RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 11.8.2013

Tagesmeldungen vom 11.8.2013

- Angelus: „Gottes Liebe ist der wahre Schatz“ -
- Papst grüßt „Muslime, unsere Brüder“ -
- Humanitäre Katastrophe in Zentralafrika -
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Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Max. Immanuel Cappabianca OP
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

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THEMEN DES TAGES:

Angelus: „Gottes Liebe ist der wahre Schatz“
Gottes Liebe ist der wahre Schatz der Menschen, das hat Papst Franziskus beim Angelusgebet an diesem Sonntag betont. Der Mensch habe die Sehnsucht, Christus zu begegnen. Dazu müsse man sich von irdischen Dingen befreien, sein Vertrauen auf die Vorsehung setzen und innerlich wachsam bleiben. All dies sei zusammengefasst in dem berühmten Sprichwort Jesu: „Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz“ (Lk 12,34) Die Christen sollten den Glauben an Gott in die Mitte ihres Lebens stellen. Die Sorgen um die Familie, die Arbeit und das eigene Vorankommen seien zwar zentral. Wer die Liebe Gottes spüre, könne die Herausforderungen des Alltags jedoch viel leichter bewältigen, so der Papst. Auch die negativen Erfahrungen des Lebens erhielten durch die Beziehung zu Gott ihren Sinn. Sie ermögliche dem Menschen, immer weiterzugehen, „nicht Gefangener des Bösen zu bleiben“, sondern die Hoffnung und das Ziel der Pilgerfahrt des Lebens im Blick zu behalten. (rv/kna)
Hier geht’s zum ausführlichen Bericht

Papst: „Muslime, unsere Brüder“
Franziskus gratulierte außerdem den Muslimen zum Abschluss des Fastenmonats Ramadan. Er sagte nach dem Angelusgebet und dem lateinischen Segen:

„Ich möchte einen Gruß an die Muslime auf der ganzen Welt richten, unsere Brüder, die kürzlich den Abschluss des Ramadan gefeiert haben, der in besonderer Weise dem Fasten, dem Gebet und dem Almosengeben gewidmet ist. Wie ich in meiner Botschaft zu diesem Anlass geschrieben habe, hoffe ich, dass Christen und Muslime sich für die Förderung gegenseitigen Verständnisses einsetzen, besonders durch die Erziehung der neuen Generationen.“ (rv)
Zum Nachhören

Zentralafrikanische Republik: Lage spitzt sich zu
Seit ein paar Monaten ist die Zentralafrikanische Republik ein „Land ohne Rechte und ohne Schutz“. Das beklagt der Erzbischof von Bangui, Dieudonné Nzapalainga, im Gespräch mit Radio Vatikan. Die Lage in dem Land sei dramatisch: Die Menschen könnten nicht mehr Zuhause bleiben, weil sie Angst vor Angriffen haben. Viele Bürger seien in die Wälder geflüchtet und lebten dort isoliert. Es reiche nicht, Essenspakete in die Zentralafrikanischen Republik zu schicken, so der Erzbischof von Bagui weiter. Viele Hilfsorganisationen hätten das Land aus Angst vor Übergriffen verlassen. Nach der Machtübernahme durch eine Koalition von Rebellengruppen im vergangenen März hatte sich die ohnehin herrschende humanitäre Krise noch verstärkt. Für Montag hat die Kirche zu einem Gebetstag für den Frieden in dem Land aufgerufen. (rv)
Hier zum Nachhören

Dominikaner: Positive Seiten der Säkularisierung aufgreifen
Am vergangenen Donnerstag, dem Fest des Heiligen Dominikus, ist in Trau (Trogir) in Kroatien das Generalkapitel der Dominikaner zu Ende gegangen. Alle drei Jahre trifft sich das höchste Leitungsgremiums des Ordens zur strategischen Neuausrichtung seiner Mission. Drei Grundherausforderung sind dabei identifiziert worden, sagt der Ordensmeister der Dominikaner Bruno Cadoré OP im Gespräch mit Radio Vatikan: Der Einsatz für die Schwächsten, die positive Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Säkularisierung und der Einsatz für eine Humanisierung der Lebenswelten. Im Interview mit Radio Vatikan erläutert P. Cadoré die Bedeutung des Predigtcharismas für die Dominikaner, der sich offiziell „Predigerorden“ nennt.

