RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 10.8.2013

Tagesmeldungen vom 10.8.2013

- Tag der indigenen Völker: Brasilien und Bangladesch -
- Kardinal Woelki fordert Aufnahme von Flüchtlingen -
- Schweiz: Kopftuchverbot nicht rechtens -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: Michael Hermann
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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TAG INDIGENER VÖLKER:

Bangladesch: Die Identität der Indigenen
Zum Welttag der indigenen Völker am 9. August rief UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon die Staaten dazu auf, „konkrete Maßnahmen“ zu ergreifen, um die Ausgrenzung und Marginalisierung dieser Völker zu verhindern. Wie viel es in der Praxis in diesem Bereich noch zu tun gibt, das weiß der Salesianer Giacomo Gobbi aus Bangladesch. Auf dem Staatsgebiet des Landes leben etwa 45 verschiedene indigene Völker mit schätzungsweise zweieinhalb Millionen Menschen. Im Gespräch mit Radio Vatikan beschreibt der Salesianerpater die Lage dieser Völker:

„Sie haben eine sehr gut organisierte gesellschaftliche Struktur. Diese Völker legen sehr viel Wert darauf, die Schwachen zu beschützen, zum Beispiel die Witwen. Auch die indigenen Völker im Norden Bangladeschs sind sehr gut organisiert. Diese Gemeinschaften zu beobachten ist wirklich sehr interessant: Die Chefs dort bemühen sich wirklich darum, dass die Rechte aller respektiert werden.“ (rv)
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Lateinamerika: „Gott ist schon da“
Das Thema der Rechte und der Würde indigener Völker erfährt auch eine theologische Aufarbeitung, als „teología indígena“ wird die besondere der Art des Glaubens und seines Ausdrucks im Alltag der Indigenen bezeichnet. Michael Huhn ist beim katholischen Südamerika-Hilfswerk Adveniat für Brasilien zuständig. Im Gespräch mit dem Domradio erläutert er, was das Besondere an der „teología indígena“ und das Besondere am Glauben in Lateinamerika grundsätzlich ist. Die „teología indígena“ ist das Ergebnis der uralten Traditionen der Indigenen einerseits und der christlichen Missionsarbeit andererseits, so Huhn:

„Lange Zeit haben die Missionare sehr gezögert, die Volksfrömmigkeit aufzunehmen. Einfach deswegen, weil sie ihnen fremd war. Sie kamen von Europa von einer ganz anderen religiösen Tradition, die von der Bibel und natürlich auch vom griechischen Denken, vom lateinischen Denken geprägt ist. Und andere Begriffe schienen da nicht hineinzupassen. Und deswegen war der Anspruch, dass das, was man Aberglaube nannte, beseitigen müsste, um einen „reinen“ Katholizismus zu produzieren. Und es hat lange gedauert, eigentlich bis vor etwa 50, 60 Jahren, bis die Priester, die Bischöfe die Missionare verstanden haben: „Gott ist schon da“.“ (domradio)
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DER SONNTAG:

Haltet auch ihr euch bereit: Aus dem Lukasevangelium, 12:32-48
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. Verkauft eure Habe, und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. (rv)
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DIE SOMMERREISE:

„Gott suchen, wo ihn keiner vermisst“
Kloster ist Verkündigung: Das Benediktinerkloster Wechselburg – unser nächster Halt bei der Sommerreise – bietet Kontakt zu ausdrücklichem christlichen Leben. Pater Maurus ist Prior der Gemeinschaft, die seit 1993 auf Einladung des Bischofs die alte Anlage neu besiedelt hat. (rv)
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UNSER BUCHTIPP:

