RADIO VATIKAN - OFFIZIELLE WEBSEITE - Online-News 12.8.2013

Tagesmeldungen vom 12.8.2013

- Entwicklung in Nordirland: Gewalt nimmt ab -
- Mali auf dem Weg zurück zur Demokratie -
- Positive Bilanz der Missbrauchsaufklärung -
____________________________________
Verantwortlich: P. Bernd Hagenkord SJ / Stefan von Kempis
Redaktion: P. Bernd Hagenkord SJ
Redaktionsschluss 16.00 Uhr
Die folgenden Texte basieren auf unserer
Nachrichtensendung „Treffpunkt Weltkirche“ täglich um 16 Uhr

____________________________________

THEMEN DES TAGES:

Nord-Irland-Konflikt: „Insgesamt nimmt die Gewalt ab“
Gewalt-Nachrichten aus Nordirland: Nach einem Marsch pro-britischer Demonstranten kam es in der Nacht auf Samstag in Belfast wieder einmal zu Krawall auf den Straßen. Nach Medienangaben wurden dabei mehr als 50 Polizisten verletzt. Die deutsche Uschi Grandel berichtet für die Internetseite „Info-nordirland.de“ schon lange über den Konfliktlösungsprozess auf der Insel und ist grade selbst in Nord-Irland unterwegs. Sie berichtet Radio Vatikan, wie es zu dem Zusammenstoß kam. Die Loyalisten seien grade in Krawall-Laune, meint Grandel. Sie hatten zwar die Erlaubnis, am Freitag gegen eine Demonstration in Belfast zu protestieren, hielten sich aber nicht an die Auflagen. Bei aller aufflackernder Gewalt sei dies ein Randphänomen geworden, und das sei eine gute Nachricht. Gleichzeitig müssten sich die Parteien jetzt ihrer Vergangenheit stellen und der Frage, wie sie mit dem Schwinden der eigenen Macht umgehen wollen, das eine Konsequenz des Endes der Gewalt ist. (rv)
Hier mehr in Text und Ton

Mali: Hoffnung nach dem zweiten Wahlgang
Noch ist nicht klar, welcher Bewerber sich bei den Präsidentschaftswahlen am Wochenende in Mali durchsetzen konnte. Sicher ist jedoch, dass der westafrikanische Wüstenstaat eine ordentliche Chance hat, auf einen guten Weg zurückzukehren. Kurz zur Erinnerung: Im Januar 2012 kam es im Norden Malis zu einem Bürgerkrieg, bei denen Touareg-Rebellen die Kontrolle über die Region an sich reißen konnten. Nur rund zwei Monate später brachte ein Putsch des Militärs gegen Präsident Touré zusätzliche Unruhe in das Land, bevor im Januar dieses Jahres die Operation Serval begann: Malische und französische Soldaten gingen – vor allem wegen fortdauernder Menschenrechtsverletzungen - gegen islamistische Rebellen vor und machten den Weg für Neuwahlen frei. Ein erster Wahlgang vor zwei Wochen brachte keinen klaren Sieger. Der ehemalige Ministerpräsident Ibrahim Boubacar Keita kaum auf knapp 40 Prozent der Stimmen, Ex-Finanzminister Soumalia Cissé auf 19 Prozent. Mali sei immer noch ein Vorzeigeland in Afrika, sagt Christoph Klitsch-Ott, Referatsleiter für Afrika und den Nahen Osten bei Caritas International. (domradio/rv)
Hier mehr in Text und Ton

____________________________________

UNSERE SOMMERSERIE:

Radio Vatikan unterwegs: Ein Zuhause für Kinder
Sich treffen und Freizeit verbringen, Bildung bekommen, ein Ort des sich zu Hause Fühlens und ein Ort für Sinnfragen: Was Johannes Don Bosco für seine Jugendhäuser wollte, das kann man bei unserem nächsten Halt in Chemnitz besuchen: Pater Johannes Kaufmann SDB leitet das Jugendhaus der Salesianer dort: Jugendsozialarbeit und viel mehr. (rv)
Hier zum Nachhören

____________________________________

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Die Eltern sind die ersten Mitarbeiter Gottes: Das schreibt Papst Franziskus an diesem Montag zur beginnenden nationalen Woche der Familie, welche die brasilianische Bischofskonferenz bis einschließlich zum 17. August begeht. Eltern müssten gemeinsame Glaubensweisen in der Familie entwickeln, die den Glauben wachsen und reifen ließen, so der Papst in dem Text laut Webseite der Bischofskonferenz. Es sei ihre genuine Berufung, durch ihre Worte aber mehr noch durch ihr Tun die „fundamentalen Wahrheiten über das Leben und die menschliche Liebe“ weiter zu geben. In der Wegwerfkultur von heute, die alles menschliche Leben relativiere, seien die Eltern außerdem aufgerufen, ihren Kindern den Wert jedes Lebens beizubringen vom ungeborenen Leben angefangen bis hin zum Umgang mit den Alten. (rv)