„Wie immer wenn es ums Predigen geht, muss man erst einmal hinhören. Das ist jedenfalls das, was im letzten Generalkapitel wieder einmal deutlich wurde. Es geht darum, die Suchbewegungen dieser Welt wahrzunehmen: Die Suche nach Wahrheit, nach Authentizität, nach Glück. Besondere Aufmerksamkeit wollen wir dem anhand dreier ‚Linien’ widmen: erstens eine Stimme den Schwächsten geben; zweitens die positiven Seiten der Säkularisierung wahrnehmen und aufgreifen; und drittens der Suche nach menschlicher Anerkennung einen Raum eröffnen.“ (rv)
Hier das ganze Interview zum Nachlesen und -hören

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AUS UNSEREM ABENDPROGRAMM:

Menschen in der Zeit: Herta Müller – Schriftstellerin
Nach dem Studium arbeitet Herta Müller als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte für den rumänischen Geheimdienst zu arbeiten. Herta Müller wurde 2009 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. (rv)
Hier zur Sendung von Aldo Parmeggiani

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DIE NACHRICHTEN:

Europa

Deutschland
Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin hat den Ruf nach einer Anlaufstelle für Opfer von pädophilen Grünenmitgliedern in den Gründungsjahren der Partei zurückgewiesen. „Ich kenne jemanden, der behauptet, es habe systematischen Missbrauch innerhalb der Partei der Grünen gegeben“, sagte Trittin der „Welt am Sonntag“. Die möglichen Straftaten seien „nicht Parteistrukturen zuzuordnen, sondern Individuen“, so der Politiker weiter. Über den Einfluss von Pädophilen bei den Grünen war in den zurückliegenden Monaten mehr und mehr bekanntgeworden. (kna)
Weitere Infos zu den Pädophilie-Vorwürfen finden sie hier
Eine neue Spitze hat die ökumenische Vereinigung „Societas Liturgica“.
Lizette Larson-Miller, anglikanische Theologin aus den USA, wurde zur Präsidentin und der Würzburger Liturgiewissenschaftler Martin Stuflesser zum Vizepräsidenten gewählt, wie die Bischöfliche Pressestelle am Sonntag in Würzburg mitteilte. Stuflesser wird von Larson-Miller in zwei Jahren das Präsidentenamt übernehmen. Zu dem sechstägigen Treffen kamen rund 300 Teilnehmer, darunter auch der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, der einen Grundsatzvortrag hielt. Anlass für den Kongress war der 50. Jahrestag der Veröffentlichung von „Sacrosanctum Concilium“. (kna)
Mehrere tausend Menschen haben am Samstag an der Wallfahrt der Tamilen im niederrheinischen Marienwallfahrtsort Kevelaer teilgenommen. Bei der inzwischen 26. Wallfahrt reisten katholische und hinduistische Gläubige aus Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Großbritannien zur Marienverehrung am Gnadenbild der „Trösterin der Betrübten“ an. Nach Angaben der Wallfahrtsleitung beteiligten sich sowohl christliche als auch hinduistische Tamilen. Für die Tamilen, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Heimatland Sri Lanka ins Ausland flohen, sei die Wallfahrt inzwischen Höhepunkt des Jahres und ähnlich wichtig wie der Marienwallfahrtsort Madhu in ihrer Heimat. (kna)

Serbien
Das serbisch-orthodoxe Fest „Slava“ könnte zum „immateriellen Weltkulturerbe“ erklärt werden. Das berichtet der „Osservatore Romano“ in seiner Sonntagsausgabe. Einen entsprechenden Antrag habe das ethnographische Museum in Belgrad bei der UNESCO eingereicht, so das serbische Kultusministerium. Die Ursprünge dieses Festes, bei dem die Familien ihres Familienpatrons gedenken, liegen im Dunkeln. Möglicherweise gehen die Ursprünge auf heidnische Riten zurück. Bis heute halten die Serben an der christlich geprägten Tradition fest. (or)

