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Tagesmeldungen vom 22.3.2012

- Hilfe für Demokratisierungsprozess auf Kuba -
- Reaktion auf Massaker von Toulouse -
- Warnung vor wachsendem Nationalismus -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Anne Preckel
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr
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SCHWERPUNKT PAPSTREISE:

Wandel durch Annäherung
Der Papstbesuch auf Kuba wird den Demokratisierungsprozess in dem sozialistischen Land anstoßen
. Davon zeigt sich der vatikanische Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone im Interview mit der italienischen Tageszeitung „La Stampa“ überzeugt. Dass die Visite von der kubanischen Regierung politisch instrumentalisiert werden könnte, glaubt Bertone nicht. Die Regierung und das kubanische Volk würden im Gegenteil größte Anstrengungen unternehmen, um den Papst mit der ihm gebührenden Hochachtung zu empfangen, fügt Bertone an. Seit dem historischen Besuch von Papst Johannes Paul II. auf Kuba hätten sich Dialog und Kooperation zwischen Kubas Staat und Kirche verbessert, so der Kardinalstaatssekretär. (la stampa/rv)
Das Programm der Papstreise

Deutscher Botschafter: „Katholische Kirche ist der Lage auf Kuba gewachsen“.
Dass die katholische Kirche der politisch heiklen Lage im sozialistischen Kuba gewachsen ist, darüber ist sich der Deutsche Botschafter am Heiligen Stuhl, Reinhold Schweppe, sicher. Er sprach mit Radio Vatikan über seine Einschätzung der Lage und die großen Erwartungen, die auch Deutschland an den Besuch hat.(rv/la stampa)
Hier mehr in Text und Ton

Kubas Kirche: „Versöhnung ist die wichtigste Aufgabe für die Zukunft“
Diese Prognose macht gegenüber Radio Vatikan der Kuba-Kenner Michael Bautz. Der katholische Geistliche, der heute Diözesanadministrator der Diözese Dresden-Meißen ist, hat lange Zeit auf Kuba gewirkt und erlebte dort den ersten Papstbesuch im Jahr 1998 mit. Seiner Ansicht nach werden die Themen des bevorstehenden Papstbesuches auf Kuba die Einheit der Kirche, Ehe und Familie, die wachsende Verantwortung der Laien und die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche sein. (rv)
Hier das Gespräch mit Michael Bautz

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WEITERE THEMEN DES TAGES:

Frankreich: „Interreligiöser Dialog – jetzt erst recht!“
Als Reaktion auf das Massaker von Toulouse hat Kurienkardinal Jean-Louis Tauran zu mehr Anstrengungen bei der Erziehung zum Frieden aufgerufen. „Gewalt löst keine Probleme, ja verschlimmert sie“, sagte der Präsident des Päpstlichen Rates für interreligiösen Dialog im Interview mit der französischen Zeitung „La Croix“. Wir haben mit dem Zuständigen für interreligiösen Dialog in der französischen Bischofskonferenz, Bischof Michel Dubost, gesprochen. (rv/la croix/afp)
Hier geht es zum Interview

Neue „Gebrauchsanweisung“ für die Vatikanbibliothek
Es ist so etwas wie ein Schlüssel zu jahrtausendaltem Wissen: Das neue Handbuch zum Handschriften- und Münzkundebestand der Vatikanbibliothek. Zwölf Jahre lang haben der Direktor der vatikanischen Handschriftenabteilung, Paolo Vian, und der Altphilologe Francesco D’Aiuto an dem zweibändigen Werk gearbeitet; jetzt wurde es publiziert. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Mexiko vor dem Besuch
Der Pfarrer der deutschsprachigen Pfarrei St. Thomas Morus in Mexiko-Stadt freut sich auf Papst Benedikts Besuch. Auch wenn Ralf Hirsch den Papst wohl nicht live sehen wird. Das hängt vielleicht mit Sicherheitsgründen zusammen, so Hirsch im Gespräch mit dem Münchner Kirchenradio. Stichwort: Drogenkrieg. „Man muss einfach sagen, dass Teile des Landes sich nicht mehr in der Hand des Staates befinden, sondern in der Hand von kriminellen Gruppen.“ (rv/münchner kirchenradio)
Hier mehr in Text und Ton