Europa

Deutschland
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat eine positive Bilanz der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche gezogen. Die Kirche in Deutschland habe etwas geschafft, was „keine andere Gruppe in gleicher Weise bisher geschafft hat“, sagte der Freiburger Erzbischof am Wochenende im DeutschlandRadio Kultur, „es hat sich gelohnt, hier Geduld zu haben.“ Er verwies darauf, dass die Bischöfe seit Bekanntwerden der Vorwürfe Anfang 2010 sowohl die Leitlinien überarbeitet, als auch Präventionsmaßnahmen und Entschädigungen beschlossen hätten. Zollitsch verwies darauf, dass die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals auch vom gesellschaftlichen Klima abhänge. „Als damals die Sache mit der Odenwald-Schule bekanntgeworden ist, hat sich in der ganzen Gesellschaft überhaupt niemand drum gekümmert“, betonte er. Dass sich die Öffentlichkeit dann so intensiv auf das Thema gestürzt habe, hänge möglicherweise auch damit zusammen, dass die katholische Kirche betroffen war. (kna)
Erstmals in Deutschland ist in Hessen eine homosexuelle Partnerschaft in einer evangelischen Kirche nicht nur gesegnet, sondern auch kirchenrechtlich beurkundet worden. Am Samstag gaben zwei zuvor standesamtlich getraute Männer in Seligenstadt bei Offenbach sich im Gottesdienst das Ja-Wort. Dass die Evangelische Kirche in Hessen diesen Schritt wagt, verärgert Konservative in ihren eigenen Reihen. „Meiner Meinung nach wird hier die Heilige Schrift zurecht gebogen“, sagte Eberhard Hoppe vom Evangelischen Gemeinschaftsverband Herborn am Samstag der ARD. Die Bibel sage klipp und klar, dass die Ehe einzig für die Beziehung zwischen Mann und Frau bestimmt sei. Der Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, verteidigte die Trauung. Die Bibel habe Homosexualität tatsächlich als Krankheit und Sünde bewertet, sagte er der ARD. Aber das sei zeitbedingt. (kna)

Italien/Syrien
Die Bemühungen um die Freilassung des in Syrien entführten italienischen Jesuitenpaters Paolo Dall´Oglio werden von italienischer und vatikanischer Seite verstärkt fortgesetzt. Wie die Stiftung „Pro Oriente“ berichtete, ist in den letzten Tagen das Gerücht aufgetaucht, dass es bei den Verhandlungen des Jesuitenpaters mit Funktionären des sogenannten „Islamischen Kalifats des Iraks und des Mashreq“ in der von Rebellen kontrollierten Provinzhauptstadt Rakka um die Freilassung der beiden seit 22. April entführten Aleppiner Metropoliten Mar Gregorios Youhanna Ibrahim und Boulos Yazigi gegangen sei. Die Spuren des Jesuiten haben sich am 28./29. Juli in Rakka verloren. (kap)

Irland
In einer der größten Diözesen Irlands sollen weltliche Lieder, Gedichte und Texte aus katholischen Beerdigungszeremonien verbannt werden. Bischof Michael Smith von Meath verurteilte laut der Tageszeitung Irish Independent eine „Verdummung“ von Trauergottesdiensten. Lieder „ohne christlichen Inhalt“ hätten keinen Platz in der Begräbnisliturgie; Trauerpredigten sollten nur aus dem offiziellen liturgischen Buch biblischer Lesungen und Predigten ausgewählt werden, so Smith. Auch ein zunehmendes Auftreten professioneller „Bestattungsplaner“ kritisierte der Bischof. Priester sollten für die Trauerfeiern nur direkten Kontakt mit Familienmitgliedern haben. (kna)

Asien

Philippinen
Die Zahl der Katholiken auf den Philippinen steigt. Das geht aus dem aktuellen katholischen Verzeichnis des Landes hervor. In diesem Jahr wurden bereits sechs Millionen mehr Katholiken gezählt, was einer Zunahme von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Von 2010 zu 2011 gehörten rund 70 Millionen der 89 Millionen Einwohner der katholischen Kirche an. In diesem Jahr hat die Zahl der Katholiken bereits über 76 Millionen erreicht. Die Bevölkerung stieg auf über 96 Millionen Einwohner an. Besonders die Zahl der Taufen hat zugenommen: Seit 2012 sind 1,37 Millionen Taufen verzeichnet worden, die meisten davon in der Erzdiözese Cebu. Erzbischof Oscar Cruz sagte in einem Interview, dass die steigende Zahl der Taufen nicht zwangsläufig ein Zeichen für das Wachsen der Kirche sein müsse. Der Grund könne auch in der wachsenden Bevölkerung liegen. „Dennoch weist es darauf hin, dass die Kirche hier sehr lebendig ist“, sagte Cruz. (philippine daily inquirer)