Afrika

Nigeria
Die nigerianischen Bischöfe haben die Politiker zur Zurückhaltung aufgerufen, um den Weg zur Versöhnung in dem Land freizumachen. In einem Statement der Bischofskonferenz heißt es, die Bischöfe vertrauten darauf, dass das Land die derzeitige Krise überwinden könne. Die Oberhirten beklagten zum Abschluss ihrer Vollversammlung, dass in einigen Teilen des Landes immer noch unnötiges Blutvergießen zu beklagen sei. Außerdem prangerten die Bischöfe den Menschenhandel und Zwangsprostitution unter Kindern an und rief die Gesellschaft zu ihrem Schutz auf. (apic)

Naher Osten

Syrien
„Im Leid sind die Christen mit allen muslimischen Brüdern und Schwestern vereint“. Das schreibt der melkitische Patriarch Gregorios III. in einer Botschaft zum Fastenbrechen am Ende des Ramadan. Das Oberhaupt der mit Rom unierten Ostkirche warnte vor den Gefahren einer Spaltung unter den islamischen Gruppen. Dies gefährde das gemeinsame Zusammenleben, die Traditionen, die Zukunft und die Mission des arabischen Orients in der ganzen Welt. Er bete um eine echte gemeinsame Vision von christlichen und muslimischen Arabern, um den Forderungen des „wahren“ arabischen Frühlings gerecht zu werden, dem es um ein würdigeres und besseres Leben im Nahen Osten für die zukünftigen Generationen gehe. (or)
Weitere Infos finden Sie hier
Aleppo ist am härtesten vom syrischen Bürgerkrieg betroffen.
Das sagte der chaldäische Bischof der Stadt in einem Interview mit der italienischen Agentur „Vaticaninsider.it“. Große Teile der Stadt seien zerstört; wer es sich leisten könne, habe Aleppo verlassen, so der dem Jesuitenorden entstammende Antoine Audo SJ. Im Gegensatz zu anderswo, sei es praktisch unmöglich aus der Stadt herauszukommen. Die Waffen, die über die Türkei in das Land geschafft werden, stärkten die Gruppen, die das Assad-Regime bekämpfen. Audo sieht aber auch Hoffnungszeichen: Die christliche Jugend habe während des Weltjugendtags in Rio zeitgleich ein Festival in der Stadt organisiert; und etwa 200 Jugendlichen seien dabei, ein Fest der Hoffnung zu organisieren, das in den Tagen nach Mariä Himmelfahrt stattfinden soll. (web)

Asien

China
Ein Priester der sog. katholischen Untergrundkirche ist am vergangenen 7. August von staatlichen Sicherheitskräften festgenommen und an einen unbekannten Ort verbracht worden. Nach Angaben von „Asianews“ habe man den 39-jährige Geistlichen Song Wanjun schon einmal versucht festzunehmen. In der Nordprovinz Hebei leben viele Katholiken, die nicht zur von der Regierung anerkannten sog. „Patriotischen Kirche“ gehören. In den letzten Jahrzehnten waren immer wieder Priester und Bischöfe der romtreuen Untergrundkirche Opfer von Verfolgung und Folter. (apic)

Amerika

Vereinigte Staaten/Kanada
Die Reliquien des Slawenapostels Cyrill sind derzeit in Nordamerika auf Wallfahrt. Die im päpstlichen slowakischen Kolleg in Rom aufbewahrten Reliquien machen Station in den zahlreichen slowakischen Diasporagemeinden, berichtet der Osservatore Romano. Anlass ist der 1150-jährige Jahrestag des Beginns der Slawenmission durch Cyrill und Methodius. Angeführt wird die Wallfahrt vom Weihbischof von Bratislava Josef Hal’ko, der für die Diasporaseelsorge zuständig ist. (or)

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Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
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Programmvorschau:

Heute Abend, 11.08.2013: Menschen in der Zeit – von Aldo Parmeggiani
Herta Müller

Montag Abend, 12.08.2013: Weltkirchen-Magazin

Dienstag Abend, 13.08.2013: Radioakademie (Teil 2)

Mittwoch Abend, 14.08.2013: Die Woche in Rom

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Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

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