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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Europäische Union
Vor zunehmenden Populismus und Nationalismus in Europa hat der Präsident der EU-Bischofskommission (ComECE), Bischof Adrianus van Luyn, gewarnt. Durch die Wirtschafts- und Finanzkrise drohten jene Kräfte Auftrieb zu bekommen, die einen nationalen Alleingang für die bessere Alternative hielten, beklagte van Luyn zum Auftakt der ComECE-Frühjahrsvollversammlung in Brüssel. Dazu würden „populistische alte Vorurteile und Ressentiments wieder ausgegraben und aktiviert“. So seien in der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit der Rettung Griechenlands alte „Klischees von den ,faulen Griechen‘“ oder „den Deutschen, die Europa ,überrollen‘“ wiederholt aufgetaucht. Van Luyn warnte weiter vor einer „Entsolidarisierung zwischen den Ländern Europas“. Solidarität dürfe nicht nur bedeuten, Hilfe zu erwarten, sondern auch selbst zur Verbesserung der Situation beizutragen, erklärte der ComECE-Präsident. (kna)

Deutschland
Vor einer Abschaffung des kircheneigenen Arbeits- und Tarifrechts hat der evangelische Kirchenrechtler Hans Michael Heinig gewarnt. Die Handlungsfähigkeit der beiden wichtigsten Wohlfahrtverbände wäre geschwächt, wenn sich Teile der Diakonie und Caritas außerhalb der Kirche organisieren müssten, „um die Marktlogik voll adaptieren zu können“, schreibt Heinig in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ von diesem Donnerstag. Die Gewerkschaften könnten bei der dann auftretenden Vielzahl an Einzelakteuren keine einheitlichen Tarife durchsetzen. Die Folge sei, dass das Entgeltniveau auf dem sozialen Markt weiter sinke und die „Ökonomisierung des Sozialen“ voranschreite. Kritiker sollten sich also genau überlegen, „was droht, wenn der Dritte Weg insgesamt fällt“, schreibt der Leiter des kirchenrechtlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). (faz/kna)
Erstmals findet an einem Palmsonntag ein katholischer Wortgottesdienst auf Facebook statt. Internet-User können sich aktiv am Gottesdienst beteiligen und mitbeten oder auch Gebete auf die Seite posten. Dies teilt das Internetportal „Kirche.tv“ mit. „Der Heilige Geist weht auch im Internet“, so Pfarrer Dietmar Heeg von der katholischen Fernseharbeit in Frankfurt. Er wird durch die Andacht führen. „Warum sollte sich eine Gemeinde nicht auch online bilden?“, fragt Heeg. Die Feier kann auf den Facebook-Accounts der beteiligten Kooperationspartner „Katholisch.de“, „Kirche.tv“ und „Domradio.de“ via Video-Live-Stream miterlebt werden. (kipa)
Die Bundestagsfraktion „Die Linke“ will die Staatsleistungen an Religionsgemeinschaften abschaffen. Sie legte dazu am Mittwoch in Berlin einen Gesetzentwurf vor, der die Trennung von Staat und Kirche fordert. Die Länder seien nach Vorgaben der Weimarer Reichsverfassung von 1919 verpflichtet, die historischen Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften abzulösen, heißt es darin. Das gelte auch heute noch. Die Kirchen genössen nach wie vor Mittel in erheblichem Umfang. Eine solche Bevorzugung gegenüber anderen Bekenntnisgemeinschaften und nichtreligiösen wie gesellschaftlichen Gruppen verstoße grundsätzlich gegen das Prinzip der Trennung von Staat und Kirche und die Verpflichtung des Staates zur Wahrung der religiös-weltanschaulichen Neutralität. Die Bundestagsfraktion beruft sich bei ihrem Vorschlag auch auf Forderungen von Papst Benedikt XVI., der bei seinem Deutschlandbesuch im September eine „Entweltlichung“ der Kirche gefordert und von einer positiven Wirkung für den christlichen Glauben durch die Streichung von kirchlichen Privilegien gesprochen habe. (kna)

Ungarn
Die Politik in Ungarn hat nach Ansicht von Europarats-Generalsekretär Thorbjörn Jagland einen zu dominanten Einfluss auf das Verfahren zur staatlichen Anerkennung von Religionsgemeinschaften. Einige der Vorschriften in dem seit Januar geltenden neuen ungarischen „Kirchengesetz“ seien in dieser Hinsicht „problematisch“, so Jagland in einem Interview der Nachrichtenagentur „Associated Press“ am Mittwochabend. Das Gesetz biete zwar einen umfassenden gesetzlichen Rahmen für Religionsgemeinschaften, die „politische Natur“ der Regelung sei aber, dass das ungarische Parlament im einzelnen darüber entscheidet, welche religiöse Gemeinschaft oder Kirche anerkannt wird, fügt Jagland an. (kap)

