RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 9.8.2013

Tagesmeldungen vom 9.8.2013

- Flüchtlinge in Europa: Kritik an Frontex und Hoffnung auf den Papst -
- Erzbischof Zollitsch wird 75 -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Michael Hermann
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Europa: Keine Antwort auf Flüchtlingsdrama im Mittelmeer
Das Drama um die Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen wollen, dauert weiter an: Erst am Donnerstag berichtete Radio Vatikan, dass sich Italien bereit erklärt, 102 gerettete Bootsflüchtlinge aus Afrika aufzunehmen. Die Menschen aus Eritrea und Äthiopien, darunter auch Schwangere und Babys, waren vor Malta gestrandet und von den dortigen Behörden nicht aufgenommen worden. In der Nacht auf diesen Freitag haben weitere 580 Flüchtlinge die sizilianische Küste erreicht. Alleine etwa einhundert Flüchtlinge aus Syrien waren auf einem elf Meter großen Kahn unterwegs. Und wieder stellt sich die Frage: Wie soll das weitergehen? Klaus Barwig beschäftigt sich in der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart mit Migration und Flüchtlingsbewegungen. Er sagte im Gespräch mit Michael Hermann:

„Zunächst: Wenn Sie Zahlen nennen, derjenigen, die jetzt angekommen sind, dann muss man eigentlich die Zahlen dazu nehmen, von all den Menschen, die nicht übers Meer kommen oder im Meer untergehen. Damit zeigt sich die ganze Dramatik der Situation, der bisher Europa nicht angemessen Herr geworden ist: Die Europäer sind offensichtlich nicht in der Lage, an die Ursachen des Problems zu gehen. Und sie sind nicht in der Lage, sich der Not und des Flüchtlingselends wirklich anzunehmen, das in Herkunftsländern herrscht.“ (rv)
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Deutschland: Erzbischof Robert Zollitsch wird 75
Der Deutschlandbesuch von Papst Benedikt XVI. im September 2011 zählt zu den Höhepunkten in der bisherigen Amtszeit von Erzbischof Robert Zollitsch. Dies sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz an diesem Freitag anlässlich seines 75. Geburtstages. In den vergangenen fünf Jahren – seiner Amtszeit als Vorsitzender – prägte Zollitsch das Auftreten der katholischen Kirche in Deutschland entscheidend mit. (katholisch.de/kna)
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UNSERE SOMMERSERIE:

Radio Vatikan unterwegs: Studentenleben
Studentenleben hat seinen Ruf, auch unter den neuen Bedingungen der Bachelor-Studiengänge. Der nächste Stopp auf unserer Reise ist Dresden, die KSG, die Katholischen Studentengemeinde. Eine Gemeinde, die ganz vom Ehrenamt getragen wird. Barbara, David, Elisabeth, Fabian und Daniel gehören zu den über 20 Ehrenamtlichen in der Leitung der KSG. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Papst Franziskus hat die sozial-karitative Arbeit der Kolumbusritter gewürdigt. Die vor allem in den USA verbreitete Laien-Vereinigung präge Generationen katholischer Männer im Geist der Kirche, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Botschaft von Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone im Namen von Franziskus. Anlass ist die 131. Generalversammlung des Ordens im US-amerikanischen San Antonio vom 6. bis 8. August. In herausragender Weise machten die Kolumbusritter katholische Männer zu Beschützern der Schöpfung und der göttlichen Ordnung in der Welt. Papst Franziskus ermutigte die Ordensmitglieder, ihre Arbeit für die Verbreitung des Evangeliums auch in Zeiten eines schnellen sozialen und kulturellen Wandels energisch fortzusetzen (kipa/apic)
Papst Franziskus hat an diesem Freitagmorgen die vatikanischen Handwerker besucht. In der kleinen „Industriezone“ des Vatikanstaates arbeiten vorwiegend Schreiner und Handwerker der thermischen Stromanlage. Über den unerwarteten und unangemeldeten Besuch berichtet die Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“ in einem Tweet. Die Mitarbeiter des Blattes hätten den Papst von den Fenstern der Redaktion aus gesehen und gegrüßt. Franziskus selber habe ihnen zugewunken, so die Vatikanzeitung. (or)Vatikan/Australien
Das Bild des Papstes ist bei den Medien „zu gut, um lange zu bestehen“, glaubt der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell. Es werde wohl „früher oder später“ eine Zeit kommen, bei der Franziskus von den Medien angegriffen werde, so Pell. Im Gespräch mit der britischen Zeitung „The Catholic Herald“ sagte der australische Kardinal, dass auch die vatikanischen Medien eine „Neuausrichtung“ nötig hätten. „Der Vatikan macht große Fortschritte bei der Kommunikation und ich hoffe, dass das so weiter geht“, so Pell. Radio Vatikan oder „Osservatore Romano“ sowie die Internetseiten sollten weiterentwickelt werden. Pell gehört zum achtköpfigen Kardinalsrat, der ab Oktober den Papst bei der Kurienreform beraten wird. (apic)

