RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 1.8.2013

Tagesmeldungen vom 1.8.2013

- Papst: Geschwisterlichkeit gegen Gleichgültigkeit -
- D: „Kein Platz für Antisemitismus in der Kirche“ -
- 3,5 Millionen Besucher beim Weltjugendtag -

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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Weltfriedenstag 2014: Geschwisterlichkeit gegen Gleichgültigkeit
Geschwisterlichkeit, Fundament und Weg zum Frieden: So lautet das Thema, das Papst Franziskus für den Weltfriedenstag der Kirche am 1. Januar 2014 gewählt hat, es wird der 47. Tag seit seiner Einführung unter Paul VI. sein und der erste für Papst Franziskus, wie der Vatikan am Mittwoch bekannt gab. Die Geschwisterlichkeit überwinde das Ausbreiten der „Globalisierung der Gleichgültigkeit“, von der der Papst schon oft gesprochen habe. Die Geschwisterlichkeit betreffe deswegen alle Bereiche des Lebens, die Wirtschaft, die Finanzwelt, die Gesellschaft, die Politik, die Forschung, die Entwicklung und die Kultur. (rv)
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Deutschland: Entlassung zweier Seminaristen nach Rassismusvorwürfen
„Antisemitismus hat in der Kirche keinen Platz“. Diese Überzeugung hat die Bischöfe von Bamberg und Würzburg, Ludwig Schick und Friedhelm Hofmann, dazu bewogen, zwei Seminaristen aus dem gemeinsamen Priesterseminar in Würzburg zu entlassen. Das gaben die Bistümer am Mittwoch bekannt. Nach Vorwürfen, Seminaristen hätten den Geburtstag Adolf Hitlers gefeiert und antisemitische Witze erzählt, hatten die beiden Bischöfe eine Kommission eingesetzt. Nach deren Bericht habe man zwei Seminaristen entlassen, über einen dritten Seminaristen sei noch nicht entschieden worden. „Wir wollen alles tun, dass solches antijüdisches und rassistisches Gedankengut in unserer gesamten Gesellschaft nicht vorhanden ist und wenn, dass es behoben wird“, so Schick gegenüber dem Kölner Domradio. (domradio/pm)
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Schweiz: Gegen Bistum Zürich sind nur noch Katholiken
Seit zwei Wochen ist ein altes Thema wieder auf der Tagesordnung: Die Frage nach einem eigenen Bistum Zürich. An sich keine neue Frage hat der Synodalrat der Katholiken erneut einen Vorstoß in diese Richtung gemacht, der auch allgemein als Idee einer Neuordnung der Bistümer verstanden werden will. Die größte Stadt der Schweiz und wohl auch jene mit den meisten Katholiken hat kein eigenes Bistum: Die Katholiken Zürichs, genauer der Synodalrat der Katholiken, will dies aber ändern, seit einiger Zeit gibt es wieder öffentliche Debatten zu diesem Thema. Lag früher Zürich am Rand des Bistums, so ist dies heute in viererlei Hinsicht nicht mehr der Fall. Die Trennung liege in der Vergangenheit begründet, wie gegenüber Radio Vatikan der Schweizer Kirchenhistoriker an der Universität Luzern, Markus Ries, erklärt. (rv)
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UNSERE SOMMERSERIE:

Radio Vatikan unterwegs: Folge 2
Ein Wochenende im Kloster, noch dazu in einem Anbetungskloster: Nicht die typische Beschäftigung für 15-23jährige Jugendliche. Trotzdem gibt es das. Auf der Sommerreise begegne ich fünf Jugendlichen, die regelmäßig in das Klarissenkloster nach Bautzen fahren. Johanne, Katharina, Luise, Patrizia und Anne: Ganz normale Mädchen mit ganz normalen Fragen, die dort alle zwei Monate reden, beten, fragen und suchen. Der Treffpunkt Sankt Klara in Bautzen: Junge Frauen erzählen. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland
Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck sieht unter Papst Franziskus bewegte Zeiten auf die katholische Kirche zukommen. Das sagte er in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur am Donnerstag. Der Papst sei „in all seiner Radikalität ein durch und durch geistlicher Mensch“ mit einem „unmittelbareren Zugang zu vielen Lebenswirklichkeiten der Menschen“. Das könne „für viele unbequem werden“, sagte Overbeck. Die Forderung des Papstes beispielsweise, hinauszugehen an die Ränder der Gesellschaft, könne auch die deutsche Kirche stärker mit Leben füllen, so Overbeck. Gleichzeitig warnte er davor, sich nur die „angenehmen“ Papstworte herauszusuchen. So habe der Papst zwar dazu aufgerufen, den Einsatz der Frauen in der Kirche nicht einzuschränken, jedoch habe er klar geäußert, „dass die Tür zum Frauenpriestertum verschlossen“ sei. (kna)

