RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 20.12.2012

Tagesmeldungen vom 20.12.2012

- Papst schreibt Gastbeitrag für „Financial Times“ -
- Paul VI. soll seliggesprochen werden -
- 447.000 Menschen bei den Generalaudienzen -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Stefanie Stahlhofen
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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THEMEN DES TAGES:

Papstartikel in der „Financial Times“: „Zeit für Engagement der Christen“
Twitter ist nicht die einzige moderne Kommunikationsplattform, der sich Benedikt XVI. in diesen Tagen bedient. An diesem Donnerstag erschien in der britischen Zeitung „Financial Times“ ein Artikel des Papstes. Die Überschrift: „Eine Zeit für Christen, sich in der Welt zu engagieren.“ Die Geburt Christi fordert dazu heraus, eigene Prioritäten, Werte und Lebensstile zu überdenken. Das sei besonders für das vergangene Jahr gültig, das für viele Menschen von ökonomischem Druck geprägt gewesen sei, so der Papst. In der Reflektion des Evangeliums fänden Christen die Inspiration für ihr tägliches Leben und für ihr Engagement in der Welt, sei es im Parlament oder an der Börse. Aber christliches Engagement sollte dabei jede Form von Ideologie überschreiten, erinnert der Papst. (rv/ft)
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Paul VI. auf dem Weg zur Seligsprechung
Papst Paul VI., geboren als Giovanni Battista Montini, ist einen Schritt weiter auf dem Weg zu seiner Seligsprechung. Papst Benedikt XVI. unterschrieb an diesem Donnerstag ein Dekret, mit dem er den so genannten „heroischen Tugendgrad“ seines Vorgängers anerkannte. Die Kirche drückt damit aus, dass der Betreffende die christlichen Tugenden in vorbildlicher Weise gelebt habe. Damit ist das Verfahren zur Seligsprechung zunächst abgeschlossen, es fehlt nur noch die Anerkennung eines Wunders, das auf die Fürsprache Pauls VI. hin erfolgt ist. Insgesamt unterschrieb Benedikt XVI. 24 Dekrete. Dreizehn davon betreffen Wunder, weitere zehn stellen den heroischen Tugendgrad fest und eines bestätigt ein Martyrium. (rv)
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Österreich: Kirche steht Flüchtlingen bei
Zur Weihnachtszeit ist in Erinnerung an Josef und Maria viel von Not und Herbergssuche die Rede. Unter anderem in der Votivkirche in Wien ist das jetzt konkrete Realität geworden: Seit dem 18. Dezember übernachten dort Asylbewerber, um auf die prekäre Situation der Flüchtlinge im Lager Traiskirchen aufmerksam zu machen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verbrachten etwa 30 Asylbewerber die Nacht in der Kirche. Der Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki hatte bereits am Mittwoch bei einer Pressekonferenz betont, dass die Kirche den Flüchtlingen beistehe. Die Asylsuchenden hätten die Votivkirche bewusst gewählt, weil sie ein symbolträchtiger Ort sei. (kap)
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Sektenbeauftragter zu Weltuntergangsthese: Nichts zu befürchten
Falls Sie diese Nachricht am oder nach dem 21. Dezember 2012 lesen, hatten jene unrecht, die behaupteten, am 21. Dezember 2012 gehe die Welt unter, weil es die Maya so vorhergesehen hätten. Vielmehr ist es so, dass der Maya-Kalender in eine neue Phase übergeht. Der Theologe und Experte für Sekten- und Weltanschauungsfragen im Erzbistum München und Freising, Axel Seegers, erklärt gegenüber Radio Vatikan, dass die Maya ein zyklisches Zeitverständnis hatten. So wie bei uns die Jahreszeiten einander abwechseln und sich jedes Jahr wiederholen, gelte das ähnlich für den Maya-Kalender. Es gibt also nichts zu befürchten. (rv)
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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Uganda: Die Lebendigkeit der jungen Kirche
Die Lebendigkeit des Gemeindelebens in Uganda hat Kardinal Fernando Filoni positiv beeindruckt. Der erste Besuch eines Kurienkardinals in der Region überhaupt fand anlässlich der Hundertjahrfeiern der Diözese Arua statt. Den Jubiläumsfeierlichkeiten der Diözese schlossen sich auch andere Diözesen der Kirchenprovinz Gulu an, die vor kurzem ihr 100-jähriges Jubiläum feierten. Der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker erläuterte kurz nach seiner Rückkehr aus der zentralafrikanischen Diözese, was das dortige Gemeindeleben seiner Einschätzung nach ausmacht:„Wir haben es hier mit einer sehr lebendigen und sehr schönen Ortskirche zu tun. Es handelt sich um eine Gemeinschaft, die allgemeiner Ansicht nach zu den schönsten, bedeutendsten und vitalsten von ganz Uganda gehört. Deshalb sollte die Anwesenheit des Präfekten der Missionskongregation die bereits getane Arbeit würdigen und die Straße für die Arbeit ebnen, die noch zu tun ist.“ (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