Europa

Deutschland
Zur „Pfarrer-Initiative-Deutschland“ haben sich Priester und Diakone aus acht deutschen Diözesen zusammengeschlossen. Nach Angaben der Katholischen Presseagentur gründete sich die deutsche Gruppe nach dem Vorbild von Österreich, wo es eine Pfarrer-Initiative bereits seit 2006 gibt. Der deutschen Initiative gehören Mitglieder aus den Diözesen Augsburg, Freiburg, Fulda, Köln, München-Freising, Passau, Rottenburg-Stuttgart und Würzburg an. Die Gruppe bezeichnet sich selbst als reformorientiert und beabsichtigt, mit Bischöfen und Gläubigen eine zeitgemäße und „menschennahe Seelsorge im Geiste Jesu“ zu gestalten. (kap)
Das Kinderhilfswerk World Vision fordert eine Friedensoffensive für syrische Kinder. Der Vorstandsvorsitzende Christoph Waffenschmidt erklärte am Freitag in Berlin, dass es dringend einen baldigen Termin für umfassende Friedensgespräche geben müsse, um die Gewalt zu beenden. Die Kinder in Syrien hätten nichts zu dem Konflikt beigetragen, litten aber am meisten unter seinen Folgen, betonte Waffenschmidt. Unter deutscher Beteiligung müsse ein Konzept für humanitäre Hilfe entwickelt werden, das den besonderen Schutz- und Lebensbedürfnissen der Kinder Rechnung trage. Nach Schätzungen von World Vision gibt es bislang rund eine Million aus Syrien geflüchtete Kinder. (kna)
Der Begriff „katholisch“ darf nicht zu eng verstanden werden. Das schreibt der Trierer Bischof Stephan Ackermann in einem Gastbeitrag der in Augsburg erscheinenden „Katholischen Sonntagszeitung“. Seit den Kirchenspaltungen des 16. Jahrhunderts werde „katholisch“ landläufig mit „römisch“ gleichgesetzt. Dies sei aber eine nicht weit genug gehende Interpretation des Begriffs, der eigentlich bedeute „aufs Ganze bezogen, das Ganze betreffend“, schreibt Ackermann. „Katholisch“ sei vielmehr eine Qualität sei, die „eine bestimmte menschliche Geisteshaltung voraussetzt“: die Haltung dessen, der aufs Ganze geht, das Ganze des Lebens, des Glaubens, der Welt. (pm)

Österreich
Die „Spirale der Todes- und Schlepperkriminalität“ ist nur durch rechtsstaatliche Erleichterungen zu durchbrechen. So lautet das Fazit der Diakonie-Österreich. 20 Prozent der Flüchtlinge überlebten ihre Flucht nicht, weil sie im Meer oder in Grenzflüssen ertrinken: Darauf macht das Hilfswerk in einer Pressemitteilung am Freitag aufmerksam. Noch in den 1980er Jahren hätten rund 90 Prozent aller Asylsuchenden auf legalem Weg in Westeuropa Zuflucht finden können. Heute habe sich die Lage diametral umgekehrt: 90 Prozent aller Asylwerber seien laut Diakonie zur irregulären Einreise gezwungen. Fast immer seien sie auf die Hilfe von bezahlten Schleppern oder Fluchthelfern angewiesen. (kap)
Der international bekannte österreichische Filmregisseur, Michael Haneke, wird im September in Graz mit einem Ehrendoktorat der Theologie geehrt. Dies gab die Katholisch-Theologische Fakultät der Karl-Franzens-Universität am Donnerstag bekannt. Haneke soll den Titel am 17. September verliehen bekommen. Den Antrag auf das Ehrendoktorat des Filmemachers stellte das Fakultätsgremium der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz, wo Haneke seit 1991 mit dem Institut für Fundamentaltheologie eng verbunden ist. (kap)
Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) hat den Muslimen zum Ende des Ramadan gratuliert. Das Fasten sei eine religiöse Grundhaltung, die Christen und Muslime zutiefst verbindet, stellte der Vorsitzende des Rates, der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar Nicolae Dura, fest. Für Muslime wie für Christen gehe es darum, durch die Beachtung von Fastenzeiten das individuelle sowie das gemeinschaftliche Dasein wieder stärker auf Gott und seine Hauptgebote auszurichten. Dies seien „Handreichungen für ein geglücktes Leben“. (kap)

Polen
In Polen können Strafgefangene künftig an der Katholischen Universität Lublin Sozialarbeit und Informatik studieren. Wie die Nachrichtenagentur „Kipa“ am Freitag berichtet, wird der eine Studiengang ab dem Wintersemester in einer Justizvollzugsanstalt in Lublin angeboten, der andere in einem nahe gelegenen Gefängnis. Die nach Papst Johannes Paul II. benannte Hochschule möchte nach eigenen Angaben mit dem Modellprojekt die Resozialisierung von straffällig gewordenen Menschen unterstützen. Um einen Studienplatz können sich Strafgefangene aus ganz Polen bewerben. (kipa)

Asien

Thailand
30 Asylbewerber der muslimischen Volksgruppe Rohingya sind aus einem Polizeigefängnis in Thailand entkommen. Die Muslime waren im Süden des Landes festgenommen worden, weil sie sich illegal in Thailand aufhielten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Ap“ wurden sie vor zehn Tagen aus einer überfüllten Haftanstalt in das Polizeigefängnis gebracht. Mehr als 1.700 Asylbewerber der Minderheit Rohingya in Burma, die Anfang des Jahres Thailand als Flüchtlinge per Boot erreichten, werden in überfüllten Gefängnissen festgehalten. (ap)

Pakistan
In der Stadt Quetta sind bei einem Anschlag vor einer Moschee mindestens zehn Menschen getötet und 22 verletzt worden. Nach Angaben lokaler Medien eröffneten bewaffnete Männer das Feuer am Ende des Gebets Eid al-Fitr, mit dem das Ende des Fastenmonats Ramadan gefeiert wird. In der Moschee befand sich auch ein früheres Mitglied der Provinzregierung, das laut der Nachrichtenagentur „Adnkronos“ möglicherweise Ziel des Anschlags gewesen sein könnte. Der Politiker blieb unverletzt. Der Anschlag ereignete sich einen Tag nachdem sich in Quetta ein Selbstmordattentäter bei der Beerdigung eines Polizisten in die Luft gesprengt hatte. (adnkronos)

Amerika

Vereinigte Staaten
Zu einer umfassenden Reform der Einwanderergesetze des Landes hat der Erzbischof von Philadelphia, Charles Chaput, aufgerufen. Beim Thema Migration sei für bekennende Katholiken ein Widerspruch zum derzeitigen Zustand „nur legitim“: Eine tiefgreifende Umgestaltung der Zuwanderungsbestimmungen sei längst überfällig. Eine ausländerfeindliche Haltung sei für Katholiken immer falsch, so der Erzbischof am Donnerstag (Ortszeit) in einem Beitrag auf dem diözesanen Blogportal CatholicPhilly.com. Schließlich sei die katholische Kirche jemand, „der das Grundrecht jedes Einzelnen auf Migration bei der Suche nach einem besseren Leben für die eigene Familie unterstützt“. (kap)
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Kolumbien
Das Erzbistum Cali fordert die Aufklärung der gewaltsamen Todesfälle von einem Lehrer an einer katholischen Schule und von einem Polizisten. Die gesamte Wahrheit müsse ans Licht gebracht werden, sagte Erzbischof Dario de Jesus Monsalve laut kolumbianischen Medien am Donnerstag. Der Lehrer Francisco Javier Ocampo war nach Presseberichten beim Joggen am frühen Sonntagmorgen von der Polizei durch zwei Kopfschüsse getötet worden. Auch ein Beamter starb. Nach Angaben der Polizei war Ocampo bewaffnet und hatte sich einer Personenkontrolle entziehen wollen. Die Familie des Lehrers bestreitet die Darstellung. (kna)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 09.08.2013: Prisma-Magazin
Mit Radio Vatikan unterwegs: Die Sommerreise von Pater Bernd Hagenkord, von Zittau bis ins Eichsfeld. Die ersten Folgen in der Abendsendung

Samstag Abend, 10.08.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 11.08.2013: Reden über Gott und Welt

Montag Abend, 12.08.2013: Weltkirchen-Magazin

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
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