Amerika

Kuba
Der Erzbischof von Havanna, Jaime Ortega, bittet um eine baldige Seligsprechung des 1980 ermordeten Erzbischofs Oscar Romero Arnulfo. Kardinal Ortega nahm als päpstlicher Gesandter an den 100-Jahr-Feiern der Erzdiözese San Salvador teil. Das vatikanische Büro von Kurienerzbischof Vincenzo Paglia hatte jüngst bestätigt, dass es neue Bewegung in dem Seligsprechungsverfahren gebe. 1996 hatte der Vatikan das Verfahren für den am 24. März 1980 erschossenen Romero eröffnet, nachdem 1990 der eingeleitete Prozess auf Bistumsebene in El Salvador abgeschlossen war. Romero wurde als Anwalt für die Rechte der Armen und Unterdrückten über die Grenzen Mittelamerikas hinaus bekannt. (kna/ansa)

____________________________________

Die Quellen unserer Nachrichtensendung sind u.a. die Agenturen Kna, Kathpress, Ansa, Efe, Afp, Kipa, Reuters, Ap, Adnkronos, Upi, Cns, Ucanews, Misna, Kirche in Not, Osservatore Romano, – die Vatikanzeitung in deutscher Sprache, sowie vatikaninterne Quellen. Der Newsletter ist nur zur persönlichen Information bestimmt. Grundlage für Zitate oder Übernahmen aus unserem Programm kann nicht unser Internetauftritt oder der Newsletter, sondern nur unser Radio-Programm sein. Die jeweils aktuelle Nachrichten- oder Magazinsendung von Radio Vatikan können Sie u.a. auf unserer Internetseite hören.
____________________________________

Programmvorschau:

Heute Abend, 12.08.2013: Weltkirchen-Magazin
Themen u.a.: Indigene Völker: Brasilien und Bangladesch / Nordirland: Medien zeigen nicht die gesamte Realität / Mali: Hoffnungszeichen für ein geprüftes Land

Dienstag Abend, 13.08.2013: Radioakademie (Teil 2)
Der heilige Franziskus von Assisi - Eine Sendung von Stefan von Kempis

Mittwoch Abend, 14.08.2013: Die Woche in Rom
Themen u.a.: Der Vatikan und seine Finanzen: Interview mit Finanzkontrolleur und Chef der AIF René Brülhart

Donnerstag Abend, 15.08.2013: Kreuz des Südens
Außerdem im Programm: Papst Franziskus feiert Mariae Himmelfahrt in Castelgandolfo

__________________________________________

Nachrichtenarchiv von Radio Vatikan

Radio Vatikan sendet täglich:16.00 h „Treffpunkt Weltkirche“

20.20 Uhr „Magazin“

6.20 Uhr Wiederholung des „Magazins“ vom Vortag

Radio Vatikan ist außerdem zu hören bei:

· Radio Horeb um 16.00 und 18.00 Uhr, über ASTRA 1A - Tonunterträger von Pro7 (Frequenz 7.38 MHz - analog) und ZDF (7.56 MHz - digital). Im Kabel u.a.: München 89,6 / Augsburg 106,45 / Regensburg 101,8 / Rosenheim 101,5 / Kempten 103,6 / Luxemburg 100,5.
· Domradio Köln über Kabel im Erzbistum Köln und Satellit zwischen 18.00 Uhr und 20.00 Uhr.
· Radio Gloria über Kabel in der Schweiz und Satellit.
·
World-Radio-Network um 8.15, 9.30, 16.00, 19.00 und 0.45 Uhr MESZ, Tonunterträger von MTV-deutsch, (Frequenz 7.38 MHz).
· Radio Stephansdom um 19.40 Uhr, in Wien auf UKW 107,3 kHz, sowie im Kabel über 87,7 oder 105,0 MHz
· Radio Grüne Welle um 6.30, 10.00 und 16.00 Uhr, in Südtirol auf UKW 103,0 (Bozen) und 97,8 (Brixen)
· Radio Maria Österreich um 16.00 und 18.00 Uhr im Großraum Innsbruck auf UKW 104.8 und im Mostviertel/NÖ auf UKW 104.7. Im Kabel u.a. Telekabel Wien 102.7 MHz
· Radio Maria Schweiz um 16.00 und 18.00 Uhr kann in weiten Teilen der Deutschschweiz direkt aus der Luft empfangen werden

Im Internet:

Die deutschsprachigen Sendungen sind hier online live und auf Abruf zu hören

Weitere Informationen hier

Unseren aktuellen Programmflyer können Sie anfordern bei:
Ulrich Knop, Im Hafer 2, D-71636 Ludwigsburg, Tel./Fax: 0049 (0) 7141 - 43212, Email: programm@radiovatikan.de
oder hier zum downloaden

Post: Radio Vatikan - sezione tedesca, I-00120 Città del Vaticano
Fax: 0039 - 06 - 6988 3844
e-Mail: deutsch@vatiradio.va