Land berichtet. Wie aus einer Mitteilung der Venezolanischen Bischofskonferenz (CEV) hervorgeht, habe Franziskus bei der kurzen Begegnung abseits des offiziellen Programms seine „Nähe zum venezolanischen Volk" und seine Sorge um die derzeitige Krise bekundet. Er verfolge das Geschehen genau und sei sich der schwierigen Lage bewusst. (kap)
Hier mehr

Papst an Kolumbiens Jugend: „Helft, die Herzen zu heilen“
Papst Franziskus hat die jungen Menschen in Kolumbien in einer mitreißenden und von Jubel unterlegten Rede dazu aufgefordert, unbeirrt am Frieden im Land zu arbeiten. An sich waren nur zehn Minuten für „einige Worte des Grußes“ vom Balkon des Kardinalspalastes in Bogotá vorgesehen – doch offenbar war dem Papst die Rede schon beim Schreiben nur so aus der Feder geflossen, aus dem „Gruß“ wurde eine halbe Stunde, die Franziskus ganz dem Generalthema der Versöhnung widmete. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Papst trifft die Jugend Kolumbiens: Der Text der Ansprache

____________________________________

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat den verstorbenen Kardinal Carlo Caffarra als großen Kirchenmann gewürdigt. Der „teure Bruder im Bischofsamt“ habe „mit Freude dem Evangelium gedient und die Kirche intensiv geliebt“, heißt es in einem Beileidstelegramm des Papstes an den Erzbischof von Bologna Matteo Zuppi, Caffarras Nachfolger in jener Diözese. (rv)

Europa

Belgien
Belgiens Primas Jozef De Kesel, Erzbischof von Mecheln-Brüssel, hat für das Schweigen der belgischen Kirche während der Massenverhaftung von Juden im August und September 1942 um Vergebung gebeten. Bei einer Konferenz zum 75. Jahrestags der Massenverhaftungen mahnte er, das Geschehene nicht zu vergessen und die Geschichte nicht zu verleugnen. Im Brüsseler Stadtviertel Marolles hatten in der Nacht zum 4. September 1942 die Nationalsozialisten 718 Juden verhaftet. Die Menschen wurden nach Auschwitz deportiert. (kna)

Afrika

Südafrika
Die Südafrikanische Katholische Bischofskonferenz (SACBC) startet eine Kampagne, um das Bewusstsein der Menschen für den Umweltschutz zu stärken. Das meldet die afrikanische Nachrichtenagentur CISA. Die Bischöfe setzen damit Impulse aus der Umweltenzyklika des Papstes „Laudato Sí“ um. „Gott hat die Menschheit geschaffen und ihr aufgetragen, die gesamte Schöpfung zu wahren“, zitierte der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Sakhi Mofokeng, in einem Interview aus dem vielbeachteten päpstlichen Lehrschreiben. (cisa)

Asien

Indien
Christliche Gruppen und Oppositionelle üben Kritik an dem Verbot des Religionswechsels in einem weiteren indischen Bundesstaat. Nach Informationen von ucanews ist der Bundesstaat Jharkhand bereits der siebte, der in Indien einen Übertritt zu anderen Religionen verbietet. Das Gesetz ziele nur auf christliche Missionare in Indien ab, gibt die asiatische Nachrichtenagentur kritische Stimmen der Opposition und der Kirche wieder. Zu denen würden selbst missionarische Krankenhäuser und Schulen gezählt. (ucanews)

Myanmar
Zum Gebet für den Papstbesuch in Myanmar Ende November hat der Erzbischof von Yangon, Kardinal Bo, die 700.000 Katholiken des Landes aufgerufen. Papst Franziskus wird vom 27. bis 30. November in Myanmar erwartet. Nach mehreren Treffen in Yangon am ersten Tag seiner Reise trifft er am 28. November in der Hauptstadt Naypyidaw den Präsidenten Htin Kyaw und die Außenministerin Aung San Suu Kyi. Höhepunkt der Reise wird die Messfeier unter freiem Himmel in Yangon am 29. November sein, zu der 300.000 Gläubige aus Myanmar und den Nachbarländern erwartet werden. (ucanews)

Amerika

Vereinigte Staaten
Die katholischen Bischöfe der USA weisen die scharfen Angriffe des früheren Chefberaters von US-Präsident Donald Trump, Steve Bannon, zurück und verteidigen ihre Haltung in der Migrationsfrage. Die liebevolle Aufnahme Fremder und Notleidender sei eine Kernforderung der Bibel und der Botschaft Jesu, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Stellungnahme der US-Bischofskonferenz. Bannons Aussage, das Engagement für Flüchtlinge und Migranten sei kein zentrales Anliegen der katholischen Lehre, sei „absurd“. (kna)

____________________________________

Alle unsere Nachrichten, Tag für Tag, seit dem Jahr 2005
Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:

16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.

· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.

· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.

· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz

· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)

· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.de. Weitere Informationen hier

Post: Radio Vaticana - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail:
deutsch@vatiradio.va