447.000 Menschen waren im zu Ende gehenden Jahr bei den Mittwochs-Generalaudienzen von Papst Benedikt XVI. dabei. Das sind etwa zehn Prozent mehr als die Besucher im vergangenen Jahr. Das ergab die Zählung der Präfektur des päpstlichen Hauses in Castelgandolfo, auf dem Petersplatz und in der Audienzaula. Die meisten Besucher hätte der Monat Oktober mit 90.000 Pilgern gehabt, schreibt der Osservatore Romano, die wenigsten der Monat August mit nur 10.500 Personen. (or/rv)
„Je mehr Ihr Jesus kennen lernt,
mit ihm sprecht und ihn in Euren Herzen habt, umso glücklicher werdet ihr sein.“ Mit diesen Worten hat sich Papst Benedikt XVI. an diesem Donnerstag an die Jugendlichen der „italienischen Katholischen Aktion“ gewandt. Mit dem Vertrauen auf Gott gelänge es auch, die traurigen Gedanken, die einem manchmal in den Sinn kämen, zu besiegen, so der Papst. Zudem ging er auf das vorstehende Weihnachtsfest ein, die Feier der Geburt Jesu. Dabei erinnerte Benedikt die Jugendlichen: „Jesus ist aufgewachsen als Jugendlicher wie Ihr. Er hat die Straßen der Welt bereist, um uns von der Liebe Gottes, die das Leben schön und froh macht, zu berichten.“ (rv)
Sorgen um Kürzungen im Gesundheitswesen der europäischen Länder macht sich der Präsident des päpstlichen Gesundheitsrates. Kurienerzbischof Zygmunt Zimowski äußerte sich bei einer Messe in Rom. Er rief zugleich zu einer flächendeckenden und den Pflegebedürfnissen angemessenen Gesundheitsversorgung für alle auf. Angesichts der Kürzungen in Folge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise bestehe die Gefahr, dass die Krankenhäuser zu „unmenschlichen Orten des Leids ohne Hoffnung“ würden, so Zimowski. (ansa/rv)

Europa

Deutschland
Wo und wann an Weihnachten zum Gottesdienst? Über das Internet-Portal www.weihnachtsgottesdienste.de lassen sich gezielt Messen an Heiligabend, Silvester und Neujahr sowie Dreikönige suchen. Die Datenbank enthält etwa 50.000 Gottesdiensthinweise im ganzen Bundesgebiet. Dieses Onlineportal wird in ökumenischer Eintracht von der Katholischen und Evangelischen Kirche in Deutschland getragen. Beide große Kirchen haben in den vergangenen Wochen in ihren Pfarrgemeinden für den Gottesdiensteintrag in der Online-Datenbank geworben. Zahlreiche Pfarrgemeinden nahmen dieses Angebot an und haben oft Angaben gemacht, die Behinderten zu Gute kommen, zum Beispiel über Barrierefreiheit oder Induktionsschleifen für Schwerhörige. Auch Gottesdienste in Fremdsprachen werden aufgeführt. (pm)
Vom nächsten Schuljahr an gibt es in Hessen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht. Das kündigten Kultusministerin Nicola Beer und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn in der Landeshauptstadt Wiesbaden an. Kooperationspartner des muslimischen Religionsunterrichts, der der staatlichen Schulaufsicht unterliegt, sind nach Angaben der beiden Minister der Landesverband Hessen der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) und die Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik. Beide Antragsteller erfüllten die verfassungsmäßigen Voraussetzungen und hätten daher Anspruch auf Einrichtung eines Religionsunterrichts für ihr jeweiliges Bekenntnis, betonte Beer. Bei der Ahmadiyya-Gemeinschaft handelt es sich um eine weltweite islamische Reformbewegung. (kna)