Österreich
1,5 Millionen Ausgaben des Jugendkatechismus „Youcat“ wurden beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro verteilt. Der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn bezeichnete diesen Erfolg in einem Interview mit dem katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“ als „einen Segen“. Laut Schönborn habe vor allem die Unterstützung von Papst Benedikt XVI. zu dem Erfolg beigetragen. Dank seiner Ermutigung konnten viele Hindernisse überwunden werden, so der Kardinal. Aber auch die großzügige finanzielle Unterstützung von „Kirche in Not“ habe es ermöglicht, dass die Bücher in dieser Auflage kostenlos in den brasilianischen Diözesen und katholischen Gemeinschaften verteilt werden konnten. Von einer solchen Ermutigung hatte der selige Papst Johannes Paul immer geträumt, sagte Schönborn. „Die neue Evangelisierung. Mit der Jugend, für die Jugend und durch die Jugend“. (rv)
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann ist mit dem „Theologischen Preis“ 2013 der Salzburger Hochschulwochen ausgezeichnet worden. Die Vergabekommission nannte das theologische Werk Lehmanns „einen Meilenstein moderner katholischer Theologie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, dessen Rezeption er entscheidend mitbestimmt hat“. Seine wissenschaftliche Arbeit mache ihn „zu einem der wichtigsten Theologen unserer Zeit“. Laut der Katholischen Nachrichtenagentur konnte Lehmann die Auszeichnung am Mittwochabend aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich entgegennehmen. Der Theologische Preis der Hochschulwochen wird seit 2006 vergeben. Er ist mit 5.000 Euro dotiert. (kna)

Schweiz/Vatikan
Die Schweizergarde hat grundsätzlich kein Interesse, außerhalb der Schweiz Kommunikationsarbeit zu machen, weil deren Nachwuchs in der Schweiz zu suchen ist. Das betonte der Kommandant der Schweizer Garde, Daniel Anrig, in einem Interview mit der Gratis-Zeitung „20 Minuten“. Für den Vatikan sei die Schweizergarde „die Visitenkarte des Heiligen Vaters und der Kirche“, fügte Anrig an. Der Kommandant äußerte sich anlässlich der Wanderausstellung über die Schweizergarde. Dies wird demnächst auch in Südamerika gezeigt, dem Heimatkontinent von Papst Franziskus. (rv/kipa)

Schweiz
Der Einsiedler Abt Martin Werlen, Festredner an der diesjährigen Bundesfeier in Zürich, hat sich kurzerhand entschlossen, die Rede mit zwei jungen Erwachsenen vorzutragen. Die Rede unter dem Zeichen des Miteinanders hat unter den Zuhörern große Zustimmung erfahren – trotz oder gerade wegen des Umschiffens der kirchenpolitisch heißen Eisen, wie die Schweizer Nachrichtenagentur Kipa berichtet. Zürich sei die interessanteste Stadt der Schweiz, so Abt Martin, weil sie das Miteinander jeden Tag lebe. „In unserem Land haben es die Menschen immer wieder gewagt, miteinander den Weg zu suchen. Verschiedene Sprachen, verschiedene Kulturen: Das ist eine Herausforderung, aber vor allem eine Bereicherung“, sagte Abt des Schweizer Benediktinerklosters. (kipa)

Island/Vatikan
Der Bischof von Reykjavik, Pierre Bürcher, hat dem Papst ein Exemplar des auf Isländisch übersetzten Messbuchs übergeben. Das teilte das katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ am Mittwoch mit. Die Übersetzungsarbeiten begannen in der kleinen katholischen Gemeinde vor 40 Jahren. Dank der Unterstützung des Hilfswerks konnte das Messbuch rechtzeitig zum Jahr des Glaubens gedruckt werden. Die Mehrheit der Isländer gehört der evangelisch-lutherischen Kirche an. Die Katholiken stellen 3,3 Prozent der Bevölkerung. Ihre Zahl habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht, schreibt das Hilfswerk. (kipa)

Afrika

Zentralafrika
Am Donnerstag beginnt in Zentralafrika eine Friedensmission der Afrikanischen Union. Wie der Nachrichtendienst Fides mitteilt, werden rund 3.500 Soldaten stationiert, um die Sicherheit im Land wiederherzustellen. Rebellen des Seleka-Bündnisses hatten den ehemaligen Präsidenten François Bozizé im März dieses Jahres entmachtet. Seitdem verübten die Rebellen mindestens 400 Morde und schwere Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung. (fides)