Afrika

Malawi
Bei einem Bürgertreffen in der Kathedrale von Limbe wurde ein Ultimatum an den Präsidenten gestellt. Die Bürger fordern von Präsident Bingu wa Mutharika, dass er innerhalb von 60 Tagen zurücktreten soll. Falls er dies nicht akzeptiere, so soll Mutharika Neuwahlen durchführen lassen. In ihrem Dokument beklagen die Teilnehmer des Treffens in der Kathedrale, dass das afrikanische Land vor allem durch die Wirtschaftskrise leide und ein mangelnder Respekt gegenüber den Regeln der Demokratie herrsche. Die Regierung lehnt das Ultimatum ab, berichtet „Fides“ am Mittwoch. (fides)

Amerika

Kuba
Die bisherigen Reformen der kubanischen Regierung sind nach Aussage des Erzbischofs von Santiago de Cuba, Dionisio Garcia Ibanez, nicht ausreichend. Es müsse mehr kreativen Freiraum und Gestaltungsmöglichkeiten für den einzelnen im wirtschaftlichen und sozialen Leben geben, sagte der Erzbischof der italienischen Tageszeitung „Avvenire“ vom Donnerstag. Garcia Ibanez verteidigte sein Eintreten für die Menschenrechtsgruppe der „Frauen in Weiß“ und die Vermittlungen der Kirche zur Freilassung politischer Gefangener. Mögliche Kritik an der Kirche wegen eines „Nachgebens“ gegenüber der Regierung dürfe nicht zu einem Alibi für Untätigkeit werden. Der Erzbischof sagte, er sehe die katholische Kirche nicht als Vermittlerin zwischen Regierung und Opposition, sondern als einen Teil der kubanischen Nation, der bereit sei, zum Wohl des Landes beizutragen. (kna/avvenire)

Vereinigte Staaten
Die traditionellen protestantischen Kirchen haben in den Vereinigten Staaten weiter Gläubige verloren. Weiteren Zuwachs haben jedoch die spirituellen Pfingstgemeinden und die Mormonen. Dies wurde im „Jahrbuch amerikanischer und kanadischer Kirchen“ bekannt gegeben. Seit 80 Jahren wird darin die religiöse Entwicklung in Nordamerika dokumentiert. Laut Aufzeichnung hätten Amerikaner unter 30 Jahren eine deutlich „geringere kirchliche Bindung“, als die Generationen davor. Die Zahl der Katholiken sei hingegen im Vergleich zum vorigen Jahr mit 68,2 Millionen nahezu konstant geblieben. Die römisch-katholische Kirche bleibe mit Abstand die größte Einzelkirche in den Vereinigten Staaten. (faz)

Vereinte Nationen

Anlässlich des Weltwassertages am 22. März fordert das katholische Entwicklungshilfswerk „Misereor“ ein international verbindliches Steuerungssystem für die Garantie des Rechts auf Wasser. „Wir brauchen verbindliche Mechanismen, damit das Recht auf Wasser wirklich garantiert werden kann“, so Misereor Hauptgeschäftsführer Josef Sayer. Er begrüßte den Aufruf des Vatikans, der vergangene Woche einen Appell an die internationale Gemeinschaft für ein Steuerungs- und Regelungssystem richtete und einen konsequenteren Einsatz für das allgemeine Recht auf Wasser forderte. (kap/pm) 

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, Abend, 22.03.2012: Kreuz des Südens
Themen u.a.: Pfarrer Hirsch aus Mexiko-Stadt über den Papstbesuch / Deutscher Botschafter Schweppe: Was erwartet er von der Mexiko- und Kuba-Reise? / Jordanien: Eine arabische Sozial-Charta vorgestellt

Freitag Abend, 23.03.2012: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Der Papst startet seine 23. Apostolische Reise

Samstag, 24.03.2012 bis Donnerstag, 29.03.2012: Die Papstreise nach Mexiko und Kuba
Aktuelle Berichterstattung zur 23. Apostolischen Reise des Papstes

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:

16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“ (KW 5885, 7190, 7250, 9645)

20.20 Uhr „Magazin“: (1530 kHz, 4005 kHz, 5885 kHz, 7250 kHz)

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag (1530 kHz, 4005 kHz, 7250 kHz)

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.

· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.

· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.

· World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).

· Radio Stephansdom um 19.30 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz.

· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)

· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind online live und auf Abruf zu hören unter: www.radiovaticana.de.

Das Vier-Monatsprogramm können Sie anfordern bei: Winfried Aufterbeck, Wiesenstr. 9a, D-40878 Ratingen. - Tel.: 0 21 02 / 711711 Fax: 0 21 02 / 2 14 13, E-mail: aufterbeck@radiovaticana.de

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va


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