Italien
Die Kirche braucht keine kommunale Immobiliensteuer nachzuzahlen. Das hat die EU-Kommission beschlossen. Ausnahmen der entsprechenden Immobiliensteuer, die von 2006 bis 2011 galten, seien zwar nicht mit den EU-Regeln für Staatsbeihilfen vereinbar, teilte die Kommission in Brüssel am Mittwoch mit. Die italienische Regierung habe jedoch nachgewiesen, dass es „absolut unmöglich“ sei, den Umfang der gewährten Vorteile an die Kirche und andere nicht-kommerzielle Organisationen zu messen oder gar einzutreiben. Die EU-Kommission hatte eine längere Untersuchung in Gang gesetzt. Der Fall sei sehr speziell und in Brüssel einmalig, sagte der Sprecher des EU-Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia. In Brüssel lagen keine Schätzungen vor, wie viel die Kirche als große Immobilienbesitzerin in Italien bei einer Nachzahlung hätte nachzahlen müssen. (ansa/apa)
Italiens Bischöfe haben derweil die Billigung der neuen gesetzlichen Regelung zur Befreiung von der italienischen Grundsteuer durch die EU-Kommission begrüßt. Die Entscheidung sei „gerecht und ausgewogen“, sagte der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Kardinal Angelo Bagnasco, am Mittwoch in Genua. Es handele sich keineswegs um eine besondere Privilegierung der katholischen Kirche. Diese ist in Italien größter Nutznießer der Befreiung nichtkommerzieller Einrichtungen von der Grundsteuer. (ansa/apa)

Spanien
„Gebt euer dreizehntes Monatsgehalt den Armen“ – dazu ruft der spanische Bischof von Santander im Norden Spaniens, Vicente Jiménez Zamora, in seinem Weihnachts-Hirtenbrief auf. In dem an Gläubige und Priester gerichteten Schreiben schlägt der Geistliche vor, das Geld über die diözesane Caritas denjenigen zukommen zu lassen, die unter den Folgen der Wirtschaftskrise leiden. (asca)
Die Regierung in Madrid will ihre guten Beziehungen zum Vatikan aufrecht erhalten. Das sagte der spanische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Eduardo Gutierrez Saenz de Buruaga, wie die spanische Nachrichtenagentur „Efe“ berichtet. Für Spanien sei 2012 ein schwieriges Jahr gewesen. Besonders die Wirtschaftskrise habe Spanien sehr negativ beeinflusst. Der spanische Botschafter würdigte auch die Rolle der katholischen Kirche in seinem Land. Ohne den Einsatz der katholischen Kirche wäre die soziale Lage in Spanien noch schlimmer. Dank der Unterstützung der Caritas sowie der katholischen Bildungseinrichtungen sei Spanien heute weiterhin ein Land, in dem es vielen Menschen gut gehe. (efe)

Irland
Premierminister Enda Kenny hat die Kritik der katholischen Kirche an der geplanten Änderung der Abtreibungsgesetzgebung des Landes zurückgewiesen. Laut einem Bericht der Tageszeitung „Irish Independent“ vom Donnerstag sagte Kenny, die Klärung der Gesetzeslage würde eine „Kultur des Lebens“ schaffen. Damit reagierte Kenny auf eine Äußerung des Bischofs von Kilmore, Leo O'Reilly, der mit einem Zitat Johannes Paul II. den Vorstoß der Regierung als „den ersten Schritt zu einer Kultur des Todes“ bezeichnet hatte. Der Regierungschef schloss zudem Vergewaltigungen und Deformationen des Fötus als Gründe für Abtreibungen aus. Er kündigte an, die irische Kirchenführung im Neuen Jahr zu einer Aussprache zu treffen. (kna)

Afrika

Ägypten
Auch Vertreter dreier christlicher Kirchen nahmen am Dienstag an der vierten Sitzung des nationalen Dialogs in Kairo teil. Die katholische Kirche war durch den Medienbeauftragten der katholischen Bischöfe in Ägypten, Pfarrer Rafic Greiche vertreten. Anwesend waren auch ein Vertreter der orthodoxen und der evangelischen Kirche. Vor einem Monat hatten die Vertreter der drei Kirchen sich aus der verfassungsgebenden Versammlung zurückgezogen. Unterdessen hatten die Vertreter der christlichen Kirchen das Boykott der Volksabstimmung über den Verfassungsentwurf abgelehnt, die am 15. und 22. Dezember durchgeführt wird dabei gleichsam aber auch die eigenen Zweifel an einigen Punkten des Verfassungstextes geäußert. (fides)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 20.12.2012: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Christian Aid: Hoffnung und Hilfe für das Heilige Land / Irak: Eskalation der Gewalt / Der Uganda-Besuch von Kardinal Filoni

Freitag Abend, 21.12.2012: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Die USA und die Waffen / Der Eurovision Songcontest und die Religion / Keine Angst, heute kein Weltuntergang

Samstag Abend, 22.12.2012: Die Adventsbetrachtung
Unsere Woche: Die Papstansprache an die römische Kurie / Mit der Betrachtung zum vierten Adventssonntag von Bischof Felix Gmür, Basel

Sonntag Abend, 23.12.2012: Reden über Gott und Welt
Kontemplation. Was der anglikanische Erzbischof Rowan Williams den Katholiken ins Stammbuch schreibt

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:

16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
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Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
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Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.de.

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Das Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 0 21 02 / 711711 Fax: 0 21 02 / 2 14 13, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de

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