Andreas Wollbold: Die versunkene Kathedrale
Den christlichen Glauben neu entdecken. Eine Besprechung von Mario Galgano.
Der christliche Glaube ist schön. Das ist das Fazit des Pastoraltheologen und Priesters Andreas Wollbold in seinem Buch: „Die versunkene Kathedrale. Den christlichen Glauben neu entdecken“. Nichts schade dem Glauben mehr als Beliebigkeit: Ein einzelnes Dogma erscheine vielleicht „hart für den Verstand“. Dasselbe gelte auch für ein Gebot, das für sich allein genommen, streng wirken könnte. Doch erst als Teil der ganzen christlichen Lehre und des entsprechenden Lebens werde alles „klar und leicht“, so Wollbold. Auch bei einer Kathedrale sei es so: ein einzelner Stein macht keinen Sinn, erst das Gesamte ist schön. Den christlichen Glauben neu zu entdecken heißt somit, „nicht Bruchstücke zu bieten, Einzelstücke, die jeder nach Belieben auch für ganz andere Bauwerke gebrauchen könnte, sondern das Ganze zu sehen“. (rv)
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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland
Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich für eine stärkere Aufnahme von Flüchtlingen ausgesprochen. Der Berliner Erzbischof sagte am Samstag im RBB-Hörfunk: „Wir sollten stolz sein, dass wir ihnen diesen Schutz bieten können und unsere Türen wieder weiter öffnen“. Das entspreche dem christlichen Menschenbild. Über 40 Millionen Menschen seien weltweit auf der Flucht, erklärte Woelki. Nur ein Bruchteil von ihnen komme nach Deutschland. „Vor ihnen sollten wir uns nicht fürchten“, betonte der Kardinal. Die menschliche Qualität einer Gesellschaft zeige sich an ihrem Umgang mit den Schwachen, so Woelki. (kna)

Schweiz
Das Verbot von Kopftüchern an Schulen in der Gemeinde Bürglen im Kanton Thurgau ist nicht zulässig. Das hat das schweizerische Bundesgericht entschieden. In Wil im Kanton St. Gallen wurde in den vergangenen Jahren ein eigener Umgang mit dem Thema gefunden: Das Kopftuch ist erlaubt, aber nur, wenn auch die muslimischen Gebete verrichtet werden. Wie die Katholische Presseagentur am Freitag mitteilte, soll mit dieser Praxis verhindert werden, dass die Religionsfreiheit in Anspruch genommen wird, um patriarchalische Traditionen aufrecht zu erhalten. Zugleich sollen sich aber alle auf die Religionsfreiheit berufen können, denen es ernst damit ist. (kipa)

Ukraine
Die griechisch-katholische Kirche hat am Freitag einen eigenen Internet-TV-Sender in der Ukraine gestartet. Der Kiewer Großerzbischof, Swjatoslaw Schewtschuk, weihte das Fernsehstudio in der Hauptstadt ein. Das Programm wird auf der Webseite „Zhyve.tv“ ausgestrahlt. Laut Schewtschuk richte sich das Programm vor allem an junge Leute; finanziert werden soll es durch Spenden. Geleitet wird der Sender „Zhyve“ vom Chef der Presseabteilung der Kirche, Igor Jatsiw. Zur griechisch-katholischen Kirche bekennen sich etwa fünf Millionen der 45 Millionen Ukrainer. (kna)

Spanien
Eine Großrazzia gegen den Handel mit Migranten aus China hat in Frankreich und Spanien zu zahlreichen Verhaftungen geführt. Wie die Nachrichtenagentur Adnkronos am Samstag mitteilte, haben die Sicherheitskräfte der beiden Länder 51 Personen in Spanien und 24 in Frankreich festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, Menschen aus China in zahlreiche europäische Länder und die USA geschmuggelt zu haben, Zentrum des Schmuggels sei der Flughafen von Barcelona gewesen. (adnkronos)