Naher Osten

Syrien
100 Tage nach der Entführung zweier Erzbischöfe von Aleppo gibt es noch keine Angaben zum Aufenthaltsort. Der griechisch-orthodoxe Erzbischof Yohanna Ibrahim und sein syrisch-orthodoxer Amtsbruder Boulos Yazaji waren von Bewaffneten festgenommen worden, als sie von einer Fahrt zur türkischen Grenze zurückkamen. In einer Mitteilung des syrisch-orthodoxen Patriarchats von Antiochien am Mittwoch heißt es, die beiden Schwesternkirchen hätten öffentlich und privat alles unternommen, um die Freilassung der beiden Erzbischöfe zu erreichen. Das Patriarchat bedauere zutiefst, dass „kleine und große Staaten“ angesichts der Entführung teilnahmslos geblieben seien. Die Entführer hätten weder einen Hinweis auf den Aufenthaltsort der Geistlichen gegeben noch ihre Identität oder den „Zweck ihrer unmenschlichen Tat“ preisgegeben, so das Patriarchat. (pm)
Die syrischen Nachbarländer stehen was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht am Rande ihrer Kapazitäten. Das teilte der Generalsekretär der Hilfsorganisation CARE Deutschland-Luxemburg, Karl-Otto Zentel, am Donnerstag mit. In einer gemeinsamen Erklärung fordern die Hilfsorganisationen CARE, Handicap International, Oxfam und World Vision die internationale Gemeinschaft auf, ihre Hilfe für syrische Flüchtlinge aufzustocken. 1,4 Millionen Menschen, das sind rund 80 Prozent aller Flüchtlinge, würden außerhalb von Camps in provisorischen Unterkünften oder überfüllten Mietwohnungen leben. Es sei äußerst schwierig, sie aufgrund knapper Mittel mit Informationen und Hilfe zu erreichen, heißt es in der Erklärung.. „Wir müssen sicherstellen, dass die humanitäre Hilfe alle Flüchtlinge erreicht, auch diejenigen, die außerhalb der großen Flüchtlingscamps leben“, so Zentel. (pm)

Asien

Bangladesch
Ein Gericht hat die größte islamische Partei des Landes, Jamaat-e-Islami, von den nächsten landesweiten Wahlen ausgeschlossen. Wie die Nachrichtenagentur ap mitteilte, entschied der Oberste Gerichtshof am Donnerstag, dass die Partei grundlegende Vorschriften verletze. Bereits vor vier Jahren hatten Mitglieder einer Bürgerinitiative eine Petition ausgearbeitet, mit der die Eintragung der Partei im Wahlausschuss zurückgezogen werden sollte. Als Grund nannten die Bürger den Versuch der Partei, islamisches Recht im mehrheitlich muslimischen Bangladesch einbringen zu wollen. Mehrere Parteiführer der Jamaat-e-Islami wurden Anfang des Jahres für schuldig befunden, während des Unabhängigkeitskrieges 1971 Kriegsverbrechen begangen zu haben. (ap)

Amerika

Brasilien/Vatikan
Mehr als 3,5 Millionen Menschen haben am Weltjugendtag in Rio de Janeiro teilgenommen. Die Teilnehmerzahl steigerte sich dabei von 600.000 am ersten Tag des offiziellen Weltjugendtages auf 3,7 Millionen Menschen, die am Abschlussgottesdienst am Strand der Copacabana teilnahmen. Davon waren rund 427.000 Pilger aus 175 Ländern registriert. Zu den Ländern mit dem höchsten Anteil an Teilnehmern zählten Brasilien, Argentinien, USA, Chile, Italien, Venezuela, Frankreich, Paraguay, Peru und Mexiko. Der Anteil der registrierten Pilger zwischen 19 und 34 Jahren betrug 60 Prozent. 55 Prozent der Teilnehmer waren Frauen, 45 Prozent Männer. Am Weltjugendtag nahmen 7.814 Priester und 644 Bischöfe, davon 28 Kardinäle, teil. Insgesamt unterstützten 60.000 Freiwillige den Weltjugendtag organisatorisch und 6.500 akkreditierte Journalisten aus 57 Ländern berichteten medial über das Großereignis der katholischen Kirche. (rv)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 01.08.2013: Kreuzfeuer - Kirche wo es kritisch wird
Themen u.a.: Papst Franziskus: Amazonien ist der Lackmustest. Ein Gespräch mit Bischof Erwin Kräutler

Freitag Abend, 02.08.2013: Prisma-Magazin
Themen u.a.: Die orientalischen Kirchen Deutschlands feiern ihren Zentralrat / Bistum Zürich: Realität oder Utopie? / Kein Platz für Rassismus und Antisemitismus in der Kirche, so Erzbischof Schick

Samstag Abend, 03.08.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag
Der Bischof von Rom und die Bischöfe der Welt: Die Vision Papst Franziskus’

Sonntag Abend, 04.08.2013: Menschen in der Zeit: Herta Müller

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

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