Italien
Die Gemeinschaft Sant’Egidio feiert zum Ende des Ramadan das Fest des Fastenbrechens mit islamischen Gläubigen in Rom. In einer Pressemitteilung kündigte die Gemeinschaft an, sich am Sonntag mit jungen afghanischen Flüchtlingen zu treffen, am Montag und Dienstag werde die Gemeinschaft dann das Fest des Fastenbrechens mit muslimischen Gefangenen in zwei Gefängnissen feiern. Das Fest zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan zählt zu einer Reihe von Aktivitäten der Gemeinschaft Sant’Egidio, die den Dialog zwischen Gläubigen der verschiedenen Religionsgemeinschaften fördern soll. (pm)

Afrika

Südsudan
Die Situation für Christen wird immer gefährlicher. Dies gelte insbesondere seit der Abspaltung und Unabhängigkeit des Südsudan vor zwei Jahren. Das berichtet die Stiftung „Pro Oriente“: Es gebe Festnahmen von Christen, ausländische christliche Arbeitnehmer würden ausgewiesen und christliche Publikationen beschlagnahmt. Im vergangenen April gab die Regierung in Khartum öffentlich bekannt, dass man keine weiteren Baugenehmigungen für kirchliche Gebäude erteilen werde. Ende Juni durchsuchte die Polizei die Büros der Presbyterianischen Kirche im Sudan. Der umstrittene sudanesische Präsident Omar al-Bashir habe wiederholt erklärt, er wolle den Sudan zu einem „islamischen Staat“ machen, in dem es für Angehörige anderer Religionsgemeinschaften keinen gleichberechtigten Platz mehr geben würde. (kap)

Naher Osten

Syrien
„In Wahrheit wissen wir nichts über das Schicksal der entführten orthodoxen Bischöfe“: Das sagt der Assistent des syrisch-orthodoxen Patriarchen von Antiochien und ruft damit zu Besonnenheit und Mäßigung. Metropolit Timotheus Matta Fadil Alkhouri sagte dem Fidesdienst, dass die Spekulationen um die beiden Entführten aufhören sollten. „Jede Woche gibt es wieder neue Geschichten um die beiden Bischöfe“, so Matta Alkhouri. Er bestätigte jedoch, dass der seit Tagen verschwundene Jesuitenpater Paolo Dall’Oglio versucht habe, persönlich um die Freilassung der beiden entführten Bischöfen zu bitten. (fides)

Asien

Indien
Einen Masterstudiengang zu Kinderrechten und der Entwicklung von Gemeinschaften wird die katholische Don-Bosco-Universität in Guwahati zum kommenden akademischen Jahr einführen. Wie die vatikanische Tageszeitung „L’Osservatore Romano“ am Freitag mitteilte, verfolgt die Initiative das Ziel, die Würde der Kinder zu schützen und ein gesundes Wachstum der Gemeinschaft zu garantieren. Der Studiengang konzentriere sich auf die Rechte von Kindern, wie sie in der UN-Konvention angegeben sind. Nach Angaben der Nachrichtenagentur „Agenzia Info Salesiana“ erklärte der Vizekanzler der Universität, Stephen Mavely, der Kurs richte sich an Einzelpersonen und Vertreter von Organisationen und Behörden. (or)

Philippinen
Das philippinische Militär hat eine Offensive gegen eine muslimische Rebellengruppe gestartet. Wie die Nachrichtenagentur AP am Samstag mitteilte, hatten die Rebellen sich einem Friedensabkommen widersetzt. Zudem sollen sie für einen Bombenanschlag im Süden des Landes verantwortlich sein. Militärsprecher Dickson Hermoso sagte, dass es am frühen Samstagmorgen heftige Kämpfe zwischen den Truppen und der Islamischen Freiheitsbewegung Bangsamoro in der Provinz Cotabato gegeben habe. Am Mittwoch hatten die muslimischen Rebellen einen Sprengsatz in Cotabato gezündet und sieben Soldaten getötet. (ap)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 10.08.2013: Unsere Woche - Mit der Betrachtung zum Sonntag

Sonntag Abend, 11.08.2013: Menschen in der Zeit – von Aldo Parmeggiani
Herta Müller

Montag Abend, 12.08.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 13.08.2013: Radioakademie (Teil 